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Reaktionen auf Trennung von Engelhorn und Scheidel: Von Oberbürgermeister Peter Kurz bis zu den Grünen – Reaktionen auf die Nachricht von der Trennung Engelhorn-Scheidel

Keiner will ein „klassisches Center“ in Q 6/Q 7

Q 7 von der Freßgasse aus, rechts ist die Einfahrt zur Tiefgarage zu sehen.

©  ZG

Es war nicht anders zu erwarten: Gestern, am Tag, als der "MM" die Trennung von Engelhorn und Scheidel vermeldete, überschlugen sich die Reaktionen auf diese überraschende Nachricht förmlich. Politiker, Einzelhändler, die Stadtspitze - alle meldeten sich schon ab dem frühen Morgen zu Wort und kommentierten das Auseinandergehen der beiden "Lokal-Matadore" beim einst gemeinsamen Projekt "neues Stadtquartier". Diese Statements sind freilich alles andere als einheitlich, wenn überhaupt etwas sie zusammenführt, dann allenfalls die einhellige Ablehnung eines klassischen geschlossenen Einkaufscenters auf dem Doppelquadrat Q 6/Q 7.

Auf Bedauern stößt die Nachricht von der Trennung im Rathaus. Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz legt nun allergrößten Wert darauf, dass Diringer & Scheidel das bisherige Betreiberkonzept fortführt: Die zentrale Idee sei eben "kein klassisches geschlossenes Center", für das die Stadt keinen Bedarf sehe, sondern ein offenes Quartier, "in dem auch lokale und regionale Anbieter ihren Platz finden". Er, Kurz, sei jedenfalls zuversichtlich, "dass es dem Investor gelingt, das in Jahren erarbeitete Konzept mit einem neuen Center-Management umzusetzen". Im Übrigen begrüße man die Engelhorn-Erweiterung auf O 5. Das Modeunternehmen will hier um zwei Etagen, eine für den Verkauf, eine andere für die Klimatechnik, aufstocken. Dafür ist freilich noch kein endgültiger Bauantrag gestellt, wie eine Recherche des "MM" bei der Stadt ergab. Fachbereichsleiter Josef Krah: "Es gab Vorbesprechungen, man muss sich dann über die Details unterhalten - wir sind gesprächsbereit".

"Charmante Konstellation"

Kein typisches Center - das sieht Manfred Schnabel ganz genau so: "Das schadet der City." Ansonsten ist der Präsident des Einzelhandelsverbands "sehr, sehr optimistisch, dass Diringer & Scheidel so professionell ist, einen guten Besatz im neuen Stadtquartier garantieren zu können und so die City in Zukunft weiter voranzubringen".

Bei Lutz Pauels überwiegt das Bedauern darüber, das die Verbindung zweier Mannheimer Familienunternehmen nun beendet sein soll: "Diese Konstellation Engelhorn-Scheidel hatte ihren eigenen Charme", meint der Chef der Werbegemeinschaft City. "Wir alle hatten damit einen hohen Qualitätsanspruch verbunden und hoffen nun natürlich nach dieser Trennung, dass es bei diesem Qualitätsanspruch bleibt, was die Besetzung der Läden betrifft. Wir wünschen uns dort auch Außergewöhnliches, das wäre wichtig für die Innenstadt". Auch Pauels baut darauf, dass hier - nahe an den Planken - kein klassisches Center entsteht.

Deutlich lautere Töne schlagen die Mannheimer Grünen an, der Landtagsabgeordnete und Grünen-Stadtrat Wolfgang Raufelder fühlt sich sogar "als Politiker veräppelt". Er erinnert an das "Ja" im Gemeinderat zum Verkauf des Parkhaus-Grundstücks Q 6 und die Beratungen davor: "Damals war immer von 'Mannheimer bauen für Mannheim' die Rede". Mit ihrem Renommee hätten Engelhorn und Scheidel vor der Verkaufsentscheidung die Bedenken von Verwaltung und Gemeinderat zerstreut, "dass hier ein weiteres geschlossenes Einkaufszentrum in Konkurrenz zu den Fußgängerzonen entstehen könnte. Es sei daher "befremdlich, dass sich nun einer der Mannheimer Projektpartner zurückzieht und damit zum Türöffner für ein Unternehmen wird, das wir an dieser Stelle ausdrücklich nicht wollten".

In der überregionalen Fachpresse ist die Trennung ebenfalls Thema, der Onlineausgabe der Immobilienzeitung war Mannheim sogar die Aufmachung wert. Für Brancheninsider, heißt es da, sei die Entwicklung keine Überraschung. Engelhorn sei es bei der "konzeptionellen Beteiligung vorrangig darum gegangen, Konkurrenz fernzuhalten", kommentiert man und sieht da einen "Interessenkonflikt". scho

© Mannheimer Morgen, Samstag, 09.02.2013

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