Kunsthalle:
Heute Pressetermin mit drei Bürgermeistern / Vorlage für Stadträte geplant / Schon mehrere Erhöhungsbeschlüsse
Altbau-Sanierung wird erneut teurer
Von unserem Redaktionsmitglied Peter W. Ragge
Die historische Treppe vor der Kunsthalle mit den beiden steinernen Löwen.
© Markus Prosswitz / masterpress
Aufwendige Sanierung: der Altbau der Kunsthalle, in dem seit 2011 gearbeitet wird. Fertigstellung soll im Herbst sein.
© Prosswitz
Die Sanierung des Jugendstilbaus der Kunsthalle wird offenbar schon wieder teurer. Nach noch unbestätigten "MM"-Informationen kommen weitere 1,2 Millionen Euro dazu. Offiziell will die Stadt dies heute bei einem Pressetermin auf der Baustelle mitteilen, dessen Einladung nur mit "Aktuelle Entwicklungen" überschrieben ist. Aber es kommen gleich drei Bürgermeister - allein das zeigt, dass es einen besonderen Grund geben muss.
Erster Bürgermeister und Finanzdezernent Christian Specht sowie die Bürgermeister Michael Grötsch (Kultur) und Lothar Quast (Bau) sind angekündigt - eine ungewöhnlich hochrangige Besetzung. Zugleich erhielten die Stadträte den Hinweis, dass die Sanierung des Billing-Baus der Kunsthalle auch auf die Tagesordnung der Sitzung des Hauptausschusses am kommenden Dienstag gesetzt wird. Die Vorlage dazu gibt es aber erst heute.
Diesmal ist das Thema aber auf der öffentlichen Tagesordnung - zuletzt waren die mehrfachen Kostensteigerungen fast immer hinter verschlossenen Türen behandelt worden.
Die Kunsthalle besteht aus zwei Gebäudeteilen. Der Jugendstilbau wurde 1907 von Architekt Hermann Billing zum 300. Stadtjubiläum gebaut, 1909 als Kunsthalle eröffnet. Er wird seit Januar 2011 innen und außen komplett saniert, erhält moderne Dämmung, Verglasung, Beleuchtung, Kälte und Klimakonzept sowie Sicherheitseinrichtungen. 2009 hatte der Gemeinderat zunächst 14,29 Millionen Euro genehmigt. Im November 2011 erfuhren die Stadträte, dass über 17 Millionen Euro nötig sind, weil die Kunsthalle vom Bund für ein "Leuchtturmprojekt energieoptimiertes Sanieren" ausgesucht wurde. Dafür gibt es zwar auch höhere Zuschüsse, doch die Stadt muss wiederum einen Eigenbeitrag leisten. Seither folgten mehrere weitere Erhöhungsbeschlüsse auf 20,5 Millionen Euro. Inzwischen gibt es neun - meist nichtöffentliche - Vorlagen mit dem Betreff "Auftragserweiterung" oder "Auftragserhöhung", die Kostensteigerungen zum Inhalt haben. Im November 2012 hieß es zuletzt, dass man von Kosten von mindestens 21,9 Millionen Euro ausgehen müsse - wenn man zwischenzeitlich erzielte Einsparungen gegenrechnet. Heute sollen genaue Zahlen und die Gründe für die Steigerung genannt werden.
Zuletzt hieß es, dass der sanierte Bau im Mai 2013 von den Bauarbeitern an das Team der Kunsthalle übergeben und im November eingeweiht werde.
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