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Soziales: Volker Hemmerich rückt neben Regina Hertlein und Roman Nitsch in den Caritas-Vorstand

„Nachfrage nach Pflege wird individueller“

Von unserem Redaktionsmitglied Meena Stavesand

Der Caritas-Vorstand (v.l.) Volker Hemmerich, Regina Hertlein und Roman Nitsch im Gespräch mit "MM"-Redakteurin Meena Stavesand über neue Bauvorhaben und die Zukunft der Pflege.

© Blüthner

Bis zu 35 Millionen Euro will der Caritasverband in den nächsten drei Jahren in neue Baumaßnahmen investieren, um in der Pflege gut aufgestellt zu sein. Diese Zahl verkündete das neue Vorstandsmitglied Volker Hemmerich gemeinsam mit seinen Kollegen Regina Hertlein und Roman Nitsch im Interview mit dieser Zeitung. Im Gespräch erläutert der nun dreiköpfige Vorstand weiter, dass er über flexiblere Pflegemodelle nachdenkt. Die Individualität werde eine größere Rolle bei den Angeboten einnehmen, vermuten die Caritas-Chefs.

Braucht der Mannheimer Caritasverband drei Chefs?

Regina Hertlein: In unserer Satzung ist festgelegt, dass wir einen Vorstandsvorsitzenden und ein bis zwei Vorstandsmitglieder haben. Daher ist das nicht ungewöhnlich.

Vorstand und Verband

  • Der Mannheimer Caritasverband hat drei Vorstandsmitglieder.
  • Regina Hertlein ist die Vorstandsvorsitzende. Die 53-Jährige wohnt in Oftersheim. Sie ist Religionspädagogin und Betriebswirtin.
  • Roman Nitsch (63) ist verheiratet und hat zwei Kinder. Der Diplom-Psychologe wohnt in Oggersheim.
  • Neu im Vorstand ist Volker Hemmerich. Der 41-Jährige stammt aus Mannheim und wohnt in Heddesheim. Der Diplom-Kaufmann ist verheiratet und hat zwei Kinder. Hemmerich arbeitet bereits seit zehn Jahren bei der Caritas und leitet die Abteilung Finanzen und Personal.
  • Der Caritasverband Mannheim ist ein Wohlfahrtsverband der katholischen Kirche und engagiert sich in den Bereichen Altenhilfe, Familie, soziale Beratung, Migration, Gesundheit und Beschäftigungsförderung.
  • Er wurde 1905 gegründet und betreibt in Mannheim sieben Pflegeheime, ein Hospiz, drei Sozialstationen, zwei Wohnheime für psychisch Kranke, zwei Kindergärten, eine Kinderkrippe und eine Kindertagespflege, drei Quartierbüros, zwei Nachsorge-WGs für ehemals Suchtkranke, zwei Tagesstätten für Wohnungslose, ein Frauenhaus und ein Wohnheim für Menschen, die auf dem freien Wohnungsmarkt keine Unterkunft finden. Er bietet auch kostenlos Beratung in verschiedenen Bereichen. (ena)

Ist mehr Arbeit der Grund für die Aufstockung?

Roman Nitsch: Auch, aber es ist eine Personalie auf lange Sicht. Ich werde 2019 in den Ruhestand gehen. Da wir so ein großer Verband sind mit vielen verschiedenen Facetten, macht es Sinn, eine lange Übergangszeit zu haben - auch zur Einarbeitung.

Hertlein: Außerdem haben wir mit Volker Hemmerich jemanden, der für die Position prädestiniert ist.

Warum?

Hertlein: Zum einen wegen seiner bisherigen Stellung als Leiter für Finanzen und Personal, durch die er mit allen Bereichen des Verbands in Berührung kommt. Zum anderen müssen wir die Wirtschaftlichkeit des Verbandes immer im Blick haben. Nur dann können wir unsere sozialen Aufgaben dauerhaft erfüllen.

Herr Hemmerich, wurden Sie für die Stelle vorgeschlagen, gefragt oder haben Sie sich richtig beworben?

Volker Hemmerich: Im Sommer 2015 gab es die ersten Gespräche mit den Vorsitzenden des Caritasrates, dem Aufsichtsgremium des Verbandes, ob ich mir die Position vorstellen könnte. Und jetzt bin ich hier.

Kam das für Sie eher überraschend?

Hemmerich: Es war bekannt, dass Roman Nitsch in den nächsten Jahren in den Ruhestand gehen wird, aber ich hatte das so noch gar nicht im Kopf. Daher kam das für mich doch eher unerwartet.

Wie wird sich Ihre Arbeit jetzt als Vorstandsmitglied verändern?

Hemmerich: Erst einmal muss ich viel Neues lernen. Ich bin zwar schon zehn Jahre dabei, kenne die politische Landschaft der Region, weiß, welche Angebote es wo gibt, dennoch bleiben Bereiche, die ich noch nicht so präsent habe. Daher: lernen und auf die Erfahrung meiner Kollegen zurückgreifen. Zu meinen Aufgaben gehören aber auch weiterhin Finanzen und Personal.

Stichwort Personal: Wie ist denn die Entwicklung beim Mannheimer Caritasverband in den vergangenen Jahren?

Hemmerich: Wir sind in den letzten zehn Jahren um ein Drittel gewachsen. Übrigens nicht nur bei der Mitarbeiterzahl, auch was die Bilanzsumme und den Umsatz angeht.

Nitsch: Das lag vor allem an einigen größeren Bauprojekten, insbesondere das Caritas-Zentrum am Taunusplatz ist hier zu nennen. Auch in den nächsten Jahren stehen einige Bauvorhaben an, die natürlich Geld kosten. Von daher ist es wichtig, einen Finanzexperten im Vorstand zu haben.

Wo bauen Sie noch in der Stadt?

Nitsch: Wir beginnen mit einem Neubau in Schönau - ein Caritas-Zentrum mit einem Pflegeheim und Betreutem Wohnen. Unser Pflegeheim im Odenwald bei Buchen muss zudem saniert und umgebaut werden. Weiter wollen wir unser Haus für psychisch kranke Menschen im Casterfeld herrichten. Wegen neuer gesetzlicher Vorhaben müssen wir auch das Joseph-Bauer-Haus (Käfertal) und Maria-Scherer-Haus (Rheinau) erneuern.

Wie viel investieren Sie insgesamt?

Hemmerich: Wir rechnen mit 30 bis 35 Millionen Euro über die nächsten drei Jahre. Bis 2019 sollen die Bauvorhaben abgeschlossen sein.

Betreutes Wohnen wird für Senioren immer interessanter. Wie ist das mit Wohngemeinschaften - ein ganz neues Modell?

Nitsch: Wohngemeinschaften haben wir bis jetzt noch keine. Das Thema ist aber spannend. Darum wollen wir dies zukünftig auch in der Praxis austesten.

Denken Sie, dass Wohngemeinschaften die Zukunft der Pflege sind?

Hertlein: Ich glaube, solche Wohngemeinschaften sind eher etwas für eine kleinere Zielgruppe. Denn auch dabei gibt es Grenzen, je nach dem, wie pflegebedürftig die Mitbewohner sind. Trotzdem haben wir einen Bedarf, den wir bedienen möchten. Für mich ist das klassische Pflegeheim mit seiner All-Inclusive-Leistung zukunftsfähig, weil es Begegnungsmöglichkeiten im Haus schafft und Chöre und Vereine das Leben mitgestalten.

Hemmerich: Ich denke, die Nachfrage wird generell individueller werden. Wir müssen diese Entwicklungen im Blick haben und uns anpassen - ob Pflegeheim, Mehrgenerationenhaus oder Wohngemeinschaften.

Nitsch: Wir haben in den vergangenen Jahren gesehen, dass wir Modelle miteinander kombinieren müssen, um alle Bedarfe zu decken. Das wird wahrscheinlich die Zukunft bei der Pflege sein.

© Mannheimer Morgen, Dienstag, 21.03.2017

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