Bonsweiher.
So hatten sich die Handballer des TV Lampertheim das Derby bei der SKG Bonsweiher nicht vorgestellt. Deutlich mit 26:33 (12:12) unterlagen die Spargelstädter und sind nun punktgleich mit dem Vorletzten SV Erbach.
"Das ist nicht erst ab jetzt Abstiegskampf pur", betont Bernd Massag, Trainer des TVL, mit Blick auf die Tabelle. Zwischen Platz sieben und 13 ist nur ein Punkt Unterschied. Einzig Schlusslicht Böllstein/Wersau ist schon abgeschlagen. Bei bis zu vier Absteigern sieht es derzeit für die Lampertheimer nicht allzu rosig aus.
"Die halbe Liga steckt im Abstiegskampf und wir sind mittendrin", so Massag, der mit der Leistung im Derby gegen Bonsweiher "gar nicht einverstanden" war. "Wir haben Chancen vergeben, die eigentlich für zwei Spiele reichen. Es hat wieder einmal die Konsequenz gefehlt - sowohl im Abschluss, als auch phasenweise in der Defensive", fand der Übungsleiter. "Unterm Strich muss man sagen, dass wir komplett neben uns gestanden haben", so sein bitteres Fazit.
Mangelhafte Chancenverwertung
In der ersten Hälfte legten die Spargelstädter noch vor, führten 6:3 und 11:7 (22.), "aber schon da haben wir reihenweise Bälle vergeben", betonte Massag. "Eigentlich hätten wir bis zur Pause richtig deutlich führen müssen, so aber haben wir Bonsweiher wieder stark gemacht. Sekunden vor der Halbzeitsirene hatten die Odenwälder durch ihren überragenden Werfer Sven Heinzelbecker, der insgesamt zehn Treffer markierte, den 12:12-Ausgleich markiert.
"Das hat uns natürlich Rückenwind gegeben", war für SKG-Betreuer Norbert Ginader "das Momentum nun auf unserer Seite". Und Bonsweihers Ersatztrainer Patrick Wörle - Coach Christian Domes war privat verhindert - fand in der Kabine scheinbar auch noch die passende Worte. Denn nach dem Seitenwechsel drehten die Gastgeber auf, gingen bis auf 27:19 davon und ließen dem TVL in dieser Phase nicht den Hauch einer Chance.
Besonders Bonsweihers Torhüter Steffen Stäckler zog nun den Lampertheimern ein ums andere Mal den Zahn, am Ende der Partie standen zwei Dutzend Paraden für den Keeper zu Buche. Damit hat er auch das Duell mit seinem Gegenüber Matthias Hümmer gewonnen. Hümmer, der früher für Bonsweiher zwischen den Pfosten stand, hielt zwar, was zu halten war - aber nur bis zur 33. Minute. Dann sah er die Rote Karte, weil er einen SKG-Spieler im Gegenstoß foulte. "Das kann man auf alle Fälle so geben", meinte Bernd Massag, der ansonsten mit zahlreichen Entscheidungen der Unparteiischen nicht einverstanden war. "Da waren viele Pfiffe, die man auch anders hätte auslegen können", erklärte der TVL-Coach.
Dennoch stemmten sich die Lampertheimer noch einmal gegen die drohende Niederlage. Tor um Tor kam der TVL heran und war beim 24:28 (54.) wieder in Reichweite. Doch zwei, drei Schiedsrichterentscheidungen gegen Lampertheim, zwei, drei vergebene Chancen - und schon war Bonsweiher endgültig auf der Siegerstraße und feierte einen sicheren Heimsieg gegen frustrierte Spargelstädter.
TVL-Tore: Sosebee (7), Böse (5/3), Michael Redig (4), Zielonka (3), Richter (2), Radmacher, Mischler, Eppers (je 1). me
Leser-Kommentare
Aufgrund von nicht freigegebenen Kommentaren kann die Anzahl dargestellter Kommentare abweichen