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Konzert: Kurpfälzisches Kammerorchester spielt zeitgenössische Werke aus Kuba und Klassik

Träumereien zwischen zwei Musikwelten

Archiv-Artikel vom Donnerstag, den 14.07.2016

Von unserem Redaktionsmitglied Florian Balle

120 Gäste genossen das Konzert im Foyer des "Mannheimer Morgen" - im Trockenen, damit sich die Streichinstrumente nicht verstimmen.

© Blüthner
© MM-Grafik

Mit dem mittelamerikanischen Rhythmusinstrument Guiro in der Hand: Cosette Justo Valdés leitet das Kurpfälzische Kammerorchester beim "Traumkonzert" zum 70-jährigen Bestehen des Mannheimer Morgen.

© Blüthner

Außergewöhnliche Musik an einem besonderen Ort: Das Kurpfälzische Kammerorchester spielte im Foyer des "Mannheimer Morgen" in der Dudenstraße klassische und zeitgenössische Werke. Scheinbar mühelos gelang den Musikern unter der Leitung von Dirigentin Cosette Justo Valdés der Wechsel zwischen den Musikwelten. Werke zeitgenössischer kubanischer Komponisten erklingen bei den "Traumkonzerten" anlässlich des 70-jährigen Bestehens des "MM" am Dienstag- und am Mittwochabend neben Stücken aus europäischer Klassik und Romantik.

Die Dirigentin, die das Spiel der Musiker sanft und bestimmt anleitet, ist rasches Umschalten gewohnt: "Für mich ist das normal, in meinem Heimatland Kuba ist es üblich, zum Abschluss eines Klassikabends als Zugabe kubanische Volkslieder zu spielen", erläutert Valdés. "MM"-Kulturchef Stefan Dettlinger führt durch den Abend.

Eindrucksvoll-mitreißend zeigt sich das beschwingte Spiel der Musiker bei dem Stück "El médico de Pianos" (Der Klavierarzt): Während Valdés auf der Guiro - einem rund 40 Zentimeter langen, holen Rhythmusinstrument - den Takt vorgibt, schwingen sich die Streicher tänzerisch in hohe Tonlagen, immer wieder unterbrochen von Pizzicati, also Passagen, in denen die Geigensaiten gezupft werden. Jorge López Marin - bei dem Valdés in Havanna "Dirigieren für Orchester" studiert hat - arbeitet in diesem Stück geschickt mit Wiederholungen: Während im Hintergrund das gleiche Motiv mehrfach erklingt, löst sich die erste Streichergruppe, tänzerische Harmonien mit sanften Reibungen erfüllen den Vorraum des Redaktionsgebäudes.

Mitreißende Klänge zum Siebzigsten

Das Kurpfälzische Kammerorchester spielte Werke aus Klassik, Romantik und zeitgenössische Stücke.

Der Konzertabend feierte das 70-jährige Bestehen des "MM".

Cosette Justo Valdés dirigierte.

Die 32-Jährige ist seit 2011 Generalmusikdirektorin des Orquesta Sinfónica de Oriente in Santiago de Cuba.

Valdés studierte unter anderem an der Hochschule für Musik und Bildende Kunst Mannheim unter Klaus Michael Arp.

Zu dem ausverkauften Konzert waren 120 Gäste gekommen.

Den Abend bereicherten drei kubanische Musiker.

Wegen Regens wurde die Veranstaltung in das Foyer des Verlagshauses verlegt. Es sollte ursprünglich unter freiem Himmel stattfinden.

Hohe Technik beim Wiegenlied

120 Zuhörer verfolgen das ausverkaufte Konzert von Liegestühlen aus. Vergessen, dass die Musiker nicht wie zunächst geplant unter freiem Himmel auftraten: "Atmosphärisch wäre das zwar interessant gewesen", findet Valdés, "aber für die Instrumente ist es besser so", erläutert die 32-Jährige - Saiteninstrumente verstimmen sich bei starken Feuchtigkeitsschwankungen.

Gitarrist Ernesto Thompson rückt bei dem Stück "Cancion de cuna" (Wiegenlied) die Atmosphäre eines kubanischen Sommerabends dicht an das Publikum heran: Beschwingt spielt er die melancholischen Harmonien gebrochener Mollakkorde, lässt Obertöne mitschwingen und schlägt die Saiten sanft an.

"Die Technik und die schönen Harmonien begeistern mich", sagt Thompson über das Wiegenlied für eine Gitarre aus der Feder von Leo Brouwer. "Er ist ein verrückter Mann - und zugleich ein großer Komponist der zeitgenössischen Gitarrenmusik." Jesús Gonzáles Jiménez ist der dritte kubanische Musiker des Abends. Der Schlagzeuger mit Rastalocken begleitet sonst Latin-, Pop- und Rock-Bands. Er kann es sich vorstellen, in Zukunft mehr mit Kammerorchestern zusammenzuarbeiten: "Ein Konzertabend wie dieser hat eine schöne Energie. Die bekannten Stücke, die wir gespielt haben, kann ich 3000 Mal hören - und werde jedes Mal von neuem berührt." Da kann das Ehepaar Rosemarie und Frank Kirschner aus Lampertheim nur zustimmen: "Wir sind begeistert, dass so etwas hier stattfindet", sagt Konzertbesucher Kirschner, der in der Technikbranche tätig war. "Warum machen andere Firmen das nicht auch?" "Mir hat das Stück von Tschaikowski am besten gefallen", berichtet seine Ehefrau Rosemarie.

Bei dem elegisch vorzutragenden 3. Satz der Serenade für Streicher in C-Dur schaffen die Celli eine unruhige Grundatmosphäre, die erste Streichergruppe (Marie-Denise Heinen, Izabela Wiza-Kochann, Akemi Hasegawa und Darius Durczok) spielt schnelle Töne im Sekundenabstand, ein so genanntes Tremolo, in hoher Lage. Die Motive kehren wieder - drängender. Die existenzielle Spannung löst sich, die Geigen erklingen allein, tänzeln, die Melodie taumelt in den Schlussakkord - traumhaft. Begeisterter Applaus.

© Mannheimer Morgen, Donnerstag, 14.07.2016

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