Schneller als sie kamen, sind sie wieder weg: Teils gleich am Sonntag, spätestens gestern wurden die meisten der vielen Bühnen und Zelte des Katholikentags abgebaut. Zurück bleibt Stolz, dass Mannheim Gastgeber dieses Glaubensfests hat sein dürfen und sich dabei wirklich prima präsentierte - zurück bleiben aber auch Fragen.
Damit soll keineswegs der Erfolg des Katholikentags zerredet werden. Es war immerhin die größte Veranstaltung der Nachkriegsgeschichte - und Mannheim hat die mit den großen Menschenmassen verbundenen Herausforderungen insgesamt sehr, sehr gut gemeistert. Viele Ämter der Stadt, vor allem der Fachbereich Sicherheit und Ordnung, leisteten mit der Katholikentagsgeschäftsstelle eine penible wie perfekte Vorbereitung, klärten auch heikle Themen besonnen. Die überall präsenten, sehr freundlich-hilfsbereiten Polizisten und RNV-Mitarbeiter trugen zu dem sympathischen Bild der Stadt bei, das viele Besucher mitgenommen haben.
Doch dahinter steckte ein enormer Kraftakt. Der öffentliche Nahverkehr geriet zeitweise an seine Kapazitätsgrenzen; einige Stadtbahnen waren hoffnungslos überfüllt, manche Haltestellen zu schmal. Bis zum Turnfest in einem Jahr, das doppelt so groß wird, muss man da nachbessern.
Mit Konzerten im Unteren Luisenpark und auf dem nahezu komplett überbauten Paradeplatz sowie der erstmaligen Sperrung der Breiten Straße wurden auch Tabus gebrochen. Da hat Mannheim wirklich einen neuen Aufbruch gewagt - und gewonnen. Zwar lässt sich im Detail sicher noch manches verbessern. Aber letztlich haben sich diese Veranstaltungsstätten - zumindest für solch besondere Anlässe! - bewährt.
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