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Stadtentwicklung: Standort am Hauptbahnhof wird geschlossen / 200 Mitarbeiter betroffen / Finanzcenter künftig am Paradeplatz

Post-Ära endet nach 100 Jahren

Archiv-Artikel vom Freitag, den 17.10.2014

Von unserem Redaktionsmitglied Anke Philipp

Die Post-Dienstleistungen am Hauptbahnhof verschwinden, das markante Portal wird, wie schon einmal, abgetragen und später wieder aufgebaut.

© tröster

Hiobsbotschaft für Kunden der Post: Das Gebäude am Bahnhof, in dem das Postbank Finanzcenter und die Paketzustellung untergebracht sind, wird zum Jahresende geschlossen. Das Gebäude soll abgerissen, das denkmalgeschützte Eingangsportal rück- und später wieder aufgebaut werden. Auf dem vier Hektar großen Gelände zwischen Willy-Brandt-Platz und dem ehemaligen Postbahnhof entsteht in den nächsten Jahren das neue "Quartier 13" mit Büros, Hotels und Wohnungen.

Gewerbetreibende aus der Umgebung sind entsetzt: Die Postdienstleistungen seien hoch frequentiert, sämtliche Postfächer ausgelastet. "Wo sollen wir denn jetzt hin", so ein aufgebrachter Geschäftsmann gegenüber der Zeitung: "ein Postamt am Bahnhof - das hat doch jede Großstadt".

Finanzcenter zieht an Paradeplatz

„Jahrhundertbauwerk“: das Bahnpostamt

Die Geschichte des Bahnpostamts beginnt zwischen 1910 und 1912: In diesen Jahren entsteht das "Kaiserliche Postamt", ein Monumentalbau des Historismus nach einem Entwurf von St. Ange, Paris.

Nach einer Erweiterung 1924 (Fernmeldeamt) wird das Gebäude aber im Zweiten Weltkrieg zerstört und ab 1949 mit dem erhaltenen monumentalen Eingangsportal, das zuvor abgetragen wurde, wieder aufgebaut. Das Architekturbüro Schmucker gestaltet um die großen Säulen die Schauseiten des Postamtes.

1982 wird das alte Postamt 2 abgerissen und durch einen 150-Millionen-DM teuren Ersatzbau erweitert, der 1987 eingeweiht wird. Der Verwaltungstrakt mit dem denkmalgeschützten Portal wird durch ein Betriebsgebäude ergänzt, die Außenwände vom Stuttgarter Bildhauer Otto Herbert Hajek mit gestaltet.

Die Bundespost bejubelt das "Jahrhundertbauwerk": Das Postamt beliefert zeitweise eine Fläche von über 600 Quadratkilometern und 570 000 Einwohner. Die Paketstelle ist eine der größten in Deutschland.

Zur Erinnerung: Seit dem Jahr 2008 residieren die Post-Unternehmen am Bahnhof nur noch zur Miete, nachdem die Grundstücke samt Immobilien an die in Dallas beheimatete Anlagegesellschaft Lone Star verkauft, später von der Fondsgesellschaft Lorac gemanagt wurden. Der nördliche Teil der Fläche am Bahnhof wird derzeit von der Dream Global Advisors Germany GmbH, der südliche Teil von Hudson Advisors Germany verwaltet. Gespräche mit potenziellen Projektentwicklern seien vielversprechend, gibt sich Rathaus-Stadtplaner Klaus Elliger optimistisch, dass noch in diesem Jahr ein Investor den Zuschlag bekommen könnte. Danach plant die Stadt ein konkurrierendes Verfahren, "damit ein guter Stadtbaustein mit vielfältigen Nutzungen entsteht".

Doch das ist Zukunftsmusik. Aktuell hat man bei der Postbank, so Sprecherin Iris Laduch-Reichelt, andere Sorgen. Seit über einem Jahr, bedauert sie, suche man nach Ersatzflächen in der näheren Umgebung, leider erfolglos. Deshalb hat sich die Postbank entschlossen, das Finanzcenter am Bahnhof mit dem Finanzcenter am Paradeplatz zusammenzulegen und das Dienstleistungsangebot dort zu erweitern. So wird am Paradeplatz zukünftig auch eine Paketausgabe für die Abholung gelagerter Sendungen eingerichtet. "Das Finanzcenter am Paradeplatz wird rechtzeitig umgebaut, sodass die Kunden dort das volle Leistungsspektrum der Bank nutzen können", kündigt Raduch-Reichelt an. Das Finanzcenter am Hauptbahnhof ist letztmalig am Montag, 27. Dezember, für die Kunden geöffnet.

Zwei Paket-Zustellbasen

Allerdings: Nach Auskunft der Zentrale in Bonn möchte die Postbank nach der Neuentwicklung des Bahnhofsgeländes dort mit einem neuen Angebot vertreten sein. Nach dem aktuellen Stand der Planungen könnte dies dann in Form eines Selbstbedienungsbereiches geschehen. Die Betreuung der Postfachanlage soll von einem noch festzulegenden Partner übernommen werden.

"Auch wir werden Räume am Hauptbahnhof bis zum Jahresende räumen", sagt Hugo Gimber, Sprecher der Deutsche Post AG in Stuttgart. Die Paketzustellung werde künftig von zwei neuen mechanisierten Zustellbasen (Süd, Ruhrorter Straße 6 und Nord, Taylor Barracks) aus erfolgen: Beide Gebäude stünden bereits, die Sortieranlagen müssten noch eingebaut werden. Die Briefträger, die noch am Hauptbahnhof untergebracht sind, ziehen in einen neuen Zustellstützpunkt in der Gottlieb-Daimler-Straße 14 (Fahrlach). Dorthin werde auch die Postfachanlage, die sich zurzeit noch im Postbank Finanzcenter am Willy-Brandt-Platz 13 befindet, umziehen. Gimber: "Postfachkunden, die am neuen Standort kein Postfach wollen, können wählen zwischen einem Postfach am Paradeplatz oder der Zustellung ihrer Sendungen an die Hausadresse." Darüber hinaus verhandle man mit Geschäften in der Nähe des Bahnhofs, die Interesse an einer Postagentur haben.

Insgesamt arbeiten bei der Post AG am Hauptbahnhof rund 200 Menschen, 120 in der Paketzustellung (Zusteller, Verwaltungskräfte) und circa 80 in der Briefzustellung und im Postfach (Zusteller/Postfachverteiler, Verwaltungskräfte). Die Kräfte aus der Paketzustellung werden künftig je zur Hälfte in den Zustellbasen Nord und Süd arbeiten. Die rund 80 Kollegen, die für die Briefzustellung sorgen und das Postfach betreuen, ziehen in den neuen Zustellstützpunkt in die Gottlieb-Daimler-Straße 14 um.

© Mannheimer Morgen, Freitag, 17.10.2014

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