DAS NACHRICHTENPORTAL RHEIN-NECKAR

Samstag, 01.10.2016

Suchformular
 
 
Feudenheim Friedrichsfeld Innenstadt / Jungbusch Innenstadt / Jungbusch Käfertal Lindenhof Neckarau Neckarstadt Ost / Wohlgelegen / Herzogenried Neckarstadt Ost / Wohlgelegen / Herzogenried Neckarstadt Ost / Wohlgelegen / Herzogenried Neckarstadt West Neuostheim / Neuhermsheim Neuostheim / Neuhermsheim Oststadt / Schwetzingerstadt Oststadt / Schwetzingerstadt Rheinau / Hochstätt Sandhofen Schönau Seckenheim Vogelstang Waldhof / Gartenstadt / Luzenberg Waldhof / Gartenstadt / Luzenberg Waldhof / Gartenstadt / Luzenberg Wallstadt

Lieber Leser, bitte aktivieren sie Cookies, um in den vollen Genuss unseres Angebotes zu kommen.

  • Drucken
  • Senden

Prinz-Haus: Nach dem Sturz eines Obdachlosen in T 1 geht die Polizei nicht mehr von Fremdverschulden aus

Gefallen – und nicht beraubt 

Archiv-Artikel vom Donnerstag, den 24.01.2013

Von unserem Redaktionsmitglied Roger Scholl

Aufräumarbeiten: Ein klaffender Abgrund tut sich auf. Arbeiter füllen Fässer mit Unrat aus der Immobilie - und finden ein "Nachtlager".

©  Troester
© Troester
© Troester

Überraschende Wende in den Ermittlungen wegen des Sturzes eines Obdachlosen im ehemaligen Prinz-Haus am 8. Januar (wir berichteten): Nach Informationen des "MM" geht die Polizei mittlerweile nicht mehr davon aus, dass der 46-jährige Litauer abends in der "Sorgen-Ruine" an der Breiten Straße überfallen und beraubt wurde. Befragungen hätten inzwischen ergeben, dass der Mann, der ursprünglich angegeben hatte, Unbekannte hätten ihm in dem Abriss-Gemäuer den Geldbeutel abgenommen und ihn in einen Schacht gestoßen, wohl ohne Fremdeinwirkung vier Meter tief hinabgestürzt ist. Und auch seine Börse, so habe der Obdachlose inzwischen eingeräumt, sei ihm Monate zuvor schon abhanden gekommen.

Gestern Morgen in der Ruine: Arbeiter der Firma Bernd Brems aus Biblis räumen fassweise Unrat aus den Etagen. Die Bilder, die sich einem im Inneren des Gebäudes offenbaren, legen den Verdacht nahe, dass die windgeschützen Winkel des Hauses wohl schon länger als Schlafstatt genutzt worden sind: ein Matratzenlager mit Decken und Kissen und einer Reisetasche, davor ein Koffer, Schnürschuhe, Socken. Die Polizei weiß von den nächtlichen "Gästen" der Ruine, auch aus der Nachbarschaft hatte es immer wieder Beschwerden über die Zustände in T 1 gegeben. Polizeisprecher Martin Boll: "Wir konnten den 46-Jährigen inzwischen befragen, er meint sich zu erinnern, dass auch am Tag des Unfalls, also am 8. Januar, mehrere andere Obdachlose mit ihm in dem Haus waren".

Und noch über weitere Einzelheiten kann das Sturz-Opfer inzwischen berichten: "Er hat angegeben, dass ihm der Geldbeutel schon vor drei Monaten abhanden gekommen war, damals will er sich noch am Hauptbahnhof nachts aufgehalten haben". Gestohlen oder einfach verlegt - das weiß die Polizei nicht: "Wir ermitteln jedenfalls nicht mehr wegen Raubes". Die genauen Umstände des abendlichen Unfalls sind dagegen noch verschwommen - Martin Boll: "Der Mann muss an dem betreffenden Tag stark getrunken haben, als meine Kollegen und die Rettungskräfte vor Ort waren, hatte er 2,33 Promille Alkohol im Blut". Was den Sturz betrifft, sehen die Ermittler nunmehr keine Indizien für ein Fremdverschulden: "Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ist er selbst in den Fahrstuhlschacht gestürzt. Er weiß es nicht mehr". Alles, was der Obdachlose dazu noch sagen könne, sei, dass er mit einer Taschenlampe im Haus herumgelaufen sei und dass er dann etwa eine Stunde verletzt im Schacht gelegen und um Hilfe gerufen habe. Der Mann hatte sich bei dem Sturz Knochenbrüche und Verletzungen an der Halswirbelsäule zugezogen.

Eigentümer in der Pflicht

Nach dem Unglück hatte die Stadt rasch reagiert, man habe veranlasst, dass der Bauzaun wiederhergestellt und die "Schlupflöcher" darin geschlossen werden, hieß es zwei Tage nach dem Vorfall. Josef Krah, der Leiter des städtischen Fachbereichs Baurecht: "Die Sicherungspflicht liegt hier eindeutig beim Eigentümer, wenn Personen allerdings trotz eines gut gesicherten Bauzauns einsteigen, dann ist das Einbruch". Im Rahmen der Bauaufsicht gehe ein Bauaufseher nun regelmäßig dort vorbei und prüfe, ob der Zaun auch ja ordnungsgemäß verschlossen ist.

Der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) schaue ebenfalls täglich am Objekt vorbei, so ein Stadtsprecher, man habe jedoch keinen Zutritt auf das Privat-Gelände - es sei denn, Gefahr ist im Verzug. Das war am 8. Januar der Fall.

© Mannheimer Morgen, Donnerstag, 24.01.2013

Kommentar schreiben

Jeder Kommentar wird mit dem Vor- und Nachnamen des Autors veröffentlicht.

Sie müssen sich anmelden, um einen Kommentar zu verfassen.

Leser-Kommentare  

Aufgrund von nicht freigegebenen Kommentaren kann die Anzahl dargestellter Kommentare abweichen

    • Drucken
    • Senden
     
     
    TICKER

    Das Wetter in Mannheim

    Mannheim - Prognose für 15 Uhr

    18°

    Das Wetter am 1.10.2016 in Mannheim: Regenschauer
    MIN. 13°
    MAX. 19°
     

     

     
     

    Dankbar für jede Abhilfe

    Zum Artikel: "Verkehrsinfarkt in der Region", vom 15. September: Man kann es drehen und wenden, wie man will. Baustellen und der damit oft verbundene Stau sind ein Ärgernis für die Pendler der Region. Gerade wenn, gefühlt, an jeder Ecke gebaut wird und zähfließende Blechkolonnen auf nahezu allen… [mehr]

    „MM“-Morgentour

    Teig für Tagliatelle – die große Kunst

    Ein laues Spätsommerlüftchen, der Duft von üppig blühenden Rosen und frisch gebackenem Flammkuchen weht den Gästen schon auf dem Weg zum Weingut Bonnet in Friedelsheim verführerisch entgegen. Im Hof des Anwesens heißen zwei Spitzenköche der 1. Mannheimer Kochschule aus C 1 die 26 Gäste aus Mannheim… [mehr]

    "MM"-Kantine

    Träumereien zwischen zwei Musikwelten

    Außergewöhnliche Musik an einem besonderen Ort: Das Kurpfälzische Kammerorchester spielte im Foyer des "Mannheimer Morgen" in der Dudenstraße klassische und zeitgenössische Werke. Scheinbar mühelos gelang den Musikern unter der Leitung von Dirigentin Cosette Justo Valdés der Wechsel zwischen den… [mehr]

    morgenweb und fnweb führen Online-Abos ein

    Eine Investition in die Qualität

    Mannheim. Die renommierte "New York Times" aus den USA hat es im März 2011 vorgemacht, seitdem folgen auch in Deutschland immer mehr Verlage mit unterschiedlichen Bezahlmodellen im Internet. So hat zum Beispiel die "Bild-Zeitung" erst im Juni diesen Jahres ihr neues Digital-Abo-Angebot "Bild… [mehr]

    Kontakt zur Lokalredaktion

    Die Lokalredaktion erreichen Sie unter folgenden Telefonnummern:

     
    Sekretariat  
    Frau Roy 0621/392 13 18
    Frau Syring 0621/392 13 19
    Fax 0621/392 16 67
    Redakteure Stadtteilseiten  
    Mitte: Frau Philipp 0621/392 16 30
    Süd: Frau Maisch-Straub 0621/392 13 40
    Ost: Herr Jansch 0621/392 13 47
    Nord: Frau Baumgartner/Herr Busch 0621/392 13 17 / -1316
     

    Schreiben Sie uns eine E-Mail!

    Spezial

    Bauprojekte in der Mannheimer City

    Q6/Q7, Prinz-Haus, Bankpalais, Plankenumbau: Die Mannheimer City befindet sich im Umbruch. Wir fassen die Berichterstattung zu den Projekten in einem eigenen Portal zusammen. [mehr]

    Hier geht's zum Spezial!

    Risikofaktoren gering halten

    Zum Debattenbeitrag: "Ist Alzheimer eine vermeidbare Krankheit, Herr Nehls?" vom 3. September: Mit sehr viel Interesse las ich den Beitrag über die Alzheimer-Krankheit. Es ist ein spannendes Thema. Erfreulich für mich ist es zu hören, dass durch das Therapieverfahren des Arztes und… [mehr]

    Rund 10.000 Jobs, Praktika und Ausbildungsplätze in Mannheim und Umgebung finden Sie hier

     

    DAS NACHRICHTENPORTAL RHEIN-NECKAR