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MVV Energie AG: Hans-Jürgen Farrenkopf (63) geht in Ruhestand

Karriere vom Wasserwerker in die Chefetage

Archiv-Artikel vom Dienstag, den 11.12.2012

Von unserem Redaktionsmitglied Martin Tangl

Für die schöne Aussicht aus der MVV-Chefetage im Hochhaus am Luisenring hatte Hans-Jürgen Farrenkopf als Vorstand und Arbeitsdirektor kaum Zeit.

©  tan

"Ich bin der letzte Mohikaner aus der Steinzeit der Stadtwerke", sagt Hans-Jürgen Farrenkopf - und lächelt. Vor 45 Jahren, am 1. Oktober 1967, hat er mit 17 Jahren als technischer Zeichner bei den Wasserwerken (RHE) seine Karriere begonnen. Gelernt hatte der Bub bei einem Unternehmen im Industriehafen, doch da gefiel dem Papa damals "der raue Umgangston" nicht. Der Sohn war lernfähig, konnte sich "mit gesundem Ehrgeiz" für neue Entwicklungen begeistern - und stieg auf bis in die Chefetage der seit März 1999 börsen-notierten MVV Energie AG.

Am 1. Januar geht der 63-Jährige nun in den Ruhestand. Der Personalvorstand der Vattenfall Europe AG, Udo Bekker (53), wechselt als Nachfolger ins 15. Stockwerk der MVV Energie AG. Damit kommt nach Dr. Alfred Karsten (1964-1989), Claus Curth (1989-2002) und Hans-Jürgen Farrenkopf (2002-2012) erstmals ein Arbeitsdirektor von außerhalb zu den einstigen Stadtwerken.

Vor fünf Tagen hat Farrenkopf als Arbeitsdirektor seine letzten Haustarifverhandlungen abgeschlossen. "Nach außen hin geräuschlos", betont er. Streiks habe es bei den Stadtwerken eh nie gegeben. Hinter den Kulissen, da geht's natürlich schon zur Sache, müssen Kompromisse gefunden werden, das kennt Farrenkopf aus seinem langen Berufsleben von beiden Seiten, erst als Betriebsrat und später als Personalvorstand.

Handgeschriebene Anleitung

Im Rückblick war wirklich "Steinzeit" bei den Stadtwerken, als Farrenkopf 1967 für 632 Euro brutto bei der RHE angefangen hat. Als er 1973 beim Aufbau des Wasserwerks in der Schwetzinger Hardt dabei war, schrieb der Wassermeister die 60-seitige Betriebsanleitung noch mit der Hand. Computer gab's damals nicht, aber das Heft galt gut 30 Jahre auf der Rheinau als Standardwerk. Farrenkopf reagiert gerührt, als er jetzt zum Abschied von den Kollegen ein Exemplar überreicht bekommt.

Wir blicken von seinem Arbeitszimmer in die Pfalz, auf die Jesuitenkirche. Viel Zeit, die Aussicht zu genießen habe er nicht gehabt, sagt Farrenkopf. Doch ab und zu genieße er hier den Sonnenuntergang. Eines Tage jedoch sei's plötzlich von oben stockdunkel in der Stadt gewesen, statt Lichtermeer nur Schwärze. "Stromausfall in Mannheim? Ich bin aufgeregt zur Leitzentrale gerannt", erinnert sich der Personalchef. Aber alles ok, das MVV-Hochhaus steckte nur in einer tiefen, dichten Wolke.

Turbulent auch sein Job als Arbeitsdirektor: Einst hatten die Stadtwerke rund 2300 Mitarbeiter in Mannheim, heute sind es in der Quadratestadt noch 1400, dafür konzernweit etwa 5600. "Ich habe sieben Reorganisationen in den zehn Jahren durchgeführt, doch alles lief ohne betriebsbedingte Kündigungen ab", darauf ist Farrenkopf stolz. Eine weitere Mammutaufgabe: die Renovierung des MVV-Hochhauses 2007/2008, der weitgehend reibungslose, zweimalige Umzug der gesamten Belegschaft.

Im Ruhestand will sich Farrenkopf seiner Frau und seinem Enkel widmen. Außerdem ist er begeisterter Hobbyfilmer und hat gerade ein Video live von der Championsleague Real gegen Dortmund in Madrid gedreht. Und schon sind wir bei einer weiteren Leidenschaft des 63-Jährigen: Fußball. "BVB, Bayern, aber die erste Geige spielt der Waldhof. Die spielen zurzeit wirklich gut", träumt Farrenkopf vom Aufstieg des SVW, in dessen Aufsichtsrat er sitzt. Und schließlich will er ab Januar wieder als Lehrling beginnen, als Mitglied bei der Feinschmecker Chuchi.

© Mannheimer Morgen, Dienstag, 11.12.2012

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