Handel:
Planken-Umbau und das neu entstehende Stadtquartier Q 6/Q 7 wichtige Faktoren bei Ansiedlungen / Depot kommt nach P 6
Standort am Schnittpunkt zweier Zukunftsperspektiven
Von unserem Redaktionsmitglied Roger Scholl
Das Parkhaus in Q6 soll abgerissen werden. Für 250 Mio. Euro soll hier ein neuer Einkaufskomplex mit 100.000 m² Bruttogeschossfläche und 1400 Tiefgaragenparkplätzen entstehen.
© Markus Prosswitz / masterpress
Es ist wie beim Schach, wer gewinnen will, muss strategisch wichtige Felder besetzen, muss die Züge der anderen vorausahnen, muss wissen, wie sich das große Spiel entwickelt. Das Schachbrett, das sind die Innenstädte, es geht um die besten Einkaufslagen, jedes Detail ist wichtig, die Laufwege der Kunden, künftige Bauprojekte, die Nachbarschaft. In P 6, 20/21 lässt sich dieses "Laden-Schach" derzeit beispielhaft erkennen, dort hat die DIC-Gruppe 900 Quadratmeter vermietet, die gleich aus mehreren Blickwinkel interessant sind für den Handel. Mehrere große Textil-Filialisten waren an der Lage interessiert - das Rennen machte Depot. Der Wohn-Accessoire-Spezialist steuert auf seinem Expansionskurs die City an, ab 29. Oktober will man auf zwei Etagen seine Sortimente zeigen. Ein Standort am Schnittpunkt zweier Zukunftsperspektiven, denn der bevorstehende Planken-Umbau und die Nähe zum neuen Stadtquartier Q 6/Q 7 gaben am Ende den Ausschlag für das Ja zu P 6.
Oliver Oser kennt die Branche, er weiß ganz genau, was seine Kunden suchen. Er managt bei DIC-Onsite das Vermietungsgeschäft, 330 Objekte mit mehr als zwei Millionen Quadratmetern betreut sein Unternehmen - es hat 2006 das Immobilien-Portfolio der Fay-Gruppe übernommen - deutschlandweit, allein 23 sind es in Mannheim. "Wer sich für eine Lage in der City interessiert, hat ganz klare Kriterien", rekapituliert Oser, dabei geht es etwa um die Nachbarn in der Laden-Landschaft, "aber eben beispielsweise auch darum, wer auf unserer Seite der Planken eher läuft, die jüngere oder die ältere Kundschaft". Die Ladenmiete spiele dagegen bei Top-Lagen nur eine untergeordnete Rolle, "das sind fünf Prozent des erwarteten Umsatzes", viel entscheidender sei da schon die Perspektive. "Und da konnten wir mit dem Planken-Umbau und dem Neubau drüben in Q 6/Q 7 schon ein paar Pfunde in die Waagschale werfen". Den Standort - er umfasst den ehemaligen Laden von Mortimer B. Koch, das frühere Schokoladen-Geschäft Eilles und den Accessoire-Shop von Geist vorne an den Planken, der zum Monatsende umzieht - begreife DIC schon jetzt als "Verbindungslage" zwischen Q 6/Q 7, den Planken und der Kunststraße - "sehr begehrt".
"Optimaler Verkaufsraum"
Depot jedenfalls ist überzeugt, mit dem Ja zur Mannheimer City einen Volltreffer gelandet zu haben. Fabian Kampa, der Leiter Expansion bei der Gries Deco Company, der Betreiberin von Depot: "Ein absoluter Top-Standort", genau das, was man sich bei der Kette, die über 150 Filialen betreibt, unter einem optimalen Verkaufsraum vorstelle. Da kann auch Bürgermeister Michael Grötsch nur gratulieren: "Eine gute Entscheidung - und eine Bereicherung für den Branchenmix auf den Planken". Bis Ende Oktober sollen nun die drei Läden zu einem vereint werden, man will mit dem Depot-Shop über zwei Etagen auch baulich Maßstäbe setzen - hier, am Schnittpunkt zweier Zukunftsperspektiven.
Leser-Kommentare
Aufgrund von nicht freigegebenen Kommentaren kann die Anzahl dargestellter Kommentare abweichen