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Kirchen ein Teil des Kapitalismus

Zum Zeitzeichen "Humanität als Auftrag" vom 25. Februar:

Der Beitrag von Heiner Geißler verdient Respekt und rüttelt wach, nur ist er leider nicht direkt an den Papst und die Bischöfe beider Konfessionen adressiert. Zumindest hören wir davon nichts. Offenbar geht Geißler davon aus, dass diese schweigsamen Adressaten, die ,keinen Widerstand gegen die autoritären Mächte und eine Wirtschaft, die tötet (Papst Franziskus) leisten' und kein ,Konzept einer humanen Weltordnung entwerfen', davon schon Kenntnis nehmen werden.

Leider ist dies nicht zu erwarten, da insbesondere die Kirchen mit ihrem immer weiter angehäuften Milliarden-Vermögen und offenbar nie aufhörenden Staatssubventionen wie unter anderem der Kirchensteuer auf unlautere Weise selbst Teil des Raubtier-Kapitalismus sind, der die ohnehin Reichen wie auch die Kirchen noch zusätzlich begünstigt. Daher erscheint die Klage von Papst Franziskus 'eine Wirtschaft, die tötet' unaufrichtig, wenn er nicht gleichzeitig einen öffentlich vorgetragenen Bann über die 'autoritären Mächte, die die Welt beherrschen' verhängt, so wie es in der Kirchengeschichte üblich war.

Mit gutem Beispiel vorangehen

Ferner erwartet die Gesellschaft, dass er mit seiner zur Schau gestellten Menschenfreundlichkeit im Namen Jesu endlich mit gutem Beispiel vorangeht und vor aller Öffentlichkeit auflistet, dass er mit seinen zur Verfügung stehenden Milliardenbeträgen aktiv und nachvollziehbar die aktuellen Hungersnöte und das Elend von Millionen Menschen in Afrika nicht nur lindert, sondern ein für alle Mal beseitigt. Und um mit Heiner Geißler zu sprechen: Mit dem Einsatz des Milliardenvermögens der katholischen Kirche könnte der Papst endlich ein Mindestmaß an Humanität und christlicher Nächstenliebe im Namen Jesu unter Beweis stellen, so wie es Luther sicherlich von dem Papst und den Bischöfen vehement einklagen würde. (Konrad Mallison, Ladenburg)

© Mannheimer Morgen, Dienstag, 21.03.2017

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