Hockey:
TSVMH-Damen scheitern bei der Hallen-DM in Berlin am Club an der Alster / Mangelnde Chancenverwertung reicht nicht für das Endspiel
Im Halbfinale einmal mehr Endstation
Von unserem Mitarbeiter Andreas Martin
Ein Quantum Trost aus der Trinkflasche: Auch Spielführerin Tonja Fabig hatte am Halbfinal-Aus zu knabbern.
© Przybilla
Berlin.
Den Damen des TSV Mannheim-Hockey blieb beim Finale um die deutsche Hallenhockey-Meisterschaft gestern nur die Zuschauerrolle auf der Tribüne der Berliner Max-Schmeling-Halle. Wie bereits im Vorjahr war für den Süd-Meister im Halbfinale am Samstag Schluss. Mit 1:2 (0:1) mussten sich die Mannheimerinnen dem Hamburger Club an der Alster geschlagen geben.
2005 hatte es dieses Halbfinale schon einmal gegeben, damals siegten die Hamburgerinnen nach Verlängerung mit 5:3. In die Extraspielzeit ging es vor den 800 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle am Samstag nicht, doch eng war das Halbfinale zwischen beiden Mannschaften erneut. Am Ende jubelte wieder Alster, das somit ins Finale gegen den Berliner HC einzog. Im zweiten Halbfinale hatte der DM-Ausrichter den Titelverteidiger Rot-Weiss Köln mit 6:3 (3:2) entthront. Der BHC setzte seinen Siegeszug gestern im Endspiel fort und siegte vor 2100 Zuschauern gegen Alster mit 5:3 (1:1). Den Hanseaten blieb wie 2012 nur Platz zwei.
"Natürlich haben wir früh ein blödes Gegentor bekommen, aber insgesamt standen wir defensiv sehr gut. Wir müssen unsere Möglichkeiten verwerten", trauerte TSVMH-Trainer Uli Weise am Samstag den vergebenen Chancen nach.
"Gegen Alster scheint sich das für mich zum Fluch zu entwickeln", sind die Hanseaten für TSV-Ersatztorhüterin Viola Schmitt alles andere als ein Lieblingsgegner. "2009 habe ich mit dem Düsseldorfer HC das Halbfinale gegen sie verloren, 2012 mit dem Münchner SC das Viertelfinale und nun mit den TSV-Damen das Halbfinale", lässt sich die groß gewachsene Keeperin aber nicht unterkriegen, die 2010 Teil jener Mannschaft war, die in der Max-Schmeling-Halle den Titel nach Mannheim holte. Damals ebenfalls mit dabei waren Corinna Przybilla, Laura Keibel und die aktuelle Spielführerin Tonja Fabig, die eine tolle Partie ablieferte und daher umso enttäuschter war, dass es mit dem Finaleinzug, wie schon ein Jahr zuvor nicht geklappt hat. "Letztendlich hat sich dann die Erfahrung von Alster durchgesetzt", räumte Fabig ein.
Nach Führung durch Katharina Scholz (2.) verlegten sich die Hanseatinnen darauf, auf Fehler zu spekulieren. Das Spiel machten die Schwarz-Weiß-Roten, die in der 11. Minute die Riesenchance zum 1:1-Ausgleich hatten, als Laura Kandt das leere Tor verfehlte. Aline Bessling brachte eine Minute später nicht genügend Druck hinter den Ball, der damit leichte Beute von Alster-Torhüterin Karin Blank wurde.
Das 1:1 durch Laura Kandt per Strafecke (33.) war hoch verdient. 10:07 Minuten vor Ende ertönte von Schiedsrichterin Michelle Meister (Köpenicker HC) bei einer nicht eindeutig zu beurteilenden Situation ein Eckenpfiff gegen die TSV-Damen. Die Folge war das 2:1 für Alster durch Christina Schütze.
Der TSV nahm in der Schlussphase zugunsten einer sechsten Feldspielerin seine gute Torhüterin Friederike Schreiter vom Parkett und haderte mit der Schiedsrichterin, die bei einer Diskussion mit den Mannheimerinnen 1:37 Minuten vor Spielende die Uhr weiterlaufen ließ. Dass daraus eine Strafecke für Alster entsprang, die dem TSV die letzte Chance auf den Ausgleich raubte, erhitzte die Gemüter bei den Kurpfälzern zusätzlich. Jetzt haben die TSV-Damen zwei Wochen Pause, dann beginnt die Vorbereitung auf die Rückrunde im Feld, die ab 23. März ansteht.
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