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Künstler: Mannheimer Band Jonas Herpichböhms Ohropack macht Jazz mit Bierflaschen / Konzert morgen in Klapsmühl’

Klänge gegen die „Jazz-Polizei“

Archiv-Artikel vom Montag, den 23.04.2012

Von unserem Redaktionsmitglied Yasmin Akbal

Die sechs Jazzmusiker von Jonas Herpichböhms Ohropack.

© zg

Sie wollen weg vom "Jazz-Trott" - und wenn sie dafür zur Bierfalsche greifen müssen: Jonas Herpichböhms Ohropack möchten eine etwas andere Jazzband sein. "Wir wollen nicht immer eine Ballade, dann 'ne Bebop-Nummer, und dann ist das Konzert zu Ende und wir haben uns intellektuell der Kultur hingegeben oder so", sagt Bandleiter und Percussionist Jonas Herpichböhm. Die sechs Studenten und Absolventen der Musikhochschulen Mannheim und Nürnberg wollen Jazz mit Humor spielen. "Vielleicht ein bisschen frischer sein", beschreibt der 23-Jährige den Anspruch. Einflüsse aus Klassik, Bebop und Popmusik finden sich in ihrem Modern Jazz.

"Zuschauer sollen mitfiebern"

In Mannheim wohnt Herpichböhm in einer Musiker-Wohngemeinschaft zusammen mit einem Keyboarder und einem Posaune-Studenten. An den Wänden hängen Poster seiner Band und von Deep Purple, eine Gitarre steht in der Ecke. Die Raucherutensilien Tabak, Zigarettenfilter und -Papier, die verstreut auf dem Wohnzimmertisch liegen, sind mehr als nur Gebrauchsgegenstände. "Rauche Mich!" lautet ein Titel auf "Lebensweisheiten", dem ersten Album von Ohropack, und er beschreibt die Lust auf eine Zigarette.

"Man erinnert sich an die schöne Zeit, als man die letzte Zigarette geraucht hat, und bekommt richtig Lust drauf. Dann wird man von der Sucht gelockt: ,Rauche mich, komm, zünde dir eine Zigarette an', und ist dann überredet. Der Rauchakt ist dann musikalisch relativ kurz gefasst", beschreibt Herpichböhm das Stück und fügt grinsend hinzu: "Fünf der sechs Bandmitglieder rauchen."

Das Stück "Heiliger Michel" beschreibe das Gefühl, nachdem er in Spanien ein Bier von San Miguel getrunken habe, sagt der Mannheimer. "Ich dirigiere die Band dabei, was Geschwindigkeit angeht, half-time, double-time, wer jetzt wann zu improvisieren hat, wie ich diesen Rausch eben fühle", sagt er und lacht. "Das ist live gespielt natürlich ernst, weil wir ernsthaft Jazzmusik machen, aber das Publikum kann dabei mitfiebern." Nicht nur mitfiebern, auch mitmachen darf das Publikum auf der "All in Tour" der Musiker, ihrer bereits zweiten Tournee. "Wir lassen das Publikum an der Improvisation teilhaben, damit es auch ein bisschen mitfühlen kann, was wir machen."

Während des Konzerts fordern sie die Besucher auf, Musikstile auszuwählen, die dann gespielt werden. "Da sind schon die lustigsten Sachen dabei gewesen. Dass Punk gewünscht wird, ist schon normal", sagt Herpichböhm. "Jazz wird einfach nie langweilig, hat die meisten Farben, die meisten Tonspielmöglichkeiten." Den New Yorker Saxofonisten und Komponisten John Zorn nennt er sein Vorbild.

Ob es für Musikhochschulstudenten ungewöhnlich sei, bereits auf Tour zu gehen? "Ja, so was passiert wirklich nicht oft", erklärt Herpichböhm. "Als ich unsere erste Tour plante, hatten wir auch noch keinen Auftritt gehabt. Als die Veranstalter dann fragten, wie wir so ankommen, musste ich schon feilschen", erinnert er sich schmunzelnd. "Aber es hat alles gut geklappt." 22 Konzerte in einem Monat absolvierten die Jazzmusiker bei ihrer ersten Tour. Da drücken die Professoren dann auch mal ein Auge zu und erlauben, Klausuren zu verschieben. Auf der Platte greifen die Musiker auch zur Flasche. Sie pusten in mehrere mit unterschiedlichen Wassermengen gefüllte Bierflaschen etwa eine Minute lang eine südamerikanische Melodie. Diese folgt abgewandelt jedem Stück, so zu sagen als Nachspiel. Mal grölen die Sechs die Melodie, mal folgt sie als Metal-Version, mal spielt Bandmitglied Niko Seibold sie auf der Kalimba.

"Das sind die Lebensweisheiten", erklärt Herpichböhm. Sechs davon stehen auf dem CD-Cover und passen - mit einem Augenzwinkern - zu den Stücken selbst. So etwa "Die CD ist rund und das Album dauert keine 90 Minuten." Herpichböhm erklärt: "Wir machen schon viel Quatsch, aber darunter soll die Musik nicht leiden. Man sollte das alles nicht so ernst sehen. Wir wollen abgefahrene Musik machen, gegen die Jazz-Polizei."

© Mannheimer Morgen, Montag, 23.04.2012

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