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Fußball: Gabriel Reiß hat mit seinen starken Auftritten großen Anteil am Aufschwung bei Viktoria Neckarhausen

Leistungsträger ohne Training

Archiv-Artikel vom Dienstag, den 12.02.2013

Von unserem Mitarbeiter Andreas Nowey

Konzentration auf den Ball: Gabriel Reiß erzielte in dieser Saison drei Tore in 13 Einsätzen.

© Nix

NECKARHAUSEN. Vor einem Jahr stand der FC Viktoria Neckarhausen zu Beginn der Rückrunde noch mit dem Rücken zur Wand. Mit nur einem Sieg aus 18 Spielen stand der Traditionsklub als Tabellenletzter bereits mit einem Bein in der B-Klasse. Doch Trainer Christian Michler riss das Ruder herum, führte den Verein auf einen rettenden Platz 14 und in der neuen Saison zur Halbzeit ins gesicherte Mittelfeld. "Man darf mit dem bisherigen Saisonverlauf nicht unzufrieden sein, aber bei genauerem Betrachten wäre schon noch der eine oder andere Punkt drin gewesen", sagte Michler.

Einer, der einen großen Anteil am aktuell achten Tabellenrang hat, ist Gabriel Reiß. Der defensive Mittelfeldspieler wechselte vor der Saison vom FC Germania Friedrichsfeld an die Porschestraße. Experten dürfte der Name ein Begriff sein, denn sein älterer Bruder Thorsten spielt beim Regionalligisten SV 07 Elversberg. "Mein Bruder hat immer den Fußball in den Vordergrund gestellt. Früher wurde sogar gesagt, dass ich sportlich besser wäre als mein Bruder. Aber das hat mich nie interessiert. Ich freue mich für ihn, dass er es so weit gepackt hat", sagt der Viktoria-Spieler.

Nachtschicht statt Fußball

Gabriel Reiß wurde am 5. Juli 1987 geboren.

Er spielte bislang bei TSV 1846 Mannheim, TSV Neckarau, MFC 08 Lindenhof, FSV Oggersheim, SpVgg Wallstadt und FC Germania Friedrichsfeld, ehe er im Sommer zu Viktoria Neckarhausen wechselte.

Reiß hat in dieser Saison in 13 Einsätzen drei Tore erzielt. wy

Er selbst habe den Fußball in der B-Jugend etwas schleifen lassen. "Wenn ich heute darüber nachdenke, hätte ich es vielleicht auch anders machen können, aber ich will mich nicht beschweren", sagt der 25-Jährige. Während sein Bruder also gegen den Waldhof, Kassel oder Trier spielt, sprintet Gabriel Reiß über die Plätze der Kreisklasse A.

Auch wenn er möglicherweise das Zeug zu mehr hat, seine beruflichen Verpflichtungen verhindern höhere fußballerische Ziele. Die Dauer-Nachtschicht lässt kein Training zu. Darunter leide aber weniger die Kondition, als der Umgang mit dem Ball und das Spielverständnis, erklärt Reiß. Aufgrund seiner Leistungen ist er trotzdem beim A-Ligisten gesetzt. Trainer Christian Michler: "Da Gabriel unheimlich von seiner Kraft lebt, hat man erst gegen Ende der Vorrunde das fehlende Training bemerkt. Da aber jeder im Team weiß, zu welchen Leistungen er fähig ist, war das in der Vorrunde kein Problem."

Seit einiger Zeit plagen Reiß allerdings Knieprobleme. Dennoch möchte er weitermachen, am liebsten in Neckarhausen: "Das wird alles erst so richtig in Angriff genommen, wenn der Klassenerhalt perfekt ist. Natürlich wird man sich dann auch fragen müssen, ob A-Klasse ohne Training noch in Frage kommt."

Vor der Rückrunde steht nun noch der abschließende Formtest gegen den VfR Mannheim II (17. Februar) an. Termin-Glück für Reiß, denn der Waldhof-Fan hat sich den 16. Februar bereits ganz dick im Kalender angestrichen. Dann spielen die Blau-Schwarzen in Elversberg, den Verein von Bruder Thorsten. Reiß kann an diesem Tag eigentlich nicht verlieren.

© Mannheimer Morgen, Dienstag, 12.02.2013

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