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Integration: Zahl der Einbürgerungen erreicht Höchststand der vergangenen Jahre / Mehr Anträge von Briten nach „Brexit“

Ansturm auf deutschen Pass

Von unserem Redaktionsmitglied Timo Schmidhuber

Bei Empfängen im Schloss heißt die Stadt regelmäßig die neuen deutschen Staatsbürger willkommen. Unser Bild stammt aus dem Jahr 2015.

© Prosswitz/Topcu

Der 25-jährige Student der Volkswirtschaftslehre Taner Topcu hat sich bereits Ende 2015 einbürgern lassen.

Die 1000er-Marke wurde zwar wieder nicht geknackt - trotzdem verzeichnete Mannheim 2016 bei den Einbürgerungen den Rekordwert der vergangenen Jahre. 957 Ausländer in der Stadt haben den deutschen Pass bekommen. Das sind knapp sechs Prozent mehr als 2015. Die meisten von ihnen stammen nach Rathaus-Angaben aus der Türkei, aus den Ländern des früheren Jugoslawiens, aus dem Irak und aus Polen.

Taner Topcu (kl. Bild) hat sich bereits Ende 2015 einbürgern lassen. Für den 25-jährigen Studenten der Volkswirtschaftslehre war das damit verbundene Wahlrecht der Hauptgrund seiner Entscheidung, erklärt er. "Ich wollte auf kommunaler, auf Landes- und auf Bundesebene meine Stimme abgeben können." Ganz leicht ist ihm der Schritt trotzdem nicht gefallen, denn er musste dafür seine türkische Staatsangehörigkeit aufgeben. "Es wäre schöner gewesen, wenn ich die Möglichkeit gehabt hätte, beide zu behalten", gesteht Topcu. "Für mich war es aber sinnvoller, die deutsche zu haben, weil ich hier lebe. Aber dass man sich entscheiden muss, das stellt für viele ein Hindernis dar."

Für eine Einbürgerung sind mehrere Voraussetzungen nötig. Unter anderem müssen die Ausländer in der Regel acht Jahre rechtmäßig in Deutschland gelebt haben und dürfen nicht strafrechtlich verurteilt sein. Sie müssen ihren Lebensunterhalt selbst verdienen, Deutsch können und sich mit der Gesellschaftsordnung auskennen. Letzteres wird in einem Einbürgerungstest überprüft - ein deutscher Schulabschluss befreit von diesem Test.

Viele Ausnahmen

Wer die deutsche Staatsangehörigkeit annimmt, muss seine bisherige prinzipiell abgeben. Es gibt aber viele Ausnahmen. Unter anderem dürfen EU-Bürger beide behalten, aber auch Menschen aus Ländern, in denen eine Ausbürgerung langwierig oder gar nicht vorgesehen ist.

Seit Ende der 2000er Jahre ist die Zahl der Einbürgerungen in Mannheim rasant gestiegen (siehe Grafik). Das Rathaus nennt als eine mögliche Erklärung dafür die seit 2005 existierenden bundesweiten Integrationskurse, in denen viele Zuwanderer Deutsch gelernt hätten - eine der Voraussetzungen. Seit 2013 wirbt die Stadt zudem mit einer groß angelegten Kampagne unter Migranten, dass diese den deutschen Pass beantragen. In ihrem Flyer führt sie die vielen Vorteile auf: Dass Eingebürgerte in Deutschland wählen und gewählt werden dürfen. Dass mit einem deutschen Pass bei Reisen in viele Länder kein Visum mehr nötig ist. Und natürlich dass die Migranten für ihr Leben in Deutschland keine Aufenthaltserlaubnis mehr brauchen. Die Kampagne, so heißt es aus dem Rathaus, werde bis Ende des Jahres weitergeführt. In Mannheim leben rund 138 000 Menschen mit Wurzeln in einem anderen Land - rund 42 Prozent davon haben einen deutschen Pass.

Auch andere Städten in der Region vermelden für 2016 gestiegene Einbürgerungszahlen: Ludwigshafen verzeichnet 893 neue Bürger mit deutschem Pass, wie in Mannheim ein Plus von knapp sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In Heidelberg bedeuten die 444 Personen sogar ein Plus von knapp elf Prozent. Für den Zuwachs dort um 48 Personen verglichen mit 2015 sind vor allem viele Briten verantwortlich, die als Reaktion auf den "Brexit", den EU-Austritt ihres Landes, Deutsche werden wollten: 44 Britinnen und Briten wurden in Heidelberg eingebürgert - im Vorjahr hatte niemand von der Insel einen solchen Antrag gestellt.

"Kann ich jedem nur empfehlen"

Auch in Mannheim bekamen 18 Briten einen deutschen Pass - 2015 wollte keiner einen. In Ludwigshafen gab es mit 15 Anträgen von Briten mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr. Die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten habe dagegen noch zu keinen Anträgen von Amerikanern geführt, heißt es aus den drei Rathäusern. Taner Topcu ist unterdessen immer noch sehr zufrieden mit seiner Entscheidung. "Ich kann nur jedem empfehlen, diesen Weg zu gehen und die deutsche Staatangehörigkeit zu beantragen."

© Mannheimer Morgen, Donnerstag, 12.01.2017

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