Planken-Umbau:
Immer mehr Ladenbesitzer sprechen sich für späteren Baubeginn aus, wenn Q 6/Q 7 kommt
Handel denkt an Verschiebung
Von unserem Redaktionsmitglied Roger Scholl
Baustellen bringen Befürchtungen: Vor allem kleine Händler haben Sorgen, Kunden könnten künftig die City meiden.
© Troester
Wer die Geschichte um die Neugestaltung der Planken verfolgt, dem kommt die Situation vor wie ein Déjà-vu: Im Innenstadt-Handel mehren sich erneut Stimmen, die nach einer Verschiebung des großen Umbaus rufen. Falls - neben den diversen anderen Baustellen, die sich auf der Einkaufsmeile mittlerweile aufreihen wie Perlen an einer Schnur - nun auch noch das Groß-Projekt Q 6/Q 7 verwirklicht werden kann, dann sei man mit dieser Fülle an Baggern, Lastwagen, aufgerissenen Straßen und staubigen Baugruben schlicht überfordert, so klagt die Branche. Auch die beiden Händler-Organisationen sperren sich nicht länger gegen solche Vorstöße aus den eigenen Reihen. Aufgeschoben, so merken Einzelhandelsverband und Werbegemeinschaft unisono an, dürfe allerdings nicht gleich aufgehoben sein.
Schon 2009 hatten sich Handel und Stadt auf eine Verschiebung des ursprünglich für 2010 geplanten Projekts Planken-Umbau geeinigt - damals unter anderem wegen der schlechten Konjunkturlage. Jetzt ist es die Massierung von Baustellen, die vor allem kleine Ladenbesitzer um ihre Existenz bangen lässt: "Baustellen ringsherum, das geht an die Substanz, Kunden meiden Dreck, Lärm und aufgerissene Straßen, sie gehen woanders hin", umreißt uns ein Händler seine Ängste. Für den Geschäftsmann gibt es nur eine Schlussfolgerung: "Planken-Umbau verschieben - was denn sonst?!"
Argumente, denen sich der Einzelhandelsverband nicht verschließt - sein Präsident Manfred Schnabel: "Wenn klar ist, dass Q 6/Q 7 kommt, dann bekommen diese Bedenken deutlich mehr Gewicht". Sobald feststehe, dass es mit dem Großprojekt von Diringer & Scheidel noch in diesem Jahr weitergehe, würde man das Thema zur Abstimmung bringen. Schnabel weiß sich in diesem Punkt einig mit Lutz Pauels, dem Chef der Werbegemeinschaft: "Wir legen Wert auf die Feststellung, dass - falls der Umbau verschoben werden sollte - er nicht aufgehoben ist, sondern lediglich so um die zwei Jahre nach hinten rückt". Bürgermeister Lothar Quast sieht die Sache ganz unaufgeregt: "Wir wollen dem Handel ja nicht schaden, mit uns kann man über alles reden". Die Stadt müsse allerdings "spätestens im Juli" eine endgültige Entscheidung treffen. Schließlich seien alle planerischen Vorarbeiten erledigt, und auch die Gelder stünden bereit - vor dem Sommer ginge es dann nur noch um die Ausschreibungen.
Auch in der Politik stoßen die Befürchtungen der Branche nicht auf taube Ohren: Ganz gleich, ob bei SPD oder CDU, bei den Grünen, der FDP oder der ML - überall signalisiert man Gesprächsbereitschaft. Und verweist auf die unklare Situation beim Groß-Projekt an der Freßgasse, das so wohl zum ausschlaggebenden Kriterium werden dürfte.
Q 6/Q 7-Verhandlungen laufen
Oder anders gesagt: Beginnt Diringer & Scheidel noch in diesem Jahr mit den Bauarbeiten, die bereits um viele Monate den ursprünglichen Planungen hinterherhinken, dann zeichnet sich wohl eine Verschiebung des Planken-Umbaus ab. Wie aber ist ist die aktuelle Situation bei Q 6/Q 7? "Wir stehen weiterhin in guten Verhandlungen mit Bauhaus, deren Ausgang offen ist", erklärt Projekt-Sprecher Christian Leistritz. Die Tatsache, dass man für den 26. April zu einer Pressekonferenz eingeladen habe, dürfe dagegen durchaus so interpretiert werden, "dass wir nicht ganz 'un-optimistisch' sind".
Doch ganz gleich, wer denn nun wann und wie baut - für Hendrik Hoffmann, den Chef des Kaufhofs in P 1, braucht die City jetzt vor allem eines: "ein vernünftiges Baustellen-Management - sonst geht's hier weiter zu wie Kraut und Rüben".
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