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Sicherheit: „Keine konkreten Erkenntnisse“ – aber dennoch gibt es Lkw-Blockaden und Beamte mit Maschinenpistolen

Polizei bewacht Fasnachtszug

Von unserem Redaktionsmitglied Peter W. Ragge

Deutlich mehr Polizisten als bisher werden rund um den Fasnachtszug präsent sein. "Es gibt Dinge, die tut man nicht, dann ist Schluss mit lustig, da werden wir niederschwellig eingreifen", kündigen die Beamten an.

© dpa

Beim Fastnachtsumzug durch Mannheim wird die Polizei dieses Jahr deutlich stärker als sonst präsent sein (Archibild).

© Prosswitz

Die Mannheimer Polizei wird beim Fasnachtszug am nächsten Sonntag, 26. Februar deutlich stärker als sonst präsent sein - aber nur rein vorbeugend. "Wir haben keinerlei, wirklich keinerlei Erkenntnisse über Störungen", versicherte Polizeidirektor Dieter Schäfer, der Einsatzleiter, gestern. Er werde "alles tun, die größtmögliche Sicherheit zu bieten", versprach Schäfer und betonte: "Ich freue mich auf den Zug". Jeder könne unbeschwert Fasnacht feiern.

Dennoch gab es erstmals eine gemeinsame Pressekonferenz von Stadt, Polizei und Karnevalskommission nur zum Thema Sicherheit. "Seit Wochen", so Erster Bürgermeister Christian Specht, arbeite man zusammen an einem Konzept. "Aber meine Botschaft ist: Ich freue mich auf den Fasnachtszug", betonte auch Specht, schließlich sei er "die größte bürgerschaftlich und ehrenamtliche getragene Kulturveranstaltung". Durch die Zusammenarbeit mit Ludwigshafen werde zudem "die Metropolregion erlebbar". Die Stadt habe, wie die Polizei, "keinerlei Erkenntnisse über Gefährdungen". Aber natürlich müsse man heute intensiver nahdenken.

Einsatzkräfte vervierfacht

"Die Fasnacht ist nicht im Focus von Islamisten", bekräftigte Polizeidirektor Schäfer. Aber dennoch gebe es derzeit in Deutschland eine "abstrakt hohe Gefährdungslage". Nach den Lkw-Attentaten von Nizza und Berlin sei "ein irgendwie mitschwingendes Unbehagen klar", räumte der Polizeidirektor ein, "wenn es auch keine konkreten Erkenntnisse gibt", wie er wiederholte.

Doch die Polizei reagierte bereits im Vorfeld. Alle Karnevalsvereine mussten die Personalien jener Fahrer melden, die am Steuer der Zugmaschinen der großen Elferrats- und Motivwagen sitzen. Wenn kurzfristig jemand absagt und ein anderer Fahrer einspringt, hat die Polizei da ein besonderes Auge 'drauf.

Während im Rheinland teilweise ein Lkw-Fahrverbot für die Innenstädte verhängt wurde, gibt es dafür in Mannheim keinen Grund - hier gilt sonntags ohnehin ein Fahrverbot für Lastwagen, dort sind die Karnevalsumzüge am Rosenmontag und damit werktags. In Mannheim haben alle Streifenwagenbesatzungen am Fasnachtsonntag jedoch die Anweisungen, Lkw zu stoppen und zu kontrollieren.

Statt unflexibler Betonsperren wird die Stadt an den Zufahrten zum Fasnachtszug, etwa am Friedrichs- und Kaiserring sowie der Augustaanlage, als zusätzlichen Schutz der Besuchermassen sechs tonnenschwere Müllfahrzeuge platzieren. Schäfer postiert dort vorsichtshalber Polizisten mit Maschinenpistolen. Allein die Zahl der für Sicherheitsaufgaben zuständigen Polizisten hat Schäfer im Vergleich zum Fasnachtszug 2015 vervierfacht. Auch wenn sonst nie vorher die Zahl eingesetzter Beamter genannt wird, sprach er davon, er habe sie "um 99 erhöht". Bislang hatte er für solche Aufgaben den Einsatzzug, sprich rund 30 Mann. Dazu kommen weiterhin Kräfte für Absperrungen und Verkehrsregelung.

Flugblätter für Flüchtlinge

Für alle Einsatzkräfte gelte "die Losung erhöhte Aufmerksamkeit", so Schäfer. Jeder könne und dürfe ausgelassen feiern, "aber man sollte üble Späße und Scherze lassen", sagte er: "Es gibt Dinge, die tut man nicht, dann ist Schluss mit lustig, da werden wir niederschwellig eingreifen" - was für Kostüme als Attentäter und "Scherze" mit Waffen ebenso gelte wie die etwaige Belästigung von Frauen.

"Besondere Zufluchtsorte" wollte die Stadt aber nicht schaffen, sagte Specht. "Wer sich unwohl oder bedroht fühlt, kann jederzeit einen Beamten ansprechen", zudem sei der Sicherheitscontainer am Paradeplatz von 12 bis 21 Uhr als Anlaufstelle geöffnet und der Kommunale Ordnungsdienst zusätzlich präsent. Wie im Vorjahr werden in Flüchtlingsunterkünften Flugblätter verteilt und Plakate aufgehängt, die Fasnachtsbrauchtum erklären "und sagen, was nicht geht", so Specht.

Auch die Fasnachter selbst kümmern sich um Sicherheit. Die Karnevalskommission (KKM), Dachorganisation der Vereine und Veranstalter des Umzugs, hat 50 Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsunternehmens engagiert. "Die stehen in sehr engem Funkkontakt mit der Polizei", so KKM-Präsident Thomas Dörner.

Der Umzug startet um 14 Uhr am Stadthaus N 1, dort wird sich das SWR-Fernsehen postieren und zwei Stunden live übertragen. Insgesamt legen die etwa 1500 Mitwirkenden des Umzugs in 95 Wagen, Fußgruppen oder Musikzügen eine rund drei Kilometer lange Strecke zurück. "Wir werden einen schönen Fasnachtszug haben, wir freuen uns darauf", betonte er. KKM und Specht rechnen wieder mit rund 300 000 Zuschauern, "damit sind wir nach Mainz, Köln und Düsseldorf einer der größten Umzüge", sagte Specht.

© Mannheimer Morgen, Samstag, 18.02.2017

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