Kunsthalle:
Mitzlaff-Bau ab Montag für sieben Wochen geschlossen / Vorbereitungen für die letzte große Ausstellung vor dem Abriss
Tonnenschwere Skulpturen werden bewegt
Von unserem Redaktionsmitglied Peter W. Ragge
Mit Kran und Hebebühne: Abtransport der Installation "Etroits sont les vaisseaux" ("Die Welle") von Anselm Kiefer.
© Kunsthalle/Yücetas
Einige Räume waren schon seit Tagen nicht mehr zugänglich, nun ist ganz Schluss: Die Kunsthalle schließt ab Montag für rund sieben Wochen komplett. Nur noch heute und morgen sind von 11 bis 18 Uhr die Zeichnungen von Felix Hartlaub, Sohn des früheren, von den Nationalsozialisten 1933 entlassenen Direktors Gustav F. Hartlaub, zu sehen. Dann beginnt die heiße Phase der Aufbau- und Umgestaltungsarbeiten für die letzte große Sonderschau vor dem Abriss des Mitzlaff-Baus.
Im April 2014 ist der Abriss des 1983 errichteten Gebäudetrakts und des Tiefbunkers und damit der Beginn der Arbeiten an dem Neubau geplant, für den das Ehepaar Hector 50 Millionen Euro gestiftet hat. "Vorher drehen wir noch mal ein richtig großes Ding", sagt Dr. Ulrike Lorenz, die Direktorin der Kunsthalle. Die Ausstellung "Nur Skulptur!", die vom 16. März bis 17. November geplant ist, sei "eine letzte, große Abschiedsgeste, eine Verbeugung für den Mitzlaff-Bau und seine Geschichte" gedacht, so Lorenz.
Diese letzte große Ausstellung soll allein den Skulpturen gewidmet sein, für die der - heutigen Anforderungen nicht mehr genügende - Mitzlaff-Bau einst errichtet worden war. Lorenz lässt ihn daher "in den ursprünglichen Zustand versetzen", wie sie sagt: "Wir öffnen ihn wieder für Tageslicht" - worauf man aus konservatorischen Gründen ja lange verzichten musste. Doch nun werden teils mit Trockenbauwänden zugestellte, teils zugeklebte Fensterflächen und Oberlichter geöffnet, sogar Wände durchbrochen und die bisherige Trennung zwischen Clubraum und Heinrich-Vetter-Forum aufgehoben. Doch in dieser Zeit des "gewaltigen Umbaus", so Lorenz, könne das Haus nicht für das Publikum geöffnet werden.
"Welle" am Kranhaken
Wieder zugänglich ist es ab Mitte März - und dann als reines Skulpturenmuseum. "Wir zeigen auf allen Flächen mehr als die Hälfte unseres sonst ja oft verborgenen Sammlungsbestandes", so Lorenz. Die qualitativ und quantitativ herausragende Mannheimer Spezialsammlung moderner Skulptur ist Ausgangspunkt für das durch die Kulturstiftung des Bundes geförderte Projekt von Künstlerkurator Bogomir Ecker und seinen drei Kollegen Kiki Smith, Roman Signer und John Bock. Sie wollen etwa 380 Werke von Auguste Rodin über Henry Moore bis Thomas Hirschhorn und damit die Hälfte der Mannheimer Skulpturensammlung in ungewöhnlicher Weise präsentieren - nicht nur auf Sockeln oder in Vitrinen.
Die internen Vorbereitungen dafür laufen schon seit zwei Jahren, seit zwei Monaten wird schon umgeräumt. "Wir müssen tonnenschwere Skulpturen verschieben, werden sie bei der Gelegenheit auch reinigen", erklärt Lorenz. So ist "Der große Fisch" von Constantin Brancusi, Teil der Sammlung seit 1969 und so etwas wie ein goldglänzendes Wahrzeichen der Kunsthalle, mit seiner Plexiglasabdeckung bereits vom Eingang verschwunden, um zum Abschied besser präsentiert zu werden. Nur Anselm Kiefers Werk "Die Welle" ist ganz aus der Kunsthalle verschwunden. Die rund drei Tonnen schwere Betonskulptur kam bereits per Kran zurück zum Leihgeber - "denn sie jetzt umzuheben und nächstes Jahr dann wieder, das wäre zu teuer gewesen", erklärt Lorenz.
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