Das Wetter des Monats:
Einer der schneereichsten und kältesten Dezember, die es seit Beginn der Messung in Mannheim gab
Frostige und nasse Rekorde
Von unserem Redaktionsmitglied Christine Maisch-Straub
So richtig heiß waren in den letzten Wochen eigentlich nur die Oberarmmuskeln, denn die brannten beim täglichen Marathonschippen und Eiskratzen schon ganz schön. Denn hinter uns liegt einer der schneereichsten, frostigsten und regenreichsten Dezember, der die Mannheimer seit mehr als 100 Jahren jemals bibbern ließ. Zur Freude aller Rodelfans legte sich über die Quadratestadt an 26 Tagen eine geschlossene weiße Schicht. Damit kann der Dezember 2010 mit der zweithöchsten Zahl an Schneedeckentagen aufwarten - getoppt nur vom letzten Monat des Jahres 1969, der noch zwei weiße Tage mehr bescherte. Doch die kalte Masse war nicht nur dicht, sondern auch dick. 18 Zentimeter fielen am 27. Das ist der zweithöchste Dezember-Wert seit 1947 und 1950 mit jeweils einem Zentimeter mehr.
Apropos Bescherung: Die weiße Pracht war dieses Jahr an beiden Festtagen Dauergast. "So eine richtige weiße Weihnacht - das hatten wir seit 1981 nicht mehr", resümiert Bernd Fischer, der im Auftrag des Deutschen Wetterdienstes die Station auf der Vogelstang betreut.
Eisiger Jahrhundertwert
Weitere Rekorde zum Zähneklappern gefällig? Das Minus von 18,3 Grad am zweiten Weihnachtsfeiertag landet immerhin auf Platz 4. Es wurde im Verlauf des 20. Jahrhunderts lediglich am 30. Dezember 1939 mit einem Wert von - 22 überboten. Hinzu kommt das Jahr 1938, in dem die Wetterexperten einen Tag vor Heiligabend -20,8 Grad festhielten. Die eisigste Dezember-Zahl seit Beginn der Messung zeichneten die Meteorologen jedoch ein Jahrhundert zuvor am 16. Dezember 1879 mit -24 Grad auf. Den zweithöchsten Jahrhundert-Wert liefert der Dezember 2010 auch in puncto Nässe. Eine Gesamtsumme von 113,3 Litern pro Quadratmeter erfüllt 232 Prozent der erwarteten Durchschnittsmenge. "Das ist enorm viel", räumt der Wettermann ein: "Mehr Regen fiel im ersten Wintermonat in unserer Region nur 1947. Da waren es 116,1 Liter."
Und wen jetzt beim Jahresrückblick das Gefühl beschleicht, 2010 sei besonders regenreich und kühl gewesen, den kann Bernd Fischer nur bestätigen: "Es war auf jeden Fall eines der nassesten Jahre, das die Mannheimer seit Mitte des 19. Jahrhunderts erlebt haben." 847,5 Liter Regen fielen in den zwölf Monaten des vergangenen Jahres. Spitzenreiter ist 1965 mit 941 Litern, dicht gefolgt von 1882 mit einer Summe von immerhin 900. Recht frisch war's auch. Die Quecksilbersäule kletterte im Schnitt nur auf zehn Grad. Platz eins der kühlsten Jahre belegen 1871 und 1879 mit 8,7 Grad.
Und die kommenden Tage? Die Aussichten stimmen eher milde. Dann hat uns also der Winter vorerst nicht mehr so fest im Griff? Da nickt der Fachmann vom Köthener Weg und lacht: "Zumindest lockert er ihn jetzt erst mal ein wenig."
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