Konversion:
Aktionsbündnis will für die Coleman-Kaserne Zukunftspläne entwickeln / Golfplatz, Demenz-Dorf, Regatta-See?
Im Norden reifen Bürger-Ideen
Von unserem Redaktionsmitglied Thorsten Langscheid
Coleman-Kaserne aus der Vogelperspektive: Das Aktionsbündnis möchte mit den Bürgern Ideen für die künftige Nutzung des Areals entwickeln.
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Golfplatz oder Autohof, Demenz-Dorf oder Logistik-Zentrum, Ruderregatta-See oder Windpark? Was wird aus den Coleman-Kasernen im Mannheimer Norden, wenn die amerikanischen Truppen demnächst auch dort abziehen? Das wollen die Bürger in Sandhofen, Schönau, Blumenau und auf dem Scharhof jetzt schon diskutieren - denn jede Entscheidung über die anderen, teilweise jetzt schon freien Kasernen auf der Vogelstang, in Käfertal und in der Neckarstadt "hat Folgen für den Mannheimer Norden", wie es das im vergangenen November neugegründete Aktionsbündnis Mannheim-Nord formuliert. Und: "Konversion ist mehr als der Streit um die Bundesgartenschau!"
"Wir sind uns im Mannheimer Norden so einig wie noch nie!" sagen Wolfgang Steinmann und Roland Keuerleber von der Gemeinnützigen Bürgervereinigung Sandhofen sowie Klaus Burchard von der Siedler- und Eigentümergemeinschaft Blumenau. Drei von zahlreichen Aktiven des Bündnisses, dem außerdem die Kultur- und Interessengemeinschaft (KIG) Schönau, die gemeinnützige Scarra-Bürgervereinigung Scharhof sowie die Initiativen Sandhofen und "Lebenswerter Mannheimer Norden" angehören.
"Wir wollen als überparteilicher, verbindlicher Ansprechpartner für die Stadtverwaltung zur Verfügung stehen und an der Erarbeitung eines Planungskonzeptes für das Coleman-Gelände mitwirken", so der Anspruch des Bündnisses, das am Montag, 18. Februar, erstmals mit einer großen Informations- und Diskussionsveranstaltung an die Öffentlichkeit treten will. "Wir haben natürlich einige Ideen, wollen diese aber nicht als Vorfestlegung verstanden wissen", so Steinmann, Keuerleber und Burchard: "Die Diskussion steht schließlich ganz am Anfang."
Klar ist für das Aktionsbündnis allerdings jetzt schon, was sie vor ihrer Haustür auf keinen Fall wollen: "Es darf keine neuen Lärmverursacher, keine neuen Luft- und Umweltverschmutzer sowie kein höheres Verkehrsaufkommen in den Wohngebieten des Nordens geben." Vorstellungen und Wünsche für die Zeit nach dem Abzug gibt es viele - und die sind vor allem grün: Naturerlebnispark, Freizeit- und Naherholungslandschaft, eine Art öffentlicher Golfplatz nach amerikanischem Vorbild, um nur einige zu nennen. Steinmann: "Wir wollen darüber mit den Bürgern, unseren Nachbarn diskutieren."
Doch die Überlegungen des Aktionsbündnisses gehen weiter: "Der Mannheimer Norden bietet sich auch als Bildungsstandort an", sagt Keuerleber: "Eine Internationale oder Europäische Schule wäre auf dem heutigen Coleman-Gelände sehr gut untergebracht." Große Sympathie bringen die Coleman-Anrainer auch der Idee eines Demenz-Dorfes entgegen, eine therapeutische Einrichtung für Demenzkranke nach niederländischem Vorbild. "Der Bedarf", so sind sich die bürgerschaftlichen Vertreter sicher, "ist da!"
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