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Eiserne Hochzeit: Jubiläum von Manfred und Ursula David

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Archiv-Artikel vom Donnerstag, den 14.02.2013

Seit 65 Jahren ein Paar: Ursula und Manfred David.

© Tröster

"Wir haben versucht, unterschiedliche Auffassungen durch Kompromisse zu lösen." Darin sieht Alt-Bürgermeister Manfred David die Erklärung für seine dauerhafte Ehe. Vor 65 Jahren haben sich Ursula (87) und Manfred David (86) das Ja-Wort in Weimar gegeben. Heute können sie Eiserne Hochzeit mit ihren beiden Töchtern und Enkeln feiern. Auf gute und düstere Zeiten im Dienste des Gemeinwohls blickt Manfred David zurück und erinnert sich: Während der Schulaufführung von "Peterchens Mondfahrt" erwachte die Liebe. Der Niederschlesier aus Breslau war Schulleiter in der nach dem Zweiten Weltkrieg sowjetisch Besetzen Zone, und Ursula führte Regie. Als die politischen Verhältnisse untragbar wurden, musste das Ehepaar eine erste schmerzliche Entscheidung treffen. Es verließ Thüringen wenige Monate nach der Heirat, Ende 1948; die kleine Tochter Karin musste für einige Jahre bei den Großeltern bleiben.

Viele Ortswechsel

In Frankfurt wagten beide den Neubeginn, der Erfolg stellte sich rasch ein. Manfred David wurde Schulrektor; in der SPD stieg er zum Stadtverordneten auf. Und wieder bahnte sich ein Ortswechsel an. Seine Autobiografie "Stationen meines Lebens" schildert, wie das Ehepaar nach Mannheim zog und sich auf der Vogelstang einnistete. Mit energischer Durchsetzungskraft und diplomatischem Geschick prägten die Eheleute ab 1967 das Gesicht der Quadratestadt.

Sie übernahm zahlreiche Ehrenämter und leitete von 1997 bis 2003 den Seniorenrat. Er avancierte vom Sport-, Schul- und Kulturbürgermeister zum Ersten Bürgermeister und setzte bis 1989 bleibende Zeichen. Ungeachtet des hohen Alters nehmen Ursula und Manfred David regen Anteil am öffentlichen Leben. Der SV Waldhof wählte ihn zum 1. Vorsitzenden seines Wahlausschusses. Der Freundeskreis der Stadtbibliothek Vogelstang ist dankbar dafür, dass David als Erster Vorsitzender seine Erfahrung, Autorität und Beredsamkeit einsetzt, um den Erhalt einer Kulteinrichtung zu sichern, die er übrigens selbst aus der Taufe hob. ML

© Mannheimer Morgen, Donnerstag, 14.02.2013

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