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Erfahrungsbericht: Um Geld zu verdienen, tun Studenten so einiges, zum Beispiel Maskottchen spielen – unsere Autorin Anna war im Ganzkörperkostüm unterwegs

Tierischer Job – ein Tag im Leben eines Rentiers

Von unserer Mitarbeiterin Anna Suckow

Anna als Rentier, vor ihrer Tour durch das Shoppingcenter.

© afs

Schon seit einiger Zeit fühle ich mich irgendwie komisch. Mein Kopf fühlt sich viel zu schwer und viel zu groß an, mir ist sehr heiß, ich bekomme zu wenig Luft, mein Gang ist tapsig und anders als gewohnt. Als ich in den Spiegel sehe, erschrecke ich. Etwas völlig Fremdes starrt mich an, wo ich etwas erwartet hätte, das mir ähnelt.

Ein typischer Mittag nach einer durchschnittlichen Uniparty? Nein. Aus dem Spiegel starrt mich ein Rentier an. Das Rentier bin ich. Also doch eher ein untypischer Mittag nach einer viel zu heftigen Uniparty? Gott sei Dank: Nein. Für einen Tag in der Weihnachtszeit schlüpfe ich in ein Ganzkörper-Rentierkostüm, um in einem Einkaufscenter mit dem Nikolaus Süßigkeiten zu verteilen.

Das Kostüm schnell vergessen

Das Geld stimmt, und so schlimm kann es ja nicht sein, dachte ich. Ich habe schon viele Tage als Hostess verbracht, also nett gelächelt und viele wenige Informationen an den Mann gebracht; da sollte ein Tier doch keine Schwierigkeit darstellen. Was ich nicht gedacht hätte: Das Rentier nimmt von dir Besitz an. Ohne jemals vorher Erfahrung als Zwei-Meter-Kuscheltier gesammelt zu haben, fühle ich mich sofort eins mit meinem neuen, temporären Ich. Wer weiß schon, wie sich ein Rentier fühlt, aber ich denke, ich war sehr nahe dran. Mein Gang wandelte sich sofort in ein wippendes Traben, und ich hatte nicht das Bedürfnis, auf Konversationen mit mehr als einem Schnauben zu reagieren. Dumm nur, dass die Kinder, für deren Bespaßung ich wohl gebucht war, meist in Tränen ausbrachen und hinter Mamis Beinen Schutz suchten.

Auch wenn ich viele Kinder erschrak, so lernte ich doch etwas über das menschliche Verhalten. Denn so wie ich mich nicht mehr als Mensch fühlte, so sahen die Passanten in dem Maskottchen auch nur das Tier und ignorieren den Menschen im Inneren des Kostüms. Mir wird der Kopf gestreichelt (was ich nicht merke, denn der ist mit Kissen ausgestopft, die mir unter anderem die geregelte Luftaufnahme verweigern), der Hintern geklopft (welcher nicht mit Kissen unterfüttert war) und dem Nikolaus werden Tipps zu meiner Stallhaltung gegeben.

Kinder erschreckt, Eltern fasziniert

Besonders artenkundige Zweibeiner halten mich für den Osterhasen. Doch ich erwecke auch Freude und Mitleid: Es wird sich erkundigt nach genügend Auslauf, ausreichender Versorgung mit frischem Wasser, und mir werden Lieder über einen gewissen Rudolf mit roter Nase vorgesungen. Auch wenn es ganz sicher schlimmere Jobs gibt und dieser Tag ein Erlebnis ganz neuer Art ist - nach acht Stunden bin ich mir sicher: Maskottchen zu sein auf längere Zeit hinterlässt Spuren. Zumindest im Gang.

© Mannheimer Morgen, Mittwoch, 09.01.2013

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