Es ist einigermaßen schwierig, eine Saison zu bilanzieren, die nicht nur die Anhänger des VfR Mannheim ratlos zurücklässt. Die Rasenspieler zeigten zwei grundverschiedene Gesichter: Einer traumhaften Hinrunde folgte eine alptraumartige Rückserie, der Euphorie der Herbstmeisterschaft die große Ernüchterung.
Es wird wohl eine Weile dauern, ehe die Enttäuschung über den verpassten Titel verarbeitet ist. Im Rückblick wird dann der Stolz auf eine außergewöhnliche Saison überwiegen, die dem Klub erstmals seit 1985 die Vizemeisterschaft in der Oberliga bescherte.
Gründe für den Leistungsabfall gab es viele. So war der Substanzverlust im Kader nach den Ausfällen von Leistungsträgern wie Kaan Erdogdu oder Victor Oppong einfach zu groß und konnte nicht kompensiert werden. Allzu oft fanden die Mannheimer kein geeignetes Mittel, um sich auf Gegner einzustellen, die in der Rückrunde viel defensiver agierten. Mancher Spieler schien zudem vergessen zu haben, dass die Herbstmeisterschaft nicht vom Himmel gefallen war, sondern auf knallharter Arbeit basierte. Hinzu kamen hausgemachte Probleme, Streit um ausstehende Prämien aus der Vorsaison, was letztendlich dazu führte, dass der Fokus nicht mehr ausschließlich dem Fußball galt.
Um die sportliche Zukunft des VfR Mannheim muss dessen Anhängern dennoch nicht bange sein. Das Gerüst der Mannschaft steht. Und Trainer Kenan Kocak hat im vergangenen Jahr schon einmal bewiesen, dass er aus vergleichsweise bescheidenen Mitteln eine schlagkräftige Truppe formen kann.
Leser-Kommentare
Aufgrund von nicht freigegebenen Kommentaren kann die Anzahl dargestellter Kommentare abweichen