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Soziales: Bericht über die Situation bulgarischer Zuwanderer im Jungbusch-Koordinierungskreis

Osteuropäer in prekärer Lage

Archiv-Artikel vom Freitag, den 30.03.2012

Von unserem Redaktionsmitglied Anke Philipp

Razzia im Jungbusch: Die Polizei ist Geschäftemachern auf der Spur.

© zg

Der Zuzug von Menschen aus osteuropäischen Ländern hält unvermindert an: "Die Vehemenz der Entwicklung hat uns überrascht", sagte Michael Scheuermann, Quartiermanager im Jungbusch, bei einer Sitzung des Koordinierungskreises. Während andere Städte (Duisburg) zurzeit mit speziellen Handlungskonzepten offensiv den Herausforderungen (auch finanziellen) begegnen, ist man in Mannheim zurückhaltend. Immerhin: Seit einem Jahr gibt es aufgrund des Drucks von Betroffenen eine Anlaufstelle für die neuen Zuwanderer. Mitarbeiterin Marija Krstanovic zog in dem Jungbusch-Gremium jetzt eine durchwachsene Bilanz.

Demnach verlassen vor allem Bulgaren, Angehörige der Roma- und der türkischsprachigen Minderheit, mit Kleinbussen ihr Land. Meist sind es Familien mit Kindern, die aus ärmlichsten Verhältnissen flüchten, und die in Mannheim auf ein menschenwürdiges Dasein hoffen. "Dafür sind sie bereit, legal zu arbeiten, um sich und ihre Familien durchzubringen", sagte Krstanovic. Und: "Die Zuwanderer gedenken zu bleiben", berichtete sie, dass bisher lediglich zwei Personen zwecks Rückkehr ihr Büro aufsuchten.

Dabei - und das wissen die wenigsten - warten oft skrupellose Geschäftemacher auf sie, die ihre Notlage brutal ausnutzen. So landen viele zu Dutzenden ohne Mietverträge in überteuerten Zimmern, werden als Tagelöhner schamlos ausgebeutet. Ein großes Problem seien nicht vorhandene Krankenversicherungen: "Hier muss sich die Stadt dringend etwas einfallen lassen", so Krstanovic. Auf Nachfragen wurde deutlich, dass Zuwanderer seitens der Behörden mitunter Repressalien ausgesetzt sind: So hapert es mit dem Kindergeld, beim Finanzamt oder dem Einwohnermeldeamt. "Jedenfalls drängt sich auf, dass die Menschen anders als Andere behandelt werden", sagte Alexander Sauer (SPD). Auch wollte man wissen, wie es möglich ist, dass in einem Haus für 60 Personen an die 200 Leute angemeldet sind. "Wir erleben hier die Riesenverzweiflung der Eltern", so Verena Wittemer von der Jungbusch-Grundschule.

Kritisiert wurde die "Arbeitsgruppe Südosteuropa" bei der Stadt. Die habe seit Dezember nicht mehr getagt: "Die Kommunikation mit dem Stadtteil ist nicht vorhanden", ärgerte sich Christian Kirchgässner (CDU). All dies sei einer Stadt, die Kulturhauptstadt werden wolle, nicht würdig, fand man. Bewohner wollen jetzt einen Freundeskreis für Neubürger und Roma gründen. Von Stadt und Ordnungsbehörden erwarten die Stadtteile, dass rigoros Hintermännern das Handwerk gelegt wird. "Wir werden denen auf die Füße treten, die Kapital aus der Notlage dieser Armutsflüchtlinge schlagen", kündigte Joachim Scholl vom Polizeirevier Innenstadt an.

In Mannheim hat sich die Zahl der bulgarischen Zuwanderer seit dem EU-Beitritt Anfang 2007 von 667 auf 2 600 (2010) vervierfacht. Dabei ist die Dunkelziffer hoch, Experten schätzen die Zahl mittlerweile auf über 5000. Mit 10,5 Prozent weist der Jungbusch die mit Abstand höchste Dichte an bulgarischen Zuwanderern auf. Zwei Drittel der gemeldeten bulgarischen Kinder leben in der Innenstadt, dem Jungbusch und der Neckarstadt-West.

© Mannheimer Morgen, Freitag, 30.03.2012

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