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Zum Thema: Bundesgartenschau

Auge der Ökonomie

Von Bernd Gremlica

Auf den Gelände der ehemaligen Spinelli-Kaserne und in der Feudenheimer Au soll 2023 die Bundesgartenschau stattfinden. Die Debatte hat begonnen

©  Prosswitz

Während sich SPD und CDU die Führerschaft auf der BUGA-Lok streitig machen, lässt die Verwaltung bei einer Fahrt durch die Au die Hosen runter. Und das sieht gar nicht gut aus. Ihre Antwort einer Anfrage der Grünen im Stadtrat (Informationsvorlage vom 29.11.12) ist eine komplette Bankrotterklärung in Sachen Mannheimer Grünflächen.

Ausgangspunkt der Grünen-Anfrage: Aus der Mannheimer Bürgerschaft kommen zahlreiche Hinweise, dass auf städtischen Grünanlagen Hecken gerodet und die Flächen in Rasenflächen umgewandelt werden. Von der Verwaltung wollte man wissen, was dahinter steckt. In ihrer Antwort erfahren wir, dass dieser "Bereinigungsprozess" bereits seit 2003 läuft und in Zusammenhang steht mit der zentralen Ausrichtung der politischen Entscheidungsträger auf die "Personalkostenkonsolidierung".

Finanzielle Ressourcen

Im Klartext beutet das kontinuierliches Absenken der Personalkosten. Dazu kommen die Kürzungen bei den Sachkosten. Das betrifft in besonderem Maße den Fachbereich Grünflächen, der wegen der aufwändigen Pflegearbeiten selbstredend viel Personal vorhalten muss. Um es mit den Worten des Grünflächenamtes zu sagen: Es sieht sich "ständig der Vorgabe ausgesetzt, seine betrieblichen Prozesse und Arbeitsmethoden den geringen Ressourcen und Personalabgängen anzupassen."

Die Auswirkungen dieser geringen finanziellen Ressourcen und fortlaufender Personalabgänge werden in der Beantwortung der Anfrage nicht beschönigt: Die Vorgaben an den Fachbereich haben "im Lauf der Jahre zu einem immer stärker werdenden Substanzverlust in den Grünflächen geführt." Diese Entwicklung ist keineswegs am Ende: Ein Gutachterbüro ist jetzt damit beauftragt ,, herauszufinden, wo in den einzelnen Stadtteilen sich noch Einsparpotential befindet und wie eine Bewirtschaftung und Gestaltung der Grünflächen unter Ausrichtung auf geringstmögliche Kosten auszusehen hat. Bei der künftigen Neuanlage von Grünflächen wird dann von vornherein so geplant, dass der notwendige Pflegebedarf auf dem niedrigsten Level zu liegen kommt.

Hier schaut einzig das kalte Auge der Ökonomie auf die Mannheimer Grünflächen und entleert sie zunehmend ihrer Substanz, weil sie erst einmal nur als Kostenfaktor gesehen werden, den es gilt abzusenken. Für den "Vandalismus" ist nicht das Grünflächenamt verantwortlich , das seine betrieblichen Prozesse und Arbeitsmethoden an die klamme Kassenlage anpassen muss. Es sind die politischen Entscheidungsträger, die mit ihren beschlossenen "Konsolidierungsmaßnahmen" die Richtung angeben , wie die Mannheimer Grünflächen aussehen. Die Frage ist hochbrisant: Welche Grünflächen wollen wir in Mannheim? Wollen wir nur noch Rasenflächen -und ansonsten ab und an mal ein großes BUGA-Event?

© Mannheimer Morgen, Donnerstag, 31.01.2013

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