Totale Größe mit Tiefenschärfe in verfremdeter Optik: Ein riesiges Abbild von Barbarossa am Kyffhäuser-Denkmal im Harz empfängt die Besucher in der Mannheimer Staufer-Schau und sorgt für mythische Aufladung. Kein Herrschergeschlecht ist im kollektiven Bewusstsein der Deutschen so verankert wie die Staufer, allen voran Barbarossa und sein Enkel Friedrich II.
Mit Konrad III. betreten die Schwabenherzöge 1138 die Bühne der Macht an der Spitze des Reiches. Ihm folgt als Deutscher König sein sagenumwobener Neffe, er wird 1152 als Friedrich I. in Frankfurt gekrönt und als Barbarossa zur Symbolfigur des Rittertums und nationaler Großreichsfantasien.
Im Juni 1155 erreicht der 32-jährige Rotbart sein Ziel: die Kaiserwürde in der Nachfolge der Caesaren. Vor dem Akt in St. Peter muss er allerdings dem Papst als Steigbügelhalter vom Pferd herabhelfen. Er beugt sich, Grimm im Herzen, um zur bestimmenden Größe in Europa aufzusteigen. Blutige Italienzüge gegen die progressiven, aufmüpfigen Kräfte in den oberitalienischen Großstädten bestimmen die Zeit Barbarossas, der sich 1189 von der religiös aufgeladenen Stimmung erfassen lässt und zum Kreuzzug aufbricht. Am 10. Mai 1190 geht der Kaiser auf dem Weg ins Gelobte Land baden, der 67-Jährige ertrinkt im reißenden Gebirgsfluss Saleph. "Hier versagt unser Griffel, hier verstummt unsere Rede" klagen Gefolgsleute.
Der zweitgeborene Sohn übernimmt als Heinrich VI. 1190 das Szepter, und regiert mit grausamer Härte, kann im Jahre 1194 das Königreich Sizilien als Erbe seiner Frau Konstanze dem staufischen Imperium einverleiben.
Ein Mord in Bamberg
Nach dem Tod Heinrichs VI. im Jahre 1197 beginnt ein Thronstreit, den Barbarossa-Spross Philipp von Schwaben schon fast für sich entschieden hat. Doch alle Pläne enden mit einem Mord. Philipp wird am Tag der Vermählung seiner Nichte vom bayerischen Pfalzgrafen Otto VIII. von Wittelsbach erstochen. Nach einem Zwischenspiel kommt jener Staufer an die Macht, der bis heute als Kultfigur in Italien und Deutschland verehrt wird: Friedrich II., das Kind aus Apulien, das Staunen der Welt, der Sizilianer auf dem deutschen Thron. 1220 wird er zum Kaiser gekrönt. Sohn Heinrich VII. rebelliert und intrigiert im deutschen Kernland gegen ihn, 1235 wird er entmachtet. Friedrich II. stirbt 1250, Universalerbe Konrad IV. bleibt als Nachfolger ohne Fortüne, er kommt 1254 im Kampf um die Macht in Sizilien im Heerlager an Malaria um und Sohn Manfred fällt 1266 in der Schlacht gegen Karl von Anjou. Am Ende der Geschlechterkette steht Konradin. Er will als Herzog von Schwaben das Königreich Sizilien für die Staufer retten. Doch der blutjunge Spross verliert gegen den mächtigen Gegenspieler Karl I. von Anjou. Der lässt ihn 1242 auf dem Marktplatz von Neapel enthaupten. Als überlebensgroße Marmorsitzstatue verabschiedet dieser Karl von Anjou die Besucher aus der Stauferschau - welch tragisches Finale einer dynastischen Erfolgsgeschichte. räu
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