DAS NACHRICHTENPORTAL RHEIN-NECKAR

Freitag, 19.12.2014

Suchformular
 
 

Feudenheim Friedrichsfeld Innenstadt / Jungbusch Innenstadt / Jungbusch Käfertal Lindenhof Neckarau Neckarstadt Ost / Wohlgelegen / Herzogenried Neckarstadt Ost / Wohlgelegen / Herzogenried Neckarstadt Ost / Wohlgelegen / Herzogenried Neckarstadt West Neuostheim / Neuhermsheim Neuostheim / Neuhermsheim Oststadt / Schwetzingerstadt Oststadt / Schwetzingerstadt Rheinau / Hochstätt Sandhofen Schönau Seckenheim Vogelstang Waldhof / Gartenstadt / Luzenberg Waldhof / Gartenstadt / Luzenberg Waldhof / Gartenstadt / Luzenberg Wallstadt

Lieber Leser, bitte aktivieren sie Cookies, um in den vollen Genuss unseres Angebotes zu kommen.

  • Drucken
  • Senden

Kulturpolitik: Sanierung des Jugendstilbaus der Kunsthalle um 1,258 Millionen Euro teurer / Planungsfehler und Überraschungen

Stadt streitet mit Architekturbüro

Von unserem Redaktionsmitglied Peter W. Ragge

Die Bürgermeister Grötsch, Specht und Quast sowie Direktorin Lorenz (v. l.) rückten gestern auf der Baustelle an, um Mehrkosten zu erklären - unter anderem durch komplizierte Leitungsverläufe.

© Prosswitz
© Markus Prosswitz / masterpress

Die Kostensteigerungen bei der Sanierung des Jugendstilbaus der Kunsthalle liegen zumindest teilweise auch an Auseinandersetzungen mit dem Architekturbüro. Das wurde gestern bei einem Pressetermin auf der Baustelle deutlich. In der Vorlage für den Gemeinderat ist von "internen Liquiditätsproblemen" des Berliner Architekturbüros sowie einem "drohenden Insolvenzrisiko" die Rede. Nach "MM"-Informationen wurde der Vertrag mit dem Architekten vor wenigen Tagen gekündigt, nachdem schon seit November der Bauleiter ersetzt werden musste. Einen Teil der Mehrkosten hat die Stadt juristisch geltend gemacht.

Wie gestern und bereits im November im "MM" berichtet, wird die Sanierung des Jugendstilbaus nun insgesamt rund 22 Millionen Euro kosten - genau 1,258 Millionen Euro mehr als bisher beschlossen. Die zusätzlichen Gelder soll der Hauptausschuss am Dienstag bewilligen, finanziert aus Mehreinnahmen bei der Gewerbesteuer, wie es heißt.

Gestern rückten gleich drei Bürgermeister auf der Baustelle an. Sie bilden gemeinsam den "Lenkungsausschuss" des Großprojekts. Es soll, wie Erster Bürgermeister Christian Specht sagte, "trotz aller Widrigkeiten" rechtzeitig fertig werden. So ist im Oktober ein, so Kunsthallendirektorin Dr. Ulrike Lorenz, "Grand Opening" für die Bevölkerung geplant und ab November die erste große Ausstellung, eine große Schau zu Otto Dix und Max Beckmann.

"Dann kann dieses schöne Gebäude und der historische Ruf der Kunsthalle mit neuem Leben erfüllt werden", freute sich Kulturbürgermeister Michael Grötsch, "und das Haus erfüllt wieder zeitgemäße technische und klimatische Standards, um mit internationalen Leihgebern kooperieren zu können."

Energie-Einsparungen

"Wir haben hier ein Juwel, ein denkmalgeschütztes Gebäude von herausragender Bedeutung. Tipptop saniert und für Altbauten einen hervorragenden Standard beim Energieverbrauch erreicht", hob Baubürgermeister Lothar Quast hervor: "In 20 Jahren macht das Einsparungen von 1,6 Millionen Euro aus", so Quast. Für dieses "Leuchtturmprojekt" zur energetischen Sanierung seien zwar zusätzliche Leistungen notwendig geworden, doch ein Teil werde durch Zuschüsse von Bund und Land wieder abgedeckt.

Allerdings führten dieses Energie-Projekt und das 100 Jahre alte Gebäude "zu schwer kalkulierbaren Kosten und unerwarteten Mehrausgaben", wie Specht sagte. Er erklärte die Mehrkosten, indem er die Arbeiten an der Kunsthalle mit einem Oldtimer verglich. Den habe man nicht nur fit für den Straßenverkehr machen, sondern zudem mit dem modernsten, energieeffizientesten Motor ausstatten wollen. "Und wenn Ihnen dann noch während der Arbeiten die Werkstatt Probleme bereitet und sie wechseln müssen, sehen sie die Dimension des Problems", deutete er die Schwierigkeiten mit dem Architekten nur an.

Ihm wirft die Stadt vor, dass er "Baumassen falsch aufgemessen hat", so Stephen Berger, Projektleiter beim Immobilienmanagement: "Es gab Dinge, die hätte man sehen könne, ja sehen müssen." Offiziell schreibt die Stadt, das "ursprünglich beauftragte Planungsbüro" habe "einige notwendige Leistungen in seinen Kostenschätzungen nicht berücksichtigt". Manchmal setzte es aber auch Ausgaben extrem zu hoch an, weshalb die Stadt sogenannte "Vergabegewinne" von über zwei Millionen realisieren konnten, weil die Rechnungen niedriger ausfielen. Andererseits sei der Bau "mehr marode gewesen als erkennbar", so Berger: "Wir mussten viel mehr Putz abschlagen!"

Problem Denkmalschutz

Einen gewichtigen Teil der Mehrausgaben entfällt laut Berger auf den Versuch, ein Jugendstilgebäude zum Niedrigenergiehaus zu verwandeln. "Durch den Denkmalschutz konnten wir keine Leitungen außen am Gebäude entlang führen, sondern mussten alles im Bestandsmauerwerk machen, mit über tausend Kernbohrungen - da gab es manche Überraschung", so Berger. Es gebe in dem Gebäude auch "kaum gerade Linien und rechte Winkel". Wegen der unter Denkmalschutz stehenden Terrazzoböden war in einigen Räumen keine Fußbodenheizung möglich - also musste Deckensegel oder eine Wandheizung installiert, diese aber so isoliert werden, dass man weiter Bilder hängen kann.

© Mannheimer Morgen, Freitag, 25.01.2013

Kommentar schreiben

Jeder Kommentar wird mit dem Vor- und Nachnamen des Autors veröffentlicht.

Sie müssen sich einloggen, um einen Kommentar zu verfassen.

Leser-Kommentare  

Aufgrund von nicht freigegebenen Kommentaren kann die Anzahl dargestellter Kommentare abweichen

    • Drucken
    • Senden
     
     
    TICKER

    Das Wetter in Mannheim

    Mannheim - Prognose für 21 Uhr

    Das Wetter am 19.12.2014 in Mannheim: örtlich Regenschauer
    MIN. 7°
    MAX. 12°
     

    Download

    Die Träger der Integrierten Leitstelle Rhein-Neckar reagieren auf "MM"-Berichterstattung.

    CDU-Mitgliederbefragung zur BuGa

    Trägt die CDU-Basis die bisherigen Pläne zur Bundesgartenschau mit? Noch bis Sonntag, 14. Dezember, können die Mannheimer CDU-Mitglieder darüber abstimmen. Hier können Interessierte den Fragebogen und das Infoblatt herunterladen.

     
     

    Wo können die Gelben Säcke abgeholt werden?

    Wo können in Mannheim die Gelben Säcke abgeholt werden. Unsere Übersicht listet die Stellen auf. (PDF als Download)

    Zum Thema

    Totalversagen der CDU

    Die Mannheimer CDU hat - wie so häufig - aber dieses Mal beim wichtigsten Stadtentwicklungskonzept der kommenden zehn Jahre, endgültig den politischen Kompass verloren. Was oberflächlich als das Eingehen auf den "Bürgerwillen" daher kommt, ist mit politischem Totalversagen gleichzusetzen. [mehr]

    Grafik

    Entwicklung des Arbeitsmarktes 2013/2014

    So haben sich die Arbeitslosenzahlen und die Arbeitslosenquote 2013 und 2014 in Mannheim, Ludwigshafen und Heidelberg bisher entwickelt.

    „MM“-Kantine

    Regionalgenre mit Tücken

    Ein todkranker Greis, der von einem Neonazi erstickt werden soll. Eine 17-Jährige, die getötet und anschließend würdelos nackt auf einer Parkbank drapiert wurde. Ein Schauspieler, den mitten auf der Theaterbühne ein tödlicher Speer durchbohrt. Und ein Privatdetektiv, den Einbrecher in seinem… [mehr]

    morgenweb und fnweb führen Online-Abos ein

    Eine Investition in die Qualität

    Mannheim. Die renommierte "New York Times" aus den USA hat es im März 2011 vorgemacht, seitdem folgen auch in Deutschland immer mehr Verlage mit unterschiedlichen Bezahlmodellen im Internet. So hat zum Beispiel die "Bild-Zeitung" erst im Juni diesen Jahres ihr neues Digital-Abo-Angebot "Bild… [mehr]

    Kontakt zur Lokalredaktion

    Die Lokalredaktion erreichen Sie unter folgenden Telefonnummern:

     
    Sekretariat  
    Frau Roy 0621/392 13 18
    Frau Syring 0621/392 13 19
    Fax 0621/392 16 67
    Redakteure Stadtteilseiten  
    Mitte: Frau Philipp 0621/392 16 30
    Süd: Herr Cerny 0621/392 13 98
    Ost: Herr Jansch 0621/392 13 47
    Nord: Herr Zurheide 0621/392 13 16
     

    Schreiben Sie uns eine E-Mail!

    Beilage "Klasse 5"

    Wohin nach der Grundschule?

    Die weiterführenden Schulen im Steckbrief. Eine Beilage zur Ausgabe Ihrer Zeitung vom 7. Februar 2014.

    Wissenstests

    Gesucht: Kenner der Region!

    Ob Nachrichten aus Rhein-Neckar oder die regionale Weinszene - wie gut wissen sie Bescheid? Wöchentlich erwarten sie neue herausfordernde Wissenstests. Zeigen Sie, dass Sie ein Kenner der Region sind!

    Spezial

    Bauprojekte in der Mannheimer City

    Q6/Q7, Prinz-Haus, Bankpalais, Plankenumbau: Die Mannheimer City befindet sich im Umbruch. Wir fassen die Berichterstattung zu den Projekten in einem eigenen Portal zusammen. [mehr]

    Hier geht's zum Spezial!

    Zum Thema

    Total verstört statt Weihnachtszauber

    Ich möchte meinen Unmut über die Feuershow beim Mannheimer Märchenwald am Samstagabend kundtun. Nach unseren Weihnachtseinkäufen wollten meine Familie und ich den Abend mit der Feuershow ausklingen lassen. Doch was wir sahen, erschreckte uns. Meiner Frau und mir kam dieses Spektakel mit den jungen… [mehr]

    Rund 10.000 Jobs, Praktika und Ausbildungsplätze in Mannheim und Umgebung finden Sie hier

     

    DAS NACHRICHTENPORTAL RHEIN-NECKAR