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Soziales: Das Studentenprojekt „Rock Your Life“ soll Werkrealschülern unterstützen und ihnen zeigen, dass Lernen Spaß machen kann

Ein Vorbild und Freund für zwei Jahre

Archiv-Artikel vom Dienstag, den 11.02.2014

Von unserem Redaktionsmitglied Janek Rauhe

Trotz Altersunterschieds gute Freunde: Akin (links) mit seinem Mentor Benedikt Kemper. Gemeinsam verbringen sie einige Zeit miteinander, sprechen über die Ausbildung und treiben zusammen Sport.

© JRAU

Es ist eine Freundschaft auf Zeit. Zwei Jahre sind der Student Benedikt Kemper und der Werkrealschüler Akin, der seinen Nachnamen nicht in der Zeitung lesen möchte, ein Team. Seit etwas mehr als einem Jahr verbringen sie mehrmals im Monat Zeit miteinander. Sie gehen gemeinsam ins Fitnessstudio, spielen Basketball im Freien und "hängen zusammen ab", wie Kemper die gemeinsame Freizeit nennt. Akin nennt den Studenten nur "Kollegen", was so viel wie guter Freund heißen soll.

Zusammengeführt hat sie das Studentenprojekt "Rock Your Life", das vor sechs Jahren in Friedrichshafen gegründet wurde. Seit Dezember 2012 gibt es auch einen Ableger in Mannheim, bei dem etwa 80 Studenten mitmachen. Das bundesweite Mentorenprogramm soll vor allem Haupt- und Werkrealschüler unterstützen und ihnen vermitteln, dass das Lernen Spaß machen kann.

"Speed-Dating" mit Studenten

Studenten als Helfer

Studenten aller Fachrichtungen können Mentoren werden. Aktuell nehmen Studenten der Betriebswirtschaftslehre, der Medizin und der Sozialwissenschaften teil.

Die Studenten engagieren sich ehrenamtlich.

In Mannheim kooperiert "Rock Your Life" nach eigenen Angaben mit lokalen Unternehmen und Bildungszentren.

Nicht alle Student-Schüler-Beziehungen halten die geplanten zwei Jahre. "Manchmal fehlt einfach die Sympathie", sagt Mentor Benedikt Kemper. jrau

"Benedikt ist wie ein Kumpel", sagt der 16 Jahre alte Akin über seinen zehn Jahre älteren Mentor. "Wir haben uns gleich gut verstanden", ergänzt Kemper. Kennengelernt haben sich beide in der Humboldt-Werkrealschule in der Neckarstadt. Dort haben die Studenten ihr Projekt in der achten Klasse vorgestellt. Die Schüler konnten in einer Art "Speed-Dating" jeden Mentor fünf Minuten ausfragen. Am Ende durften sich die Jugendlichen einen der 15 Mentoren aussuchen. Er habe sich gleich für Benedikt entschieden, berichtet Akin.

Jetzt ist der Schüler in der neunten Klasse und steht kurz vor dem Abschluss. "Ich möchte später gerne studieren, am liebsten Maschinenbau", sagt der 16-Jährige. So einen Lebensweg sollen Mentoren wie Kemper fördern, auch wenn Akin dieses Ziel schon länger vor Augen hat: "Mein Bruder, der gerade Maschinenbau studiert, ist mein Vorbild. Schon vor ,Rock Your Life' wollte ich seinen Weg einschlagen." Kemper musste den Jugendlichen nicht mehr für eine gute Ausbildung begeistern. "Ich muss nur helfen, dass er am Ball bleibt." In anderen Familien sei es oft schwieriger. "Dort haben die Schüler den Spaß am Lernen verloren."

Spielerisch die Noten der Schüler zu verbessern, sei sicherlich ein Ziel des Projekts, sagt Kemper. "Eine kostenlose Hausaufgabenhilfe sind wir aber nicht." Gezielt beginne das Projekt in der achten Klasse. Bis zum Abschluss sei dann noch genug Zeit, um die Schulkarriere vielleicht noch positiv zu beeinflussen.

Durch das Projekt habe er auch Klischees über Werkrealschulen ablegen können, sagt Kemper. "Es gibt keine Bildungsgerechtigkeit in Deutschland." Nicht alle Kinder und Jugendlichen hätten es im Schulalltag einfach, etwa weil die Eltern nicht helfen könnten oder eine Sprachbarriere den Bildungsaufstieg verhindere. "Dennoch gibt es viele engagierte Lehrer an diesen Schulen."

Vorbereitet auf die Rolle eines Mentors werden die Studenten in speziellen Kursen, die das "Rock-Your-Life"-Projekt allen Teilnehmern anbietet. Die regionalen Ableger organisieren auch Gruppenausflüge, um den Schülern die anfängliche Unsicherheit zu nehmen. "Einige Schüler trauen sich nicht, uns zu duzen", berichtet Kemper. Der Respekt vor den jungen Erwachsenen sei oft zu groß. Doch je mehr Zeit Mentor und Trainee miteinander verbringen würden, umso entspannter werde die Beziehung.

Der Mentor wird zum Schüler

"Rock Your Life" kooperiert auch mit regionalen Unternehmen. So können die Schüler, die an dem Projekt teilnehmen, auch ein Kurzpraktikum bei den Partnerbetrieben absolvieren. "Wir stellen den Unternehmen schließlich lernwillige und fähige Werkrealschüler vor."

Aber nicht nur die Ausbildung in einem Betrieb zeigen die Mentoren den Schützlingen. Kemper nahm Akin einmal mit in eine Vorlesung an der Universität, um ihm den Hochschulalltag zu zeigen. "Ich wollte Akin vermitteln, dass er sich auch für andere Fächer einschreiben kann. Er interessiert sich sehr für Sport, vielleicht wäre Fitnessökonomie etwas für ihn."

Doch auch der Mentor lernt von seinem Schüler. Im August absolviert Kemper ein Auslandssemester in Istanbul, und Akin hilft bei der Vorbereitung: "Ich bringe Bene jetzt schon in einem kleinen Sprachkurs ein bisschen Türkisch bei."

© Mannheimer Morgen, Dienstag, 11.02.2014

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