Q 6/Q 7:
Noch in diesem Sommer soll jetzt doch der Startschuss zum Großprojekt von Diringer & Scheidel fallen / Eröffnung 2016
Der größte Bau seit dem Schloss
Von unserem Redaktionsmitglied Roger Scholl
Viel mehr als nur ein Einkaufsplatz: So soll das neue Stadtquartier Q 6/Q 7 künftig aussehen.
© Prosswitz/ZG
Es ist das größte Projekt in der Mannheimer Innenstadt seit dem Bau des kurfürstlichen Schlosses: das neue Stadtquartier Q 6/Q 7. Nach einer über zweijährigen Verzögerung soll nun doch im Sommer dieses Jahres der Startschuss für das Mammut-Vorhaben fallen. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Stadt stellten OB Peter Kurz, Heinz Scheidel und Richard Engelhorn die neuen Eckdaten des Quartiers gestern vor. Es wird entgegen vorheriger Planungen nun noch größer und mit 295 Millionen Euro auch um gut 35 Millionen Euro teurer als geplant. Nach wie vor ist man freilich noch nicht einig mit Bauhaus, das für seine Filiale in Q 7 einen Mietvertrag bis 2015 besitzt. Scheidel sprach von "guten Verhandlungen" und einem möglichen Alternativ-Standort für das Baumarkt-Unternehmen in R 5, wo jetzt noch das Hoch-Parkhaus steht.
Stillstand? Den habe es nie gegeben, verkündete Heinz Scheidel, der Chef von Diringer & Scheidel, seinem verblüfften Publikum: "Wir haben unser Projekt hinter den Kulissen stetig weiterentwickelt." So lässt sich auch der Kostensprung von 35 Millionen Euro erklären: ein Haus in Q 7 an der Freßgasse dazu gekauft, neue Planungen für die Kleine Freßgasse dort, die man nun wegen statischer Schwächen mitsamt dem Parkhaus abreißt und neu baut.
Und der Anspruch des Projekts ist klar formuliert: Man will kein Handelszentrum bauen, sondern strebt nach Urbanität, nichts weniger als ein neues Stadtquartier soll hier entstehen mit Nutzungen, die dem großen Ganzen einer Innenstadt entsprechen: Shoppen, Wohnen, Arbeiten, Ausspannen auf einem Fleck. Übersetzt in Architektur bedeutet das 90 hochwertige Mietwohnungen, auf fast 30 000 Quadratmetern Läden und Lokale, an die 5000 Quadratmeter Büros, 6800 Quadratmeter mit Arztpraxen, einem Fitness-Studio und Wellness-Bereichen. Dazu kommt ein Vier-Sterne-Hotel mit 216 Zimmern, 18 davon als Langzeit-Appartements, acht Suiten, und eine Tiefgarage, die sich unter beiden Quadraten durchzieht mit 1280 Plätzen. Unterm Strich addiert sich all das auf eine Bruttogeschossfläche von gigantischen 153 000 Quadratmetern.
Los geht es dann auf jeden Fall im Sommer 2012, schließlich sieht die Stadt, so OB Peter Kurz und sein Baudezernent Lothar Quast übereinstimmend, keine Bedenken, was die Baugenehmigung betrifft. Man reißt zunächst Q 6 ab, beginnt dann parallel mit dem Bauarbeiten in beiden Quadraten. Gut ein Jahr lang dröhnen Abrissbirnen und Bagger durch die City, bis schließlich 2013 der Rohbau aus der Baugrube wachsen soll. Im Sommer in drei Jahren will man dann sämtliche Rohbauarbeiten abgeschlossen haben.
"Plan B" wird ausgearbeitet
Das freilich ist "Variante A", doch es gibt auch einen "Plan B", wie Scheidel auf "MM"-Nachfrage bestätigte. Sollte man - "wider Erwarten" - keine zeitnahe Lösung mit Bauhaus finden, sei man in der Lage, die Bauabläufe zeitlich entsprechend umzusteuern. "Aber davon gehen wir nicht aus", so der Investor, "wir wollen in jedem Fall im Frühjahr 2016 unser neues Stadtquartier hier eröffnen." Einen Komplex, wie ihn die Innenstadt noch nicht gesehen hat.
Leser-Kommentare
Aufgrund von nicht freigegebenen Kommentaren kann die Anzahl dargestellter Kommentare abweichen