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Landgericht: Im großen Drogenverfahren ärgern sich Verteidiger über die Aufnahme eines Mannes ins Schutzprogramm

Kronzeugen-Vernehmung über Video

Archiv-Artikel vom Samstag, den 20.02.2016

Von unserem Redaktionsmitglied Angela Boll

Die Strafkammer 5 unter Vorsitz von Gerd Rackwitz (Mitte).

© Autz

Die Spannungen am Landgericht halten an: Im langwierigen Verfahren um Drogenhandel im großen Stil kam auch gestern wieder Missstimmung auf. Gerade erst hatte in einem abgetrennten Verfahren der Mannheimer Strafrechtler Ekkart Hinney die Abläufe in dem seit Juni 2014 andauernden Verfahren scharf kritisiert (wir berichteten), schon gehen die Reibereien in die nächste Runde.

Befragung vor Ort gefordert

Gestern nun dreht sich die Diskussion um einen Zeugen, dessen Befragung mit Beginn der Verhandlung um 9.30 Uhr geplant war. Der Mann - ein 39-Jähriger, der vor Jahren in Bad Dürkheim eine Eisdiele betrieb und 2011 mit über sieben Kilogramm Heroin im Auto von der Polizei geschnappt wurde - gilt als einer der Kronzeugen. Vor allem über seine Kontakte zu dem Hauptangeklagten erhofft sich die Kammer Erkenntnisse. Weniger erfreut zeigen sich allerdings die Verteidiger über die Gesprächsbereitschaft des Mannes, der noch immer nicht verurteilt ist und erst im Laufe dieses Verfahrens in ein Zeugenschutzprogramm aufgenommen wurde. Und so wundert es nicht, dass auch dieser Verhandlungstag mit einem Antrag startet, den ein Verteidiger des Hauptangeklagten stellt. Zahlreiche Vernehmungen habe der Zeuge ohne Schutzprogramm durchgeführt, warum man den Mann nun über Video vernehmen müsse, erschließe sich ihm nicht. Er hätte sich gewünscht, den Mann vor Ort befragen zu können, "um die Gestiken besser wahrnehmen zu können", erläutert der Verteidiger. Weitere Anwälte der nunmehr sieben Angeklagten schließen sich dem an. Allerdings erfolglos.

Um 11.42 Uhr lässt der Vorsitzende Gerd Rackwitz schließlich die Live-Schaltung zur Video-Vernehmung herstellen. Von wo aus der 39-Jährige zugeschaltet wird, erfährt dabei niemand, auch nicht, in welcher Stadt er zurzeit lebt und was er arbeitet - alles Maßnahmen des Zeugenschutzprogramms, weil sich der Mann von Leuten aus dem Umfeld des Hauptangeklagten bedroht fühlt. Sogar von einem Kopfgeld war die Rede, was der Verteidiger des Hauptangeklagten allerdings entschieden zurückweist.

Nun also schießt der Zeuge los, erzählt, wie er aus einer Geldnot heraus, Fahrdienste annahm. "Transporte von Punkt A nach Punkt B", es sei um Wasser gegangen, berichtet der Mann, "um Flüssigkeiten". Erst im Laufe der Zeit habe er gemerkt, dass "was nicht stimmt" und in dem Wagen, dem man ihm zur Verfügung gestellt hatte, eingebaute Verstecke entdeckt. Den Hauptangeklagten beschreibt er als einen der Mittelsmänner, "er hat angerufen und gesagt, wo ich hinkommen soll". Wieder ist es der Verteidiger des mutmaßlichen Bandenkopfes, der nachbohrt und mit jeder Erinnerungslücke des Zeugen ein wenig mehr die Geduld verliert. Als der Anwalt schließlich laut wird, unterbricht der Richter die Sitzung - "zur Beruhigung". Es bleibt also spannend.

Am Dienstag, 23. Februar, wird der Prozess fortgesetzt.

© Mannheimer Morgen, Samstag, 20.02.2016

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