Das Wetter des Monats:
Dezember ohne große Lichtblicke / Trotzdem eine passable Jahresbilanz 2012
Feuchtes Fest mit Grauschleier
Von unserem Redaktionsmitglied Susanne Räuchle
Neckar in voller Stärke: Das Adventswasser bescherte den Flüssen im Dezember großen Zulauf.
© Prosswitz
Von wegen weiße Weihnacht: Viel zu lau, zu trüb und am Ende patschnass präsentierte das Wetter zum Finale keine "coole" Leistung. In Gummistiefeln und Ostfriesennerz konnte man durch die Feiertage spazieren. "Ein zu warmer Monat", bilanziert denn auch unser meteorologischer Experte Bernd Fischer von der Wetterstation Mannheim. Mit 3,9 Grad im Durchschnitt lag der Dezember um 1,7 Grad über dem langjährigen Mittel - und zeigte sich dabei mit nur 37,8 Sonnenstunden äußerst bedeckt, eine Grau-in-Grau-Inszenierung ohne große Lichtblicke aber mit sehr regenreichen Einlagen. 82, 9 Liter pro Quadratmeter bescherten zum Schluss eines trockenen Jahres doch noch eine ordentliche Dusche für die Statistik und die wirkten sich auf die Jahresmenge von 606,4 Litern positiv aus.
Wärmerekord am 25. Dezember
Besonders mild gab sich der erste Weihnachtsfeiertag, mit 14,9 Grad brachte es der 25. Dezember auf die geradezu palmwedelwarme Höchstmarke als der wärmste erste Feiertag seit 1899 - absoluter Rekord, nur 1983 war mit 14,4 Grad eine ähnliche Erscheinung gemessen worden. Also keine Spur von Schneeflöckchen, Weißröckchen, nichts kam geschneit. Lediglich am 9. und 10 Dezember deutete sich mal für Stunden eine flockige Phase an, die aber - laut automatischer Messung - mit zwei Zentimetern keine bodendeckende Rodelqualität erreichte, vielmehr eher an Kurt Tucholskys Wetterbeobachtung anknüpfte: "Es wird eine Art Schnee geliefert, der sich, wenn er die Erde nur von weitem sieht, sofort in Schmutz auflöst."
Kurz-Infos zum Luftdruck in der Quadratestadt und in der Region und zu historischen Daten geben die Experten von der Beobachtungsstation auf der Vogelstang im Auftrag des Deutschen Wetterdienstes unter der Telefonnummer 0621/702 78 21.
Die Wetterwarte zog im Jahre 1975 von der Gartenstadt an den Rand des Ortsteils Vogelstang an den Köthener Weg. Zeitweise war sie rund um die Uhr besetzt, momentan noch von 5 bis 17 Uhr.
Die Wetter-Statistik gibt's auch unter www.morgenweb.de. mai
Und der die Flüsse massiv anschwellen ließ: In drei Wellen kam das traditionelle Adventswasser an. Den Pegelhöchststand maß das Wasser- und Schifffahrtsamt Mannheim auf dem Rhein am 25. Dezember, als die Marke von 6,58 Metern erreicht wurde, und auf dem Neckar war am 29. Dezember mit 6,73 Meter das Maß voll, musste zeitweilig auch die Schifffahrt ab der Feudenheimer Schleuse eingestellt werden.
Ansonsten im Rückblick aufs Klima 2012 ein gar nicht so mieses Jahr. Der Sommer hatte mit 71 Tagen über 25 Grad doch eine ausgiebige Badesaison zu bieten und liegt auf einem erstaunlichen elften Platz in der Hitliste, die vom Hitzejahr 2003 mit 103 Sommertagen angeführt wird. Im August wurde mit 37,5 Grad ein Spitzenwert gemessen, der sechstwärmste Tag seit 1892. Und der April hatte sogar eine absolute 32-Grad-Sensation zu bieten. So was gab's noch nie. Wobei auch der Oktober mit -5,5 Grad als eiskaltes Extrem in die Glieder fuhr. Doch das ist Schnee von gestern, jetzt schauen die Wetterspezialisten in die nahe Zukunft, und da ist immer noch kein richtiger Winter in Sicht.
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