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Jugendarbeit: Unter dem Motto „Für Toleranz und Fairplay“ kicken Jugendliche auf Asphaltplätzen – neben Technik und Spielstärke ist Zwischenmenschlichkeit gefragt

Fair zu sein ist alles bei der Straßen-WM

Archiv-Artikel vom Freitag, den 01.07.2016

Von unserem Redaktionsmitglied Florian Balle

Dribbeln für die Achtsamkeit: Mannschaften der IGMH (in Schwarz für Deutschland) und der Geschwister-Scholl-Schule (rote Trikots für Costa Rica) traten am Finaltag der WM gegeneinander an. Die Länder wurden ausgelost.

© Prosswitz

Bei der 15. Straßenfußball-WM ging es nicht so sehr um Sieg oder Niederlage: Passend zum Motto standen Toleranz und Fairness im Mittelpunkt der insgesamt neun Spieltage. Seit dem 6. Juni haben rund 700 Schüler an der Mannheimer Weltmeisterschaft teilgenommen.

An acht Spieltagen hatten sich 16  Mannschaften für das Finale beim Jugendtreff Lindenhof qualifiziert. Sie tragen Turniernamen wie "Bad Boys", "Spezialagenten" oder "Mir fällt nichts ein". Die Integrierte Gesamtschule Mannheim-Herzogenried (IGMH) ist mit dem Team "Albania" vertreten. Denn jede Mannschaft repräsentiert ein Land. Welches, das wurde vorher ausgelost. Die zwei besten Mannschaften jedes Spieltages treten auf dem Gelände am Pfalzplatz gegeneinander an. Dabei greifen Jungen und Mädchen der Jahrgänge 2001 bis 2004 auf dem von Banden umrahmten Asphaltspielfeld Kleintore an.

Extra-Punkt für Mädchen

Alles zur Weltmeisterschaft

  • An der Mannheimer Straßenfußball-WM haben rund 700 Schüler teilgenommen.
  • Die ersten drei Plätze 2016: Gold: Portugal (Geschwister-Scholl-Schule), Silber: Argentinien (Elisabeth-Gymnasium), Bronze: Costa Rica (Geschwister-Scholl-Schule).
  • Es gab acht Spieltage sowie ein Finale. Dabei traten am Jugendtreff Lindenhof 16 Mannschaften gegeneinander an.
  • Jugendliche der Jahrgänge 2001 bis 2004 kickten um den Weltpokal.
  • Veranstalter waren die Sportkreisjugend Mannheim, der Mannheimer Fachbereich Sport und Freizeit sowie Jugendarbeit Mobil.
  • Besondere Regeln: Von Mädchen erzielte Tore zählen doppelt. Es gab außerdem bis zu drei Fair-Play-Punkte pro Spiel.
  • Weitere Fair-Play-Punkte konnten die Mannschaften zum Beispiel für Händeschütteln und La-Ola-Wellen sammeln.
  • Ein Spiel dauerte sechs Minuten.

Der Fachbereich Sport und Freizeit der Stadt Mannheim organisiert die Jugendsport-Veranstaltung gemeinsam mit der Sportkreisjugend und "Jugendarbeit Mobil". Von Süd nach Nord wurde die Stadt zuvor mit Straßenfußballfieber überzogen: Sieben Spielorte befanden sich an Mannheimer Schulen, zwei bei Begegnungsstätten für Jugendliche.

Punkte gibt es bei der Straßenfußball-WM nicht nur, wenn ein Ball ins Netz geht: Auch werden pro Spiel je drei so genannte "Fairplay-Punkte" ausgespielt. "Wir müssen vor dem Spiel die Hände der Gegner schütteln, nach dem Spiel eine La-Ola-Welle machen und dürfen nicht von weit weg auf das Tor schießen", erklärt Rian Quraishi. Doch damit nicht genug: Von Mädchen erzielte Tore zählen doppelt. Und: Damit eine Mannschaft ein Spiel gewinnen kann, muss ein Mädchen ein Tor schießen. Werden die weiblichen Kicker also übervorteilt? "Nein, nein, alles cool", sagt Salvatore Cutruneo, der für die Elfenbeinküste antritt.

"Weil es einfach Spaß macht"

Können Jungs den Nachteil durch besseres Spiel ausgleichen? Salvatore nickt verschämt. Er nimmt zum dritten Mal an der Straßenfußball-EM teil. Warum? "Weil es einfach Spaß macht!"

Sechs Minuten sind rum, Michael Holzwart von der Sportkreisjugend verrechnet die erzielten Tore in einem ausgeklügelten Verfahren mit Fairplay-Punkten, diskutiert mit den jugendlichen Spielern, welcher Mannschaft wie viele der begehrten Zähler zustehen und kürt die Sieger. Dann ruft er die Mannschaften der nächsten Partie zur Teambesprechung. Vor jedem Match stimmen die Spieler nicht nur ihre Taktik ab: Sie würfeln auch aus, welche Fairplay-Regeln bei diesem Spiel eingehalten werden müssen. Und da sind noch die Spielleiter, die besonderen Wert darauf legen, jegliche Form von Manipulation zu vermeiden.

"Das Turnier wirbt für Toleranz", erklärt Elke Rapp, eine der Organisatorinnen und zugleich Sprecherin des Turniers. "Das bedeutet auch: Andere zu loben, wenn sie etwas gut gemacht haben, und mit Misserfolg umzugehen lernen." Auf diese Weise lernen die Jugendlichen von der Pike auf nicht nur, ihre Wadenmuskeln und das Schießen mit Spann zu trainieren: Sie schulen nebenbei ihre Teamfähigkeit, üben Konfliktlösungsstrategien und Techniken der Streitmoderation. Und es funktioniert: Die Jugendlichen halten Regeln wie "Nach jedem Tor wird geklatscht" gerne ein. Vielleicht muss man Begeisterung auch gar nicht verordnen. Als die Sonne sich neigt, gönnen sich die abgekämpften Spieler eine Auszeit im Häuschen des Jugendtreffs, Ehrenamtliche servieren Apfelschorle.

Ach, ja, auf dem Siegertreppchen stehen am Ende: die Geschwister-Scholl-Schule für Portugal und das Elisabeth-Gymnasium für Argentinien. Ein weiteres Team der Geschwister-Scholl-Schule erzielt für Costa Rica den dritten Platz. Aber, wie gesagt: Gewinnen ist gar nicht so wichtig.

© Mannheimer Morgen, Freitag, 01.07.2016

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