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Religion: Wie stehen Muslime zum deutschen Rechtsstaat? Muslimische Studenten aus Heidelberg werben mit einer Vortragsreihe für Toleranz – Kritik kommt von rechts

Muslimische Studenten präsentieren ihren Islam

Von unserem Mitarbeiter Yannik Buhl

"Ich bin Verfassungspatriot und gläubiger Muslim - das ist kein Widerspruch", sagt der Jurist Cefli Ademi.

© yab

Als der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff zum 20. Jahrestag der Deutschen Einheit sagte, der Islam gehöre inzwischen auch zu Deutschland, wollte er ein Zeichen setzen in der Debatte um den Islam. Das war vor zwei Jahren - verändert hat sich der Ton in der Islamdebatte seitdem aber kaum.

Auch aus diesem Grund hat die Muslimische Studierendengruppe Heidelberg (MSG) in diesem Jahr zum dritten Mal die Islamwoche organisiert, diesmal lautete das Motto "Islam unverhüllt". Die muslimischen Studenten boten neben Moscheeführungen Vorträge zu verschiedenen Themen rund um den Islam an. "Uns ist es wichtig, deutschsprachige Referenten an die Uni zu holen und über Religionsinhalte zu sprechen", erklärt Fadil Minden von der MSG.

Einer dieser Referenten war Dr. Cefli Ademi. Der in Dortmund geborene Verfassungsrechtler sprach am vergangenen Freitag ein in der Islamdebatte kontroverses Thema an: Muslime im säkularen Rechtsstaat. In Ademis Vortrag in der Uni ging es darum, wie Muslime moralisch zum säkularen Rechtsstaat stehen. "Ich bin Verfassungspatriot und gläubiger Muslim - das ist kein Widerspruch", findet Ademi.

Rechte Hetze in Internet-Blogs

Kritiker mahnen im Zusammenhang mit dem Islam oftmals die Rigorosität der Scharia, des islamischen Rechtes, an. Jurist Ademi sagt dazu: "Maßstab ist immer die deutsche Rechtsordnung, und auch als Muslim kann ich sie moralisch anerkennen." Für die islamische Rechtswissenschaft stehe das auch nicht zur Diskussion.

Im Internet war die Islamwoche Thema einschlägiger islamfeindlicher Blogs. Der rechtspopulistische Blog "Politically Incorrect" kommt täglich auf knapp 60 000 Besucher und titelte: "Islamisten verbreiten Lügen an Heidelberg-Uni". Dabei griffen die sogenannten Scharia-Kritiker auch Cefli Ademi persönlich an. "Es trifft einen sehr, so etwas zu lesen, denn man kann sich nicht zur Wehr setzen", sagt Ademi. Dennoch werde er sich nicht daran hindern lassen, "weiter die Begegnung zu suchen". Die MSG nimmt die Stimmungsmache nüchtern auf. "Man kann das Internet nicht kontrollieren, wir müssen das akzeptieren", meint Fadil. Warum die Kritiker aber nicht gekommen seien, um die Diskussion zu suchen, kann er sich nicht erklären. "Dafür sind wir schließlich da", sagt Fadil.

Die Universität wollte sich zu den Vorwürfen im Internet nicht äußern. Der Heidelberger Bürgermeister für Integration, Wolfgang Erichson (Grüne), hatte der MSG zur Eröffnung ein Grußwort geschrieben. "Die Islamwoche ist ein sinnvoller Beitrag zur Debatte um den Islam", sagt Erichson. Und schließlich könne sich jeder eine eigene Meinung zu den kontroversen Themen bilden. "Auch wenn es um extreme Meinungen geht."

© Mannheimer Morgen, Mittwoch, 12.12.2012

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