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Soziales: Erziehungsberatung legt Jahresbericht vor / „Nachfrage bleibt ungebrochen hoch“

Stress überfordert Eltern oft

Archiv-Artikel vom Freitag, den 13.07.2012

Von unserem Redaktionsmitglied Timo Schmidhuber

Viele Eltern fühlen sich überfordert.

© dpa

Leistungsdruck bei der Arbeit, zu wenig Zweisamkeit mit dem Partner, dazu der Wunsch, mit den Kindern doch alles richtig machen zu wollen - zunehmender Stress bei Eltern sorgt dafür, dass sich in Mannheim immer mehr Mütter und Väter bei der Erziehung überfordert fühlen. "Die Nachfrage nach Erziehungs- beratung bleibt ungebrochen hoch", erklärten Stadt, Caritas und Evangelische Kirche gestern bei der Vorstellung ihres Jahresberichts 2011.

Die Zahl der Fälle ist leicht gestiegen auf rund 2500. Dazu kommen knapp 100 Beratungen per E-Mail - ein Angebot, das weniger die Eltern als vielmehr Kinder und Jugendliche selbst ansprechen soll. Die Erziehungsberatung übernehmen in Mannheim Stadt, Caritas und Evangelische Kirche (siehe Infobox). Mit ihrem Angebot erreichen die drei Träger nach eigenen Angaben die Eltern von knapp fünf Prozent der Kinder und Jugendlichen in der Stadt. Der tatsächliche Bedarf dürfte aber drei Mal so hoch liegen, sagte Bodo Reuser von der Evangelischen Kirche. Mit ihren 26 Beraterstellen, so die drei Träger, könnten sie jedoch kaum mehr Fälle als die jetzt betreuten 2500 übernehmen.

Panik machen wollen die Erziehungsberater nicht. "Es ist immer noch so, dass es bei über 80 Prozent der Familien keine größeren Probleme gibt", betonte Andreas Hundsalz von der städtischen Stelle. Der Beratungsbedarf ist seit 1990 jedoch extrem gestiegen - um über 70 Prozent, wie Sabine Gaspar-Sottmann und Roman Nitsch von der Caritas erklärten. "Die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen ist komplizierter geworden." Und auch die der Erwachsenen, wie die Fälle aus der Beratungspraxis zeigen.

Mit Stadtverwaltung, Caritas und Evangelischer Kirche bieten in Mannheim drei Träger eine Erziehungsberatung an. Die Stadt unterstützt die Angebote der Kirchen finanziell.

Die Beratung ist für die Betroffenen kostenlos.

Die Psychologische Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern der Stadtverwaltung hat drei Büros: In der Innenstadt (D 7, 2-4, Telefon: 0621/2 93-88 66), auf dem Luzenberg in der Sandhofer Straße 22 (Telefon 0621/2 93-55 30) und auf der Rheinau (Relaisstraße 164, Telefon 0621/2 93-60 40).

Die Psychologische Beratungsstelle für Erziehungs-, Ehe- und Lebensfragen der Evangelischen Kirche sitzt in M 1, 9 a (Telefon: 0621/28 00 02 80).

Die Räume der Psychologischen Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche des Caritasverbandes befinden sich in D 7, 5 (Telefon: 0621/1 25 06 00). imo

Da ist zum Beispiel die Familie mit den zwei kleinen Jungs, nennen wir sie Fritz (4) und Franz (10). Fritz fällt im Kindergarten durch Wutausbrüche auf, die Erzieherinnen raten der Mutter, zur Beratung zu gehen. Dort sollen gemeinsam die Ursachen für die schwierige Situation gefunden werden.

Situation nach Scheidungen

Alles kommt auf den Tisch. Das lange Arbeiten des Vaters am Abend, die schweren Monate der Mutter, geprägt von Jobsuche und Krankheit eines Angehörigen. In den sechs Gesprächen werden schließlich Entlastungsmöglichkeiten für die Frau gefunden - die Kinder übernachten ab und an bei den Großeltern, eine Nachbarin hilft zusätzlich bei der Betreuung. Bei der Beratung kommt zudem heraus, dass Fritz zwar oft getadelt, aber selten gelobt wird. Seit Eltern und Erzieher stärker darauf achten, ist das Verhalten des Kleinen gegenüber anderen Kindern deutlich besser.

Bei fast der Hälfte aller Beratungen ging es um familiäre Konflikte und Probleme zwischen den Eltern, die sich negativ auf die Kinder ausgewirkt haben. Eine große Rolle spielt hier die Situation nach Scheidungen. Zweithäufigstes Thema waren seelische Probleme der Jungen und Mädchen, wie etwa Angstzustände. Bei rund 13 Prozent der Fälle wurde über die Erziehungskompetenz der Eltern gesprochen.

Einen Schwerpunkt bilden auch die Beratungsangebote für Eltern von Unter-Dreijährigen - ihr Anteil hat sich in den vergangenen zehn Jahren vervierfacht. Einerseits, so die Experten, müsse die Grundlage für den späteren Bildungserfolg immer früher geschaffen werden. Andererseits setze genau dieses Wissen Eltern auch zunehmend unter Druck. "Die Bandbreite ist groß", sagte Roman Nitsch. "Da gibt es Eltern, die fast zu viel fördern. Und andere, die nur sehr wenig anbieten können."

© Mannheimer Morgen, Freitag, 13.07.2012

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