DAS NACHRICHTENPORTAL RHEIN-NECKAR

Donnerstag, 23.03.2017

Suchformular
 
 
Feudenheim Friedrichsfeld Innenstadt / Jungbusch Innenstadt / Jungbusch Käfertal Lindenhof Neckarau Neckarstadt Ost / Wohlgelegen / Herzogenried Neckarstadt Ost / Wohlgelegen / Herzogenried Neckarstadt Ost / Wohlgelegen / Herzogenried Neckarstadt West Neuostheim / Neuhermsheim Neuostheim / Neuhermsheim Oststadt / Schwetzingerstadt Oststadt / Schwetzingerstadt Rheinau / Hochstätt Sandhofen Schönau Seckenheim Vogelstang Waldhof / Gartenstadt / Luzenberg Waldhof / Gartenstadt / Luzenberg Waldhof / Gartenstadt / Luzenberg Wallstadt

Lieber Leser, bitte aktivieren sie Cookies, um in den vollen Genuss unseres Angebotes zu kommen.

  • Drucken

Erdballumrundung: Mannheimer Ehepaar will mit Fahrrädern und Zelt fünf Kontinente bereisen / Extrem gefederter Spezial-Sattel / Start im April

In der Hängematte ein Mal um die Welt

Archiv-Artikel vom Donnerstag, den 15.03.2012

Von unserem Redaktionsmitglied Christine Maisch-Straub

Die Kurpfälzer Globetrotter reisen mit Rad und Zelt rund um den Erdball: Evelyn Petersen-Mattern und Uwe Mattern.

© Thomas Rittelmann

Am Anfang stand ein gemeinsamer Traum, fast 20 Jahre gehegt und trotzdem nie realisiert. Doch vor zwei Jahren trauten sich Evelyn Petersen und Uwe Mattern nicht nur aufs Standesamt, sondern wagten auch die konkrete Planung eines Megaprojektes: Am 1. April starten die Mannheimer zu einer Weltreise mit Fahrrad, Zelt - und Hängematte. Und selbst bei Letzterem handelt es sich keineswegs um einen Scherz. Ein aufgehängter, seitlich schwingender Spezial-Sattel macht es möglich. Indien, Australien, Neuseeland, Südamerika - zwei Jahre Sonderurlaub haben die Globetrotter eingereicht. Doch bei aller Flexibilität steht ein Termin jetzt schon fest: "Weihnachten 2013 wollen wir auf Kuba feiern."

Ein wahrlich abenteuerliches Unternehmen, auf das sich der 49-jährige Sozialarbeiter vom Job-Center-Projekt "Junges Mannheim" und die Krankenschwester aus der Uniklinik Heidelberg eingelassen haben. Eigentlich war es ja ursprünglich als Motorradtour gedacht. Doch Evelyn hätte erst noch den Führerschein machen müssen. Und bei zwei Kindern - Gerome ist heute 23 Jahre alt, Gina 28 - und einem fordernden Berufsalltag blieb dazu nie genügend Zeit.

Mit Karte, Kompass und Sonne

Pedersen-Rad und Strecke

Das von Uwe Mattern benutzte Pedersen ist ein 1890 von dem Dänen Mikael Pedersen (1855-1929) entwickeltes Rad, das er 1893 in England patentieren ließ. Pedersen war mit dem Sitzkomfort damaliger Fahrräder nicht zufrieden und entwickelte einen geflochtenen Sattel, der wie eine Hängematte aufgehängt wird. Um den seitlich schwingenden Sattel baute er den Rahmen nur aus Dreiecken. Mit Minimalgewicht erreichte er so eine extrem hohe Stabilität.

 

Die Globetrotter starten am 1. April von der Kurpfalz zu ihrer Tour "Mit Rad und Zelt ein Mal um die Welt". Der 1. Teil der rund 25 000 Kilometer langen Route verläuft an Neckar und Donau entlang bis zum Schwarzen Meer, Bulgarien, Türkei, Georgien, per Fähre übers Kaspische Meer nach Kasachstan. In zwei Jahren wollen sie Europa, Asien, Australien, Süd- und Nordamerika bereisen. Das Tagespensum wird bei 60 Kilometern liegen, am siebten Tag ist Pause. mai

Von der Maschine aufs Rad umzusatteln empfinden die Matterns jedoch keineswegs als Notlösung. "Jetzt wird es ein viel langsameres Reisen, man ist viel dichter an den Leuten dran", versichert die 48-Jährige. "Und man muss sich nie mit einem Motorschaden rumschlagen", ergänzt Uwe lachend und outet sich als Fan von Fahrradurlauben: "Die haben bei uns Tradition." Mit Gepäck und Kindersitz von Flensburg nach Legoland: "Unsere beiden waren noch keine vier Jahre alt, aber schon immer mit Begeisterung dabei."

Relativ neu ist Uwes sogenanntes Pedersen-Fahrrad, mit einem Sattel, der wie eine Hängematte über dreieckigen Rahmenverstrebungen aufgespannt ist: "Darauf sitzt man einfach super." "Inzwischen glaub' ich's ihm", gesteht Evelyn: "Als er mir gesagt hat, dass er mit diesem fragil wirkenden Teil um den Erdball radeln will, dachte ich zuerst, der spinnt."

Scharfe Waffe gegen Bürokratie

Auf rund 25 000 Kilometer schätzen die Matterns ihre Strecke: "Wir nehmen keine Handys mit und navigieren klassisch, also mit Karte, Kompass und Sonne." Und die Weltumradler wollen sich gerne den Weg weisen lassen: "Mit den Leuten in Kontakt kommen, das ist ja das Schöne." Dafür haben die Zwei ein bisschen Russisch, Spanisch und natürlich Deutsch und Englisch auf der Pfanne. Bei aller Liebe zur Natur - ist denn ab und zu ein festes Dach über dem Kopf absolut tabu? "Nein, wenn's im Zelt gar zu feucht und ungemütlich wird, gönnen wir uns auch mal eine Hütte oder Pension."

Inzwischen laufen die letzten Vorbereitungen auf Hochtouren. Vergangene Woche bestellten die Kurpfälzer in P 3 den "Mannheimer Morgen" für zwei Jahre ab. Auch die Abschieds-Mails an Verwandte, Freunde und Kollegen haben längst alle Adressaten erreicht. Ab und zu wollen sie unterwegs ein Internetcafé ansteuern und sich vor allem bei den Kindern per Mail melden. "Die Vorfreude wächst", gesteht Uwe Mattern, "trotz allem Stress".

Schließlich müssen die Zwei in puncto Papier-Krieg noch so manche kräfteraubende Schlacht schlagen: "Zwischen Georgien und Australien braucht man für jedes Land ein extra Visum." Da hilft nur Humor: "Wir haben die schärfste Waffe gegen Bürokratie, die es gibt: Wir haben Zeit."

Und Evelyn? Hat sie denn gar keine Sorge, dass ihr die Strapazen samt Wind und Wetter in unwirtlichen Regionen zu viel werden könnten? Da lacht die zierliche Blondine mit den leuchtenden blauen Augen: "Wir haben die Route so geplant, dass in dem Land, das wir gerade bereisen, auch immer zeitgleich Sommer oder Frühling ist." Und mit einem Blick in Uwes Richtung: "Außerdem habe ich ja meinen Ofen immer dabei. Er strahlt so viel Wärme aus. . ."

Gibt es ein Rezept für solch eine dauerhafte und glückliche Gemeinsamkeit? Da zucken die Weltenbummler etwas ratlos mit den Schultern. "Vielleicht", beginnt Evelyn zögernd, "ja, vielleicht zusammen diesen Traum zu haben". Doch schnell kommt sie auf die wohl wichtigste Teamarbeit zu sprechen: "Dass es uns gelungen ist, die Kinder erwachsen zu kriegen, das ist unser allergrößtes Projekt."

© Mannheimer Morgen, Donnerstag, 15.03.2012

Kommentar schreiben

Jeder Kommentar wird mit dem Vor- und Nachnamen des Autors veröffentlicht.

Sie müssen sich anmelden, um einen Kommentar zu verfassen.

Leser-Kommentare  

Aufgrund von nicht freigegebenen Kommentaren kann die Anzahl dargestellter Kommentare abweichen

    • Drucken
     
     
    TICKER

    Das Wetter in Mannheim

    Mannheim - Prognose für 15 Uhr

    14°

    Das Wetter am 23.3.2017 in Mannheim: leicht bewölkt
    MIN. 4°
    MAX. 15°
     

     

     
     

    Verurteilte Freizeitjäger

    Zum Leserbrief "Die Jagd verschärft das Problem" vom 13. März: Dieser Artikel hat mich sehr bewegt und berührt! Den Ausführungen ist nichts hinzuzufügen. Ich bin Tierfreund und verurteile Freizeitjäger, die dem Wahnsinn frönen, und keinem Förster, der sich um die Wildtiere kümmert, gleichzusetzen… [mehr]

    „MM“-Morgentour

    Teig für Tagliatelle – die große Kunst

    Ein laues Spätsommerlüftchen, der Duft von üppig blühenden Rosen und frisch gebackenem Flammkuchen weht den Gästen schon auf dem Weg zum Weingut Bonnet in Friedelsheim verführerisch entgegen. Im Hof des Anwesens heißen zwei Spitzenköche der 1. Mannheimer Kochschule aus C 1 die 26 Gäste aus Mannheim… [mehr]

    "MM"-Gesprächsrunde

    Diskutieren Sie mit uns über Donald Trump

    Politikprofessorin Andrea Römmele und Achim Wambach, Präsident des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung, diskutieren am Montag, 3. April, bei einer "MM-Kantine" über US-Präsident Donald Trump. [mehr]

    morgenweb und fnweb führen Online-Abos ein

    Eine Investition in die Qualität

    Mannheim. Die renommierte "New York Times" aus den USA hat es im März 2011 vorgemacht, seitdem folgen auch in Deutschland immer mehr Verlage mit unterschiedlichen Bezahlmodellen im Internet. So hat zum Beispiel die "Bild-Zeitung" erst im Juni diesen Jahres ihr neues Digital-Abo-Angebot "Bild… [mehr]

    Kontakt zur Lokalredaktion

    Die Lokalredaktion erreichen Sie unter folgenden Telefonnummern:

     
    Sekretariat  
    Frau Roy 0621/392 13 18
    Frau Syring 0621/392 13 19
    Fax 0621/392 16 67
    Redakteure Stadtteilseiten  
    Mitte: Frau Philipp 0621/392 16 30
    Süd: Frau Maisch-Straub 0621/392 13 40
    Ost: Herr Jansch 0621/392 13 47
    Nord: Frau Baumgartner/Herr Busch 0621/392 13 17 / -1316
     

    Schreiben Sie uns eine E-Mail!

    Spezial

    Bauprojekte in der Mannheimer City

    Q6/Q7, Prinz-Haus, Bankpalais, Plankenumbau: Die Mannheimer City befindet sich im Umbruch. Wir fassen die Berichterstattung zu den Projekten in einem eigenen Portal zusammen. [mehr]

    Hier geht's zum Spezial!

    Kirchen ein Teil des Kapitalismus

    Zum Zeitzeichen "Humanität als Auftrag" vom 25. Februar: Der Beitrag von Heiner Geißler verdient Respekt und rüttelt wach, nur ist er leider nicht direkt an den Papst und die Bischöfe beider Konfessionen adressiert. Zumindest hören wir davon nichts. Offenbar geht Geißler davon aus, dass diese… [mehr]

    Rund 10.000 Jobs, Praktika und Ausbildungsplätze in Mannheim und Umgebung finden Sie hier

     

    DAS NACHRICHTENPORTAL RHEIN-NECKAR