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Wohltätigkeit: Mannheimer Studenten wollen mit zwei kreativen Projekten die Region verändern – sie organisieren einen „Carrot Mob“ und gründen eine Spendenplattform

Die Welt verbessern, und zwar vor Ort

Von unserem Mitarbeiter Felix Friedrich

Toby, Rafael und Nicolas haben in der Kombüse einen "Carrot Mob" organisiert. Dem Küchenchef Jonathan Sternberg halten sie symbolisch die Karotte vor.

© ffr

Halte einem Esel eine Karotte vor die Nase und er bewegt sich in deine Richtung. Oder in anderen Worten: Locke ein Unternehmen mit Gewinn, um es zu einem gewünschten Verhalten zu bewegen. Das ist die Grundidee eines "Carrot Mob". Am vergangenen Samstagabend haben drei Politikstudenten diese Idee in der "Kombüse" im Jungbusch verwirklicht. Unter dem Motto "Gezielter Konsum gegen CO2" haben sie am vergangenen Samstag einen Aktionstag organisiert, bei dem der gesamte zusätzliche Erlös in einen neuen, energieeffizienten Gefrierschrank investiert wird.

Nicolas Wittstock, Rafael Postpischil und Toby Leo Link, Initiatoren des "Carrot Mob", wollten endlich einmal handeln, anstatt immer nur zu reden. Ihr persönliches Anliegen: nicht weniger als der Kampf gegen den Klimawandel. Daher haben sie sich gefragt, was sie konkret tun können. "Wir wollen ein Bewusstsein für nachhaltiges Wirtschaften und den Zusammenhang zwischen Konsum und Energieverbrauch schaffen", sagt Rafael. Am besten sei das durch Aktionen auf lokaler Ebene zu erreichen.

Bei der Wahl des vegan-vegetarischen Restaurants Kombüse haben die drei Studenten vor allem auf den Kultstatus geachtet. Ein gewisser Erfolg sei die Voraussetzung dafür, weitere "Carrot Mobs" in weitaus sanierungsbedürftigeren Einrichtungen anzustoßen, sagt Nicolas. Ihm ist bewusst, dass die Kombüse bereits über vergleichsweise hohe Umweltstandards verfügt. "Erst mal müssen wir uns aber etablieren", sagt er. Der Fokus der Kombüse auf saisonale Produkte und reduzierten Fleischkonsum entspricht zudem den Vorstellungen des Trios.

Der "Carrot Mob" ist eine Aktion, um Ladenbesitzer zu klimagerechtem Verhalten zu bewegen. In einem bestimmten Zeitraum kaufen Unterstützer in diesem Laden besonders viel ein. Vorher wird vereinbart, dass alle überschüssigen Gewinne gespendet werden.

Der erste "Carrot Mob" fand 2008 in San Francisco (USA) statt.

"Sharity" ist eine Internetplattform, die das Spendenprinzip einfacher und transparenter gestalten soll.

Gründer der Plattform sind Konstantin Singer, Julian Klein, Dominik Thumfart und Philipp Kunstle.

Sie studieren "Music and Creative Industries" an der Popakademie.

Infos: www.yoursharity.com   ffr

Viel Konsum, wenig Information

Die Stimmung am Aktionstag selbst ist wie erhofft gut: Der Laden ist voll, die Besucher essen und trinken und es läuft groovige Live-Musik. Der Informationsaspekt kommt in dem Trubel aber etwas zu kurz: Die auf den Tischen ausliegenden Informationsbroschüren über Energiesparen und die drei Info-Plakate an den Wänden werden kaum gelesen. "Da gibt es auf jeden Fall noch Verbesserungspotenzial", gibt Rafael zu, der als DJ für die Musik sorgt.

Doch mangelt es den drei Initiatoren nicht an Vorbereitung. Von der Verbraucherzentrale hatten Nicolas, Rafael und Toby Messgeräte ausgeliehen, um den Stromverbrauch der Küchengeräte in der Kombüse zu testen. Der kleine Gefrierschrank stellt sich mit durchschnittlich 2,9 Kilowattstunden pro Tag als größter Energieschlucker heraus. Der Energieverbrauch ist zehnmal höher als der des neuen, energieeffizienten Gefrierschranks, der mit dem Zusatzerlös des "Carrot Mobs" angeschafft wird. Und was geschieht mit dem alten Gefrierschrank? "Den geben wir zum Recyclinghof", sagt Jonathan Sternberg, Küchenchef und Mitgründer der Kombüse.

Die an dem Abend verbuchten Zusatzeinnahmen von 400 Euro reichen jedoch nicht aus, um den vollen Preis des Gefrierschranks zu decken. Daher zahlt die Kombüse die Differenz aus der eigenen Tasche. Das Trio aber hat sein Ziel erreicht: "Wir hoffen, dass weitere Leute 'Carrot Mobs' planen und auf lokaler Ebene etwas für den Klimaschutz tun werden."

Ein anderes Projekt hat sich ebenfalls die direkte, einfache Hilfe vor Ort als Aufgabe gesetzt. Vier Master-Studenten der Popakademie haben Ende November die Internetplattform "sharity" gegründet. Sie soll jedem Mannheimer ermöglichen, für soziale Projekte in der eigenen Stadt, auch ohne finanzielle Mittel, spenden zu können - so einfach und transparent wie möglich. "Es geht darum, Dinge zu spenden, die jeder irgendwie hat und von denen man sich einfach nur mal trennen müsste, um Gutes zu tun", sagt Julian Klein, Pressesprecher von "sharity".

Die Plattform startete mit drei Projekten. Gespendet werden konnten Mützen für Obdachlose, Handtücher und Decken fürs Mannheimer Tierheim und Kinderspielzeug für die Kita "Hafenkirche" im Jungbusch.

Zwei der drei Spendenaktionen sind bereits erfolgreich beendet. Am Mittwochmorgen werden 50 Spielzeuge, darunter etliche Spielzeugautos, Brettspiele, ein vollständiges Kasperletheater und ein Indianertipi, an die Kita "Hafenkirche" übergeben. Ab Mitte Januar geht es in die nächste Projektrunde. Dafür suchen die Gründer noch eifrig nach Projektinitiatoren.

© Mannheimer Morgen, Mittwoch, 05.12.2012

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