Wallstadt:
Prunksitzung im DJK-Saal mit abwechslungsreichem Programm und viel Musik
Gute Stimmung bei der „Gowe“
Von unserem Redaktionsmitglied Peter W. Ragge
"Super Stimmung, der Saal ist voll", freute sich die Stadtprinzessin in Wallstadt, als sie das feiernde Publikum in der DJK-Halle sah. Rechts im Bild die Jugendgarde als Hexen und Zauberer.
© Rittelmann
Ist es nicht schon kurz vor Mitternacht? Ja, und dennoch: "Die Stimmung, die ist riesengroß" stimmen nicht nur die "Gowe-Singers" auf der Bühne an, im Saal ist es wirklich so. "Oh, wie ist das schön" hallt es aus den schunkelnden, voll besetzten Reihen, und zur Geisterstunde packen die Besucher dann ihre Papiertaschentücher aus, schwenken sie begeistert zu "Heja heja heja ho". So endet nach mehr als viereinhalb Stunden die Prunksitzung der Wallstadter "Gowe", die ihr prima Programm an zwei Abenden im ausverkauften DJK-Saal und zudem einmal in einer Veranstaltung für Senioren zeigen.
Mitreißender Auftakt
Nicht allein die von Rolf Bleicher geleiteten und an der "Quetsch" begleiteten "Gowe-Singers" sind es, die für den vergnüglich-schwungvollen Abend sorgen, bei dem die Zeit schnell vergeht - und sich Stadtprinzessin Eva-Maria I. beim Besuch mit ihrem Prinzen Marco I. vom Eichbaum freut: "Hier ist ja wirklich super, super Stimmung, der Saal voll, so wollen wir es haben!" Die Regie (Angelika Müller, Michael und Simone Breidenband) hat ein abwechslungsreiches Programm mit viel Musik gestaltet, das Präsident Bernhard Kohl gewohnt souverän-locker präsentiert.
Als Stimmungsmacher neben den "Gowe-Singers" bewährt sich erneut der Sandhofener "Stichler"-Ehrenpräsident Horst Karcher, der schnell Bewegung in den Saal bringt und ohne Zugabe nicht gehen darf. Aber auch im eigenen Ort haben die Wallstadter gute Musiker - die Brass-Band des Stadtteils, neuerdings von Volker Himmelhahn geleitet und ein Garant für einen mitreißenden Auftakt, während im zweiten Teil die Wallstadter dann erneut den Auftritt des Heidelberger "Perkeo"-Fanfarenzugs genießen dürfen, der gerade erst der Inthronisation des Stadtprinzen beim "Weißen Ball" eine prächtig-feierliche Prägung gab und nun wieder einfach großartig ist.
In der Bütt ist nicht alles großartig - aber welcher Verein schafft das schon? Als Tiefpunkt erweist sich Horst Zech als "Hausmann", der sich mit abgelesenen platten, pointenarmen Absurditäten abmüht. Da kommt viel Unruhe im Saal auf. Der vom Stuttgarter Karneval bekannte Theo Pfeffinger wird zwar mit einem zustimmenden "Theoooo"-Chor verabschiedet, aber manche seiner vom ständigen Wechsel zwischen Hochdeutsch und Schwäbisch lebende Blödelei wirkt mit der Zeit halt doch arg platt.
Kräftig modernisiert und aufpoliert hat dagegen Wolfgang Meister sein Witze-Repertoire. 50 Jahre ist er jetzt in der Bütt, am Ende dürfen natürlich seine beliebten Tierstimmen-Imitationen nicht fehlen, aber vorher brilliert er nicht nur mit zahlreichen neuen Gags rund um Schlagertexte und Werbesprüche. Schlagfertig geht er auch direkt auf das Publikum und seine Reaktionen ein, und wenn eine Pointe mal nicht so sitzt, zückt er sofort sein Notizbüchlein: "Oh, o. k., der war nix, streichen wir!", sagt er dann.
Brillanter Beidinger
Besonders brillant ist natürlich wieder Werner Beidinger. Der Musikprofessor schafft es stets wunderbar, menschliche und politische Schwächen in humorvollen wie eingängigen sowie hochaktuellen Liedern aufzugreifen, in deren Refrains das Publikum stets gerne wieder einstimmt. Mit Pfiffen, rhythmischem Applaus und lautem Jubel ertrotzen sich da die Gäste gleich mehrere Zugaben, bis Beidinger weiter muss. Bemerkenswert angewachsen und fit sind die "Gowe"-Garden - ein Beweis gut funktionierender Jugendarbeit. Das reicht von den süßen Minis über den Tanz der Hexen und Zauberer der Jugendgarde über die Junioren bis zu den Offizieren, die neben dem flotten Marsch auch noch einen schaurig-schönen Schautanz einstudiert haben. Tanzmariechen Nadine Walter sowie das Männerballett als Seemänner und Piraten komplettieren die "Gowe"-Mannschaft, deren Chefs Otmar Lenhardt (Vorsitzender) und Bernhard Kohl (Präsident) beim Ausmarsch viele Glückwünsche zum Programm bekommen.
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