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Bienen: Kein Völkersterben in Mannheim, doch langer Winter schwächte die Insekten / Kampf gegen Varroa-Parasiten geht weiter

Imkerei kein reines Honigschlecken

Archiv-Artikel vom Samstag, den 10.08.2013

Von unserem Redaktionsmitglied Susanne Räuchle

Herbert Holzwarth nähert sich mit Imker-Schleier seinem Bienen-Volk. Doch er fürchtet Stiche nicht, inzwischen ist er immun gegen das Gift.

© Prosswitz

Er liebt die innere Ordnung seiner 20  Völker, den Fleiß, das harmonische Zusammenwirken zum Nutzen des Staates und zu seiner Freude: Herbert Holzwarth und seine Bienen. Seit 36 Jahren ist er den honigsüßen Reizen verfallen, verbringt täglich drei bis vier Stunden am idyllischen Heimatstand auf der Blumenau, beobachtet und ist immer wieder überrascht von dem Gesumm, den Tänzen, dem Schwärmen. Keine Saison gleicht der anderen. Im vergangenen Jahr erlebte er nun keinen Imker-Höhepunkt, aber auch kein großes Völkersterben. In Mannheim wird noch nicht Alarm geschlagen, die Bienenwelt ist nicht vom Untergang bedroht.

Doch der endlos lange Winter war so gar nicht nach dem Geschmack der Immen. Die Frühjahrskälte und Nässe legte alle Sammelleidenschaft lahm, das Heer der Arbeiterinnen blieb im Stock. Mit der Raps-Tracht war heuer gar nicht zu rechnen, auch mit Akazien kein Staat zu machen. Aber der Sommer hatte Potenzial, lief in den letzten Wochen zu Hochform auf. Und mit den Edelkastanien flogen die Tausendschaften der Fleißbienen mit sklavischem Eifer aus, beschafften Süßes für die Brut der Königinnen.

Bis zu 15 Mal am Tag starten sie, um schwer beladen mit Nektar und Pollen wieder heimzukehren. 40 000 Kilometer - in etwa eine Erdumrundung - muss eine Biene zurücklegen, um ein Kilo Honig einzufahren. Dabei entfernt sie sich kaum mehr als 800 Meter von ihrem Stock. Ungefähr 25 bis 40 Kilo Honig kann ein Imker ernten, noch ist er von reiner Qualität und unverseucht.

Bienenzüchterverein

Der Mannheimer Bienenzüchterverein wurde vor 156 Jahren gegründet und hat in den vergangenen Jahren dank aktiver Nachwuchsarbeit wieder Zulauf. Der Verein zählt derzeit über 130 Mitglieder.

Viele Jungimker in Mannheim sind auf der Suche nach geeigneten Grundstücken und Gärten für ihre Bienenstände. Auch kleine Hausgärten eignen sich.

Bis September präsentieren sich die Imker samstags, 13 bis 18 Uhr, im Pavillon am See im Herzogenriedpark. Neben Honigverkauf werden Interessierte über Bienenhaltung informiert.

Kontakt: Bienenzüchterverein Mannheim, Vereinsheim Bensheimer Straße 21, Erster Vorsitzender Wolfgang Blumtritt, Telefon: 0621/44 13 66. Jeden Donnerstag von 17 bis 19 Uhr laufen Sprechstunden im Vereinsheim. E-Mail: lehrgartenweisel@googlemail.com, Homepage www.bienenzuechterverein-mannheim.de

Milbe nicht totzukriegen

Mannheim - ein glückliches Bienenland? Vom Massensterben jedenfalls keine Spur. Holzwarths Carnika-Art erholt sich von der Schwäche, und der Herr der Bienen beobachtet mit naturwissenschaftlichem Interesse die Entwicklungen, freut sich über das Gesumme und treibt mit seinem Hobby auch Naturschutz auf die pelzige Art: Die Insekten sind als milliardenstarkes Heer weltweit im Dauereinsatz für die menschliche Ernährung unterwegs, Dienstleister für die Landwirtschaft. Mit ihrem feinen Haarkleid aus Chitin ist die Biene der wichtigste Pflanzenbestäuber. Ohne sie läuft nichts. Vor übertriebenem Pestizid-Einsatz warnen deshalb die Wissenschaftler. Man folge dem altrömischen Sprichwort: "Ubi apis, ibi salus" - Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit.

Größtes Missbehagen bereitet den Bienenzüchtern immer noch die Varroa-Milbe, die 1978 ausgerechnet von Bienenforschern aus Südostasien eingeschleppt wurde und sich seither unter der Brut mit Tempo ausbreitet. Die winzigen Parasiten machen sich auf haarigen Beinen in den Bienenstock und verschonen weder die Brut noch die Königinnen, saugen die Maden aus oder klammern sich mit Vorliebe bei den Drohnen hinter den Flügeln fest, um sie abzuzapfen. Zurück bleiben verkrüppelte, geschwächte Insekten.

Herbert Holzwarth hält wie seine Kollegen nach großen Verlusten die Pest inzwischen mit Biowaffen in Schach, kämpft mit Ameisen- oder Oxalsäure gegen die Invasionen.

Doch alles Mühen und Sprühen brachte noch keinen durchschlagenden Erfolg, die Plage sitzt fest bei der sanftmütigen, sammelfreudigen europäischen Carnika-Sorte. Selbst die Hoffnung auf resistente Königinnen aus starken, fernen Geschlechtern war bislang vergeblich. Die 1,2 Millimeter großen Vampire, die den Lebenssaft aus den Maden saugen, sind unausrottbar. Aber in Mannheim fahren die Völker immer noch Gold-Ernte ein: Ein wunderbares Trachtgebiet ist zum Beispiel der Industriehafen, so Holzwarth. Dort wuchert der Götterbaum, von den Grünflächen-Experten wegen seiner teuflisch-rasanten Vermehrung auch auf kargen Brachböden gefürchtet, für die Honigbranche jedoch ein Segen. Obwohl der Baum - auch Stinkesche genannt - übel riecht, schmeckt der Honig, den er hergibt, exzellent.

© Mannheimer Morgen, Samstag, 10.08.2013

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