Dr. Ulrike Freundlieb will das Jugendamt neu ausrichten.
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Die Stadt will bei der Jugendhilfe neue Wege gehen. Bürgermeisterin Dr. Ulrike Freundlieb kündigte gestern an, dass sie alle Bereiche und Abläufe im Jugendamt auf den Prüfstand stellen will. Vor dem Hintergrund des Hungertods des neunjährigen Marcels soll die gesamte Organisation des städtischen Unterstützungs- und Hilfesystems untersucht werden. Mit Hilfe der Beraterfirma "Con-sens" sei ein Verfahren entwickelt worden, um die Mindestpersonalstärke zu berechnen. "Daraufhin wurden vier weitere Stellen eingerichtet." Außerdem habe man den Familien mit dem Programm "Frühe Hilfen" ein Angebot gemacht zur Unterstützung bei der frühkindlichen Erziehung. "Damit ist es möglich, potenzielle Risikofamilien schnell zu erkennen", so Freundlieb.
"Familienstrukturen stärken"
In den kommenden Monaten will die Bürgermeisterin "das Zusammenspiel aller Beteiligten bei der Unterstützung von Familien" überprüfen. Außerdem werde die Organisation des Jugendamtes unter die Lupe genommen. Schließlich soll nach Abschluss des Gerichtsverfahrens um den Tod des kleinen Marcels geklärt werden, welche Schlüsse aus der juristischen Aufarbeitung für die Arbeit des Jugendhilfeamtes gezogen werden müssen. Abschließend soll die Jugendhilfe auf der Grundlage dieser Erkenntnisse neu ausgerichtet werden, so Freundlieb.
Das Ziel müsse sein, Eltern in ihrer Arbeit zu unterstützen. "Es geht nicht darum, Kinder aus ihren Familien zu nehmen, sondern die Strukturen so zu stärken, dass Kinder möglichst gut und gesund aufwachsen können", sagte die Dezernentin. Das gesamte Verfahren, wie Hilfe geleistet werde, sei 2011 auf den neusten Stand gebracht worden. Freundlieb äußerte sich nicht dazu, ob der Fachbereich als ein Amt erhalten oder geteilt werden soll. Dies soll in den kommenden Monaten geklärt werden. stew
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