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Luisenpark: Besucher sind bestürzt über den Tod des verschwundenen Pinguins / Staatsanwaltschaft ermittelt

„Wie kann man so etwas tun?“

Von unserem Redaktionsmitglied Steffen Mack

Humboldt-Pinguine im Luisenpark. Die Sicherheitsvorkehrungen für die dort noch lebenden elf wurden nun verstärkt.

© Prosswitz

Marie (von links), Eva und Annika Tritz-Seelinger vor einem Holz-Pinguin

Rund 30 Besucher, in erster Linie Mütter mit Kindern, stehen am Becken. Es ist 15 Uhr, Fütterungszeit. Während die Kleinen sich freuen, wie die Pinguine sich auf ihre Fische stürzen, macht unter den Erwachsenen halblaut die traurige Nachricht die Runde. "Was? Er ist tot? Schrecklich", sagt Doris Kölmel, die mit ihrem Mann Horst vorbeiläuft. Die beiden haben eine Jahreskarte für den Park, sie schätzen die Ruhe und die Natur. Dass aus diesem Idyll jemand einen Pinguin herausgerissen und umgebracht hat, macht das Ehepaar fassungslos. "Das ist doch verrückt", findet Doris Kölmel. "Wie kann man nur so etwas tun?"

1000 Euro Belohnung ausgesetzt

Nur einen halben Kilometer vom Luisenpark entfernt hatte ein Passant am Morgen den toten Humboldt-Pinguin entdeckt. In der Museumsstraße, die gegenüber dem Carl-Benz-Stadion von der Theodor-Heuss-Anlage abzweigt. Sie besteht nur aus Parkplätzen und Grünflächen. Auf einer solchen lag der Pinguin. Er hatte keinen Kopf mehr. Laut Polizeisprecher Michael Klump ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sich ein anderes Tier daran zu schaffen machte. "Wir wissen nicht, wie lange er schon dort gelegen hat."

Nach Entdecker benannt

  • Der Humboldt-Pinguin ist eine von 17 Pinguin-Arten. Er lebt eigentlich an den Pazifikküsten in Peru und Nordchile und auf vorgelagerten Inseln.
  • Sein Name kommt von seinem Endecker Alexander von Humboldt, der den Pinguin während seiner Amerikareise von 1799 bis 1804 im heutigen Peru beobachtet haben soll.
  • Der Humboldt-Pinguin frisst in erster Linie Sardellen und Makrelen.
  • Er wird bis zu 60 Zentimeter groß und vier bis fünf Kilo schwer. (tan)

Am Samstag war der Pinguin aus dem Luisenpark verschwunden. Die Polizei hat keinerlei Hinweise darauf gefunden, dass er allein abgehauen oder etwa von einem Fuchs mitgenommen worden sein könnte. Sie fahndet nun mit Nachdruck nach dem Täter. Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen eingeleitet, die Tierschutzorganisation Peta eine Belohnung von 1000 Euro ausgesetzt. Wer ein Wirbeltier grundlos tötet, muss mit einer Geldstrafe bis hin zu drei Jahren Gefängnis (im Wiederholungsfall) rechnen.

"Für so etwas müsste es noch höhere Strafen geben", findet im Luisenpark Natascha Nohe. Neben ihr steht Nadine Fütterer am Pinguinbecken, die gar nicht begreifen kann, "was jemand mit so einem Tier will".

Die Deutsche Presse-Agentur zitierte gestern Zoologie-Experten, professionelle Diebe hätten es gezielt auf exotische Tiere abgesehen, die sie dann für teures Geld auf dem illegalen Markt verkaufen könnten. Dass der Pinguin in der Nähe tot gefunden wurde, scheint indes eher nicht für einen Profi zu sprechen.

Das Verschwinden des Pinguins hatte weltweit gewaltige Anteilnahme ausgelöst. Die Vermissten-Meldung auf der Facebook-Seite der Mannheimer Polizei wurde mehr als 700 000 Mal angeklickt, Journalisten auch aus der Schweiz, Belgien und den USA riefen an. Ein New Yorker Sender wollte die Beamten bei ihrer Suche sogar im "Reality TV"-Stil mit Live-Kamera begleiten.

Im Luisenpark hat man sich über die gewaltige Resonanz gefreut. "Aber lieber wäre mir, der kleine Pinguin würde noch leben", sagte Sprecherin Alexandra Wind. "Besonders für die Pfleger, die ihn mit großer Mühe aufgezogen haben, ist das ganz schrecklich." Auch Parkdirektor Joachim Költzsch unterstreicht "den emotionalen Wert, den das Tier für unsere Mitarbeiter und Besucher hatte". Er steht in der Sonne vor dem Becken und blickt traurig auf die verbliebenen elf Pinguine.

Um Nachahmungstäter abzuschrecken, wurden die Patrouillen des Sicherheitsdienstes verstärkt, zudem soll eine Videokamera installiert werden. Hundertprozentigen Schutz könne es jedoch nicht geben, sagt Költzsch. Eines steht für ihn außer Frage: "Wir werden unsere Gehege nicht vergittern. Wir wollen, dass Menschen hier Tieren nahe kommen können." Wer das von klein auf erlebe, "der wird nie zu so einer Tat imstande sein".

© Mannheimer Morgen, Freitag, 17.02.2017

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