„MM“-Bürgerforum (mit Video):
Die Befürworter sehen das Blumenfest als Gelegenheit zur Stadtentwicklung, Umweltschützer bewerten es kritisch
Hitzige Debatte über die Buga
Von unserem Redaktionsmitglied Timo Schmidhuber
Gabriele Baier, Johannes Walter, die Moderatoren Thorsten Langscheid und Stephan Wolf, Lothar Quast, Bernhard Schwarz und Jochen Sandner (v. l.).
© Prosswitz
Die Kritiker einer Bundesgartenschau (Buga) in Mannheim haben Angst vor zu hohen Kosten, sie sorgen sich um den Landschaftsschutz oder beklagen, dass es einfach noch zu viele offene Fragen gibt. Die Befürworter dagegen sehen in einer Bewerbung für 2023 eine gute Möglichkeit, Mannheim nachhaltig zu gestalten. Es gab also einiges zu diskutieren gestern Abend beim "MM"-Bürgerforum im Anna-Reiß-Saal der Reiss-Engelhorn-Museen - und genau das taten die Experten und die zahlreich erschienenen Bürger auch.
"Buga 2023 - eine Zukunftschance für Mannheim?" lautete die Frage dieses Abends. Auf dem Podium saßen fünf Experten: Neben Baubürgermeister Lothar Quast und dem Geschäftsführer der Bundesgartenschau-Gesellschaft, Jochen Sandner, war auch Landschaftsplaner Bernhard Schwarz gekommen. Er hat mit seinem Berliner Büro "sinai" eine Machbarkeitsstudie für eine Gartenschau in Mannheim erstellt. Die Runde komplettierten Gabriele Baier als Vertreterin vom Mannheimer Umweltforum sowie Johannes Walter. Der ehrenamtliche "Zukunftslotse" beschäftigt sich schon lange mit der neuen Nutzung der Spinelli-Kaserne, auf deren Gelände ein großer Teil der Buga-Fläche entstehen soll.
Landschaftsplaner Schwarz hatte zu Beginn der Debatte erklärt, dass die Buga aus seiner Sicht der Beginn ist für die Schaffung eines großen Grünzugs. Der soll sich vom Luisenpark bis zu Coleman östlich um die Stadt schmiegen: "Ein Generationenprojekt". Buga-Geschäftsführer Sandner bezeichnete eine solche Blumenschau als wirksames Instrument einer nachhaltigen Stadtentwicklung. Dem konnte Bürgermeister Quast nur zustimmen. Die Verwaltung habe die neue Nutzung der Militärflächen zunächst einmal unter der Frage betrachtet, wie man sie "für die Freiraumgestaltung" nutzen könnte. Der Grünzug sei eine alte Idee. Auch für den Zukunftslotsen Walter ist die Schaffung eines solches Grünzugs die zentrale Aufgabe, die Buga ein Teil davon.
Aus Sicht von Umweltschützerin Baier dagegen muss es darum gehen, das Spinelli-Gelände "als Grünfläche nach ökologischen Kriterien" zu entwickeln und ein Naherholungsgebiet zu schaffen. Wie im benachbarten Bürgerpark gehe es darum, Bäume und Wiesen anzulegen. "Ein Hektar Wiese kostet 20 000 Euro." Dem stünden 60 Millionen Euro aus der Stadtkasse für eine Buga gegenüber. Aber es geht Baier nicht nur ums Geld, sondern auch um die frische Luft. Spinelli soll ihrer Meinung nach auch als dringend nötige Frischluftschneise dienen. Ein entsprechendes Klimagutachten sei in Arbeit. "Das sollten wir abwarten, ehe wir Beschlüsse fassen." Ein ausführlicher Bericht über das Forum folgt in der morgigen Ausgabe.
Leser-Kommentare
Aufgrund von nicht freigegebenen Kommentaren kann die Anzahl dargestellter Kommentare abweichen