Das, was sich zurzeit in Mannheim abspielt, gehört in die die Rubrik "Das darf doch nicht wahr sein". Die vor zweieinhalb Jahren begonnene Sanierung des Eissportzentrums Herzogenried kommt nicht voran, doch die Gründe bleiben im Dunkeln.
Von Abrechnungsproblemen ist die Rede, doch der städtische Auftraggeber Fachbereich Immobilien-Management schweigt sich aus. Der Hausherr Fachbereich Sport- und Freizeit lässt noch andere Streitpunkte durchblicken, scheint aber hilflos, seine Interessen - und damit die der Eissportler - durchzusetzen. Dass diese im Kleinkrieg der Behörden und Firmen auf der Strecke bleiben, ist das Schlimmste.
Für eine Kommune, die sich als Sportstadt lobt, ist das ein blamabler und untragbarer Zustand. 23 Jahre hat es gedauert, bis Mannheim nach dem EZH-Brand Ende 1988 wieder Bundesstützpunkt im Eiskunstlauf wurde. Nur die verbesserten Trainingsbedingungen ermöglichten es Sarah Hecken, sich in der Weltspitze zu etablieren. Im Januar 2011 vergab die Deutsche Eislauf-Union diesen Status im Vertrauen darauf, dass die Sanierung des EZH schnellstmöglich über die Bühne gehen würde. Kein Wunder, dass sie sich getäuscht sieht und droht, den Bundesstützpunkt wieder zu entziehen. Und das zwei Jahre vor den Olympischen Spielen.
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