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Porträt: Julia Lück forschte bei der UN-Klimakonferenz in Doha

Detektivin auf dem Klimagipfel

Julia Lück und Hartmut Wessler befragten Journalisten in Katar.

© joh

Als die Mächtigen dieser Welt zum UN-Klimagipfel im arabischen Doha in den vergangenen Wochen zusammenkamen, war Julia Lück dabei: Die wissenschaftliche Mitarbeiterin untersucht mit Hartmut Wessler, Mannheimer Professor für Medienwissenschaft, und weiteren Forschern die Frage: Wie wirken sich Klimakonferenzen auf die Medienberichterstattung zum Klimawandel in verschiedenen Ländern aus?

Die Antwort darauf sollten Gespräche mit Journalisten, Regierungsvertretern und PR-Sprechern von Umweltorganisationen geben. "Es war richtige Detektivarbeit, die passenden Ansprechpartner zu finden", erzählt Julia und lacht: "Meistens konnte ich meinen Interviewpartnern aber bei Pressekonferenzen ,auflauern'." Ihre Kollegen konzentrierten sich auf die Gespräche mit den Pressesprechern. "Wir untersuchen, wie Journalisten und PR-Spezialisten zusammen die Berichterstattung über den Klimagipfel formen. Diese Medieninhalte werten wir anschließend aus", erklärt die 26-Jährige. Julia ist seit ihrem dritten Bachelor-Semester wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl Wessler und entdeckte dort ihre Liebe zur Forschung. Davor wollte sie Journalistin werden, heute strebt sie den Doktortitel an. "Ich war schon immer neugierig, wollte Dinge verstehen und neue Ideen entwickeln. Die Wissenschaft gibt mir mehr Zeit, mich in Themen einzuarbeiten, als der Journalismus."

Neun Monate bereiteten sich Julia und ihre Kollegen auf die Konferenz vor: Interviewleitfäden mussten erstellt, Gespräche organisiert, Studien zu vergangenen Klimagipfeln einbezogen werden. Doch nach Doha ist nicht Schluss: Die Gespräche müssen noch ausgewertet werden. Zudem wird die Forschergruppe auch die Klimakonferenz in Warschau im November 2013 untersuchen. Bis zur Veröffentlichung des Abschlussberichts werden weitere drei Jahre vergehen. Diese Vielzahl an Schritten macht die Arbeit für Julia reizvoll: "Denn so wird es nie langweilig." joh

© Mannheimer Morgen, Mittwoch, 12.12.2012

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