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Zum Thema: Warminski-Leitheußer geht (Leserbrief von Friedrich Segen vom 21.01.2013)

Künstliche Aufregung

Norbert Theobald

Manche Männer fühlen sich besser, wenn sie scheinbar unbedarft über Frauen herziehen können - und das sogar im "Mannheimer Morgen" dürfen! Was Herr Segen da in seinem Leserbrief zum Besten gibt, grenzt an eine persönliche Beleidigung. Alle Stereotypen eines klassischen Macho werden in seinem Leserbrief bedient - blond, kaufsüchtig sei sie gewesen und anscheinend von Männern vom Hof gejagt worden. Aber richtig schlimm ist seine künstliche Aufregung über die Frauenquote. Gabriele Warminski-Leitheußer (Bild) hat viel erreicht und hätte noch viel in Bewegung gebracht, hätte so manche Männerriege im Kabinett ihren Job besser gemacht.

Verfrüht ausgegebene, viel zu ehrgeizige Sparziele haben die Kultusministerin in ihrem Amt vor schwierige Aufgaben gestellt. Wichtiger wäre gewesen, dass die Ankündigungen zur Bildungspolitik aus dem Kultusministerium gekommen wären, nicht aus dem Staats- oder im Finanzministerium. Trotz der "Bremser" hat Gabriele Warminski-Leitheußer einige langjährige Forderungen von Bildungsexperten im Land erfüllt.

So wurde die verbindliche Grundschulempfehlung abgeschafft, alle Werkrealschüler können die zehnte Klasse besuchen und die pädagogisch wertvolle Gemeinschaftsschule wurde eingeführt. Das neunjährige Gymnasium wurde wieder eingerichtet, denn 80 Prozent der Eltern möchten ihre Kinder lieber stressfrei zum Abitur führen.

Seit zig Jahren warteten Pädagogen und Eltern auf eine Bildungsreform, die ihren Namen verdient. Im Gegensatz zu den "Versuchsschulexperten" Mayer-Vorfelder, Rau, Schavan, oder Schick hat Frau Warminski-Leitheußer ihren Job in Gesetze gegossen - Chapeau!

© Mannheimer Morgen, Donnerstag, 31.01.2013

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