Vielleicht reicht es noch für die erhoffte Punktlandung. Die Stadt könnte ihr Ziel aber ebenso gut noch verfehlen. Wenn Mannheim die eigentlich geforderte Betreuungsquote von 35 Prozent für Kinder unter drei Jahren nicht mehr erreichen sollte, dann hat sich das die Verwaltung zu einem großen Teil selbst zuzuschreiben.
Vor mehr als vier Jahren wurde der Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz vom Bundestag beschlossen. Damit hatten die Kommunen durchaus Zeit, neue Kitas zu bauen, Freie Träger ins Boot zu holen, Fachkräfte einzustellen. In Mannheim aber ist lange Zeit zu wenig passiert. Im vergangenen Jahr hat Bürgermeisterin Ulrike Freundlieb sich etwa im Umgang mit den Freien Trägern zwar nicht immer klug verhalten. Sie hat aber in kurzer Zeit mehr sinnvolle Maßnahmen auf den Weg gebracht als ihre Vorgänger. Das Problem ist nur: Die Versäumnisse der Vergangenheit ließen sich dadurch nicht mehr auf die Schnelle ausbügeln.
Zu tun bleibt einiges - auch wenn es im Sommer doch noch mit der 35-Prozent-Marke klappen sollte. Denn erstens räumt die Stadt ein, dass diese Quote wahrscheinlich gar nicht ausreichen wird, um allen Eltern einen Platz anbieten zu können. Und zweitens gibt es auch weiterhin zu wenig Plätze für Schulkinder. Die Schaffung von Hortplätzen hatte die Stadt einst zugunsten des dringenderen Krippenausbaus zurückgestellt.
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