Fußball:
Kraichgauer blamieren sich im Pokal-Viertelfinale beim 0:1 gegen Greuther Fürth / Trainer Stanislawski vor dem Aus?
Hoffenheim am Tiefpunkt
Von unserem Redaktionsmitglied Jürgen Berger
Der Anfang vom Pokal-Ende: Marvin Compper sieht von Schiedsrichter Marco Fritz Rot.
© dpa
Sinsheim.
Holger Stanislawski schaute auf den Boden. Es war seine erste Reaktion nach dem bitteren 0:1 (0:1) im Viertelfinale des DFB-Pokals gegen die SpVgg Greuther Fürth. Einer Heimniederlage, die über seine Zukunft entschieden haben könnte. Schon vor dem K.o-Duell mit dem Zweitligisten brodelte die Gerüchteküche. Nach der offenen Kritik von Mäzen Dietmar Hopp deutet vieles auf eine Trennung von "Stani" hin. Der Hamburger selbst wollte sich unmittelbar nach dem Niederschlag durch den Treffer von Olivier Occean (44.) nicht zu diesem Thema äußern.
"Es ist mir relativ egal, was in den Zeitungen steht", erklärte der 42-Jährige lapidar. Stattdessen lobte er seine Mannschaft, die nach dem Platzverweis von Marvin Compper (35.) alles gegeben habe. "Das Aus ist natürlich sehr enttäuschend. Leider haben wir uns mit dem Platzverweis bestraft", so Stanislawski seltsam emotionslos.
Fans mit "Pro Stani"-Schildern
Der Unmut von Hopp über die sportliche Entwicklung dürfte nach der verpassten Millionen-Einnahme für den Einzug in die nächste Runde nicht geringer geworden sein. Ernst Tanner heizte die Debatte weiter an: "Ich werde zur Trainerdiskussion nichts sagen. Nach dem Spiel ist nicht der richtige Zeitpunkt dafür." Ein Treuebekenntnis hört sich anders an. Angeblich soll er bereits den Auftrag erhalten haben, mit Markus Babbel Sondierungsgespräche zu führen. Auch A-Jugend-Trainer Alfons Higl wird gehandelt.
Die Fans zeigten indes ihre Unterstützung für den angezählten Trainer. Vor dem Anpfiff und nach dem Abpfiff hielten sie "Pro Stani"-Schilder in die Höhe und stimmten lautstark "Stanislawski"-Rufe an. Eine Trennung vom Hamburger, der vor acht Monaten als Identifikationsfigur geholt worden war, wäre der Basis kaum zu vermitteln. Andererseits stellt sich auch die Frage, ob nach der Kritik der vergangenen Tage noch eine konstruktive Zusammenarbeit möglich ist.
Auch auf dem Rasen in der Rhein-Neckar-Arena ging es vor nur 14 000 Zuschauern bei eisigen Temperaturen turbulent zu. Die TSG, bei der Sejad Salihovic und Ryan Babel nach ihrem schwachen Auftritt gegen Augsburg nicht in der Startformation standen, zeigte mit dem Debütanten Tobias Strobl auf der Sechser-Position Biss. Der Willen stimmte.
Zwei Mal standen die Kraichgauer kurz davor, den Lohn für ihre Anstrengungen zu erhalten. Doch Peniel Mlapa vergab gute Gelegenheiten (24./33.). Beim zweiten Versuch rettete Fürths Heinrich Schmidtgal erst auf der Linie. Dann der Schock für die Heim-Elf. Innenverteidiger Compper sah in der 35. Minute wegen einer Tätlichkeit die Rote Karte. Er hatte Stephan Fürstner im Gerangel ins Gesicht gelangt. "Es war eine Rote Karte. Ich erwische ihn im Gesicht. Das darf mir nicht passieren", bedauerte Compper.
Kurz vor der Halbzeitpause nutzte die beste Auswärtsmannschaft der Zweiten Liga ihre Überzahl. Nach einem langen Pass von Kapitän Thomas Kleine versetzte SpVgg-Angreifer Occean mit Jannick Vestergaard und Daniel Williams gleich zwei Hoffenheimer - und versenkte den Ball zur 1:0-Führung in den Maschen (44.).
In der 64. Minute erhielt dann Babel eine Bewährungschance. Der Niederländer ersetzte Mlapa. 20 Minuten später kam Salihovic für Stobl. Wirkung zeigten die Wechsel nicht. Dafür traf Fürstner in der letzten Aktion des Spiels die Latte. TSG-Manager Tanner kritisierte trotz der Unterzahl: "Unter dem Strich ist wenig Produktives aufs Tor gegangen."
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