Christine Maisch-Straub
Drückende Hitze im Wechsel mit kräftigen Regengüssen, dazwischen immer mal ein etwas kühlerer Tag zum Erfrischen - wieder dicht gefolgt von Temperaturen bis zu 30 Grad und heftigen Gewittern: Das Juli-Wetter glich in Mannheim einer meteorologischen Achterbahnfahrt. Doch dass es "schaurig" war, will Hans Henkes, der mit seinem Team die Wetterwerte für die Quadratestadt ermittelt, so nicht stehenlassen. In puncto Unwetter, Windböen und Sturmwarnung seien wir mit einem blauen Auge davongekommen: "Im Gegensatz zu Rheinland-Pfalz und den Mittelgebirgen ist unsere Region weitgehend von Schäden verschont geblieben." Elf Gewittertage seien nun so gar nichts Besonderes: "Sogar das WM-Sommermärchen-Jahr hat es im Juli 2006 auf 13 gebracht."
96,4 Liter Niederschlag pro Quadratmeter machen zwar stolze 125 Prozent des erwarteten Mittelwertes aus. Aber 2000 waren es 139 Liter, 1980 kann mit 183 Litern aufwarten und im Juli 1875 fielen gar 300 Liter. Knapp 192 Sonnenstunden sind zwar mit 82 Prozent selbst für den optimistischen Wetterfrosch vom Köthener Weg "ein bissl wenig". Dennoch: "Dafür steht die Umwelt so richtig in Saft und Kraft. Das ist doch viel schöner, als ringsherum überall knochentrockener Boden." Und wem die aktuellen Spitzenwerte von 2009 noch zu niedrig erscheinen: "Gegen Donnerstag oder Freitag erwarten wir mit 32 bis 33 Grad den heißesten Tag in diesem Jahr." Aber so richtig in Schwung - mit längeren, vor allem stabilen Sonnentagen - kommt dieser Sommer eher nicht mehr, "aber wer weiß, den sollte man jedenfalls nie vor Ende August abschreiben."
Um noch mal auf die launische Seite des Julis 2009 zurückzukommen: So manche Grillfete ging bei Sonnenschein an den Start - und kurz darauf komplett baden. "Ich will ja niemanden neidisch machen", räumt Hans Henkes ein: "Aber ich hatte jetzt gleich bei zwei wichtigen Festen großes Glück." Das scheint er sich aus Sicht des Wettergottes wohl verdient zu haben. Da lacht der Fachmann: "Ja, als Dank für langjährige gute Zusammenarbeit."
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