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Kriminalität: Ermittlungen bei verschiedenen Straftaten führen zu Großkontrolle in Bulgaren-Szene / Knapp 100 Beamte beteiligt

Razzia am frühen Morgen – Haus komplett vermüllt

Archiv-Artikel vom Donnerstag, den 28.04.2011

Von unserem Redaktionsmitglied Timo Schmidhuber

Die Fälle sind unterschiedlich, mal geht es um Diebstahl oder Betrug, mal um Sachbeschädigung oder Körperverletzung. Aber immer wieder, so sagt die Polizei, hätten die Ermittlungen zu diesem Anwesen in der Neckarstadt-West geführt, in dem ausschließlich Bulgaren wohnen. Lange haben die Ermittler diese Razzia vorbereitet. Als gestern Morgen um kurz vor sechs die knapp 100 Einsatzkräfte vor der Elfenstraße 26 stehen, haben sie Durchsuchungsbeschlüsse für fünf Wohnungen sowie zwei Räumungsanordnungen dabei. Sie stoßen auf erschreckende Verhältnisse.

Einige der Wohnungen wirken wie ein Rohbau - Tapeten fehlen, alte Holzdielen bilden den Boden, Stromleitungen sind angezapft. Ein Zimmer ist mit Möbeln, Taschen und Elektrogeräten so vollgestopft, dass sich die Tür kaum öffnen lässt. Im Hof zwischen Vorder- und Hinterhaus türmen sich Müllsäcke und kaputte Möbel. Der beißende Geruch von Urin hängt in der Luft.

"Wir schauen, ob wir in den beiden Häusern zum Beispiel Diebesgut finden", erklärt Polizeisprecher Martin Boll. In einem der Wagen vor dem Gebäude überprüfen die Beamten die Personalien der Menschen, die sie in den Häusern antreffen. An diesem Morgen sind es 37 Erwachsene, dazu sieben Kinder und vier Jugendliche. Nicht einmal die Hälfte von ihnen ist an dieser Adresse gemeldet. Die Häuser mit den insgesamt 13 Wohneinheiten hätten auch als Übernachtungsmöglichkeit für Landsleute auf der Durchreise gedient, erklärt Boll. Daher sei schwer zu sagen, wie viele dauerhaft hier leben. "In einer Zweizimmerwohnung sind wir auf sechs Erwachsene und vier Kinder gestoßen." 148 Personen seien bei der Stadt an dieser Adresse gemeldet - viele hätten sich nach ihrem Weggang einfach nicht abgemeldet.

Draußen, zwischen den vielen Polizeiwagen, steht Volker Marzenell, der Hauseigentümer. Er hatte das Anwesen Anfang des Jahres gekauft und die Mieterverhältnisse übernommen. Die Bausubstanz der Gebäude sei gut, er wolle sie renovieren und weiterhin vermieten, sagt er. Auch an Leute, die nicht so viel im Geldbeutel haben. "Aber die Miete müssen sie halt bezahlen." Das hätten viele der jetzigen Bewohner nicht mehr getan, für sieben Wohnungen hat er deshalb Mahnschreiben und sogar Kündigungen verfasst. Am Ende habe ihn dann einer im Hof mit einem Messer bedroht.

Die Razzia in diesem Haus ist nicht die erste in der Bulgaren-Szene. Vor eineinhalb Jahren hatte die Polizei die bulgarischen Lokale und Vereinsräume in der Mittelstraße kontrolliert. Den zuletzt stark gestiegenen Zuzug der Osteuropäer, die fast alle aus den gleichen zwei, drei Städten kommen, sehen in diesem Teil der Neckarstadt-West viele als Problem. Von Parallelgesellschaft ohne Kontakt zum restlichen Teil der Bevölkerung ist da die Rede, auch wenn das kaum einer öffentlich sagen will.

Quartiermanager Gabriel Höfle formuliert die Sache bewusst vorsichtig: "Wir können es nicht nachweisen, aber es ist unsere Wahrnehmung, dass ein Teil der Zuwanderer aus Bulgarien kriminelle Ziele verfolgt." Dieser Eindruck vieler Neckarstädter zeigt sich laut Höfle auch in einer Umfrage aus dem vergangenen Jahr über die Situation im Stadtteil. Probleme mit den Bulgaren seien dabei als wichtiges Thema genannt worden. Viele von ihnen lebten in ärmlichsten Verhältnissen, sagt Höfle. Im Jungbusch ist die Situation ähnlich, Höfle und sein dortiger Quartiermanager-Kollege überlegen deshalb, ein spezielles Beratungsangebot für die bulgarischen Zuwanderer zu schaffen.

© Mannheimer Morgen, Donnerstag, 28.04.2011

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