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Feudenheim: Beim 61. Fasnachtszug zeigen die Vereine wieder großen Einfallsreichtum / Zahlreiche Fasnachtsvereine aus der Umgebung mit dabei

Super-Stimmung trotz Eiseskälte

Von unserem Redaktionsmitglied Dirk Jansch

Führten den Fasnachtszug an: Der 1. Feudenheimer Spielmannzug, gefolgt von Stadtprinzenpaar Jana I. und Jörn I. auf dem Elferratswagen der KG Lallehaag.

© Prosswitz

Auch von Temperaturen um den Gefrierpunkt lassen sich die Feudenheimer ihre Fasnachtspartylaune nicht vermiesen. Ganzkörperkostüme und plüschig-warme Kopfbedeckungen lagen im Trend, als gestern der 61. Feilemer Fasnachtszug durch Feudenheims Straßen zog. "750 Aktive in 55 Zugnummern auf einer Strecke von 4,2 Kilometern", rechnete Zugorganisator Klaus-Peter Becker vor. Auf der Straße waren es wegen der Kälte nach Polizeiangaben zwar rund 5000 närrische Gäste weniger als die rekordverdächtigen 30 000 Besucher vom vergangenen Jahr, dafür war die Stimmung um so ausgelassener.

Allen voran entrichtete die Lallehaag-Jubiläumsprinzessin Jana I. mit ihrem Stadtprinzen Jörn I. vom großen Feuerio einen närrischen Gruß an die Feudenheimer. Die beiden waren die in der Spessartstraße in umgekehrter Reihenfolge aufgestellten Zugnummern zuvor in aller Ruhe abgelaufen, um sich ein Bild vom bunt kostümierten Teilnehmerfeld zu machen. Auch Bürgermeisterin Felicitas Kubala mischte sich unters närrische Volk und fand es "beeindruckend", wie viele Besucher zur Straßenfasnacht nach Feudenheim kamen.

Vor allem der Einfallsreichtum der Motivwagen hatte es Kubala angetan. "Viel mehr als beim Mannheimer Zug", registrierte sie erfreut. Und in der Tat hatten sich die Feudenheimer Vereine im Vorfeld wieder einiges einfallen lassen, um den Fasnachtszug mit originellen Mottos zu bestücken. Allen voran schossen natürlich wieder die Teutonen den Vogel ab, die Robert Lotz als Taucher durch die geflutete Au schickten und Feudenheim eben mal zur "Hafenstadt" im Schildbürgerkreis Mannheim erklärten. Ins selbe Horn blies die märchenhafte BDS-Truppe mit dem Motto "Märchenhaft wär die Au ohne Bundesgartenschau".

Dass die Feudenheimer generell sehr naturverbunden sind, zeigte sich nicht nur an den hübschen Vogelscheuchen der Landfrauen, sondern auch an den Waldfeen, die Claudia Hartzheim anlässlich des zehnjährigen Bestehens ihres Blumen-Deko-Ladens losschickte. Die Mittwochsdamenrunde der Goggelrobber feierte den ausgefallenen Weltuntergang mit reichlich Konfetti und der mobilen Eierlikör-Bar.

Ein Hingucker waren die Ritter und Burgfräuleins der Narrebloos auf ihrer rollenden Ritterburg, angeführt von den fein kostümierten Damen der Feudenheimer Frauenfasnacht. Als lebendige Sammelbüchse in goldener Knisterfolie begleitete Pfarrer Lukas Glocker die katholischen Narren und proklamierte: "Denkt nicht an des Papstes Rente, ich bitte um eine kleine Spende" - nicht fürs eigene Auskommen natürlich, sondern für die Erweiterung der Friedhofskapelle.

Reiter als Piratentruppe

Optisch gefielen die Piraten und Piratenbräute vom Reiterverein Vogelstang-Wallstadt, die auf ihrer Kanonenbeladenen Pearl als "Fluch der Karibik" durch Feudenheim zogen. Auch die beiden Freiwilligen Feuerwehren aus Feudenheim und Wallstadt lassen sich immer wieder aufs Neue etwas einfallen. "Die Hall' is voll, des Dach is zu, was uns noch fehlt, des bischd jetzt du", gingen die Feudenheimer auf Nachwuchsfang, während die Wallstadter Kameraden bei leeren Stadtkassen ihr Feuerwehrgerätehaus notfalls auch aus LEGO-Bausteinen errichten wollen. "Gute Laune vom Kopf bis zum kleinen Zeh" verbreitete der Motorsportclub Wallstadt anlässlich seines 90-jährigen Bestehens.

Und noch ein Jubilar aus Wallstadt war mit großer Abordnung vertreten: Die Gowe, die ihr närrisches 55-jähriges Bestehen feiern. Weitere befreundete Karnevalsvereine gaben sich die Ehre: der KV Insulana, die Ladeberger Ratze, die Hellesema Grumbe, die roten Teufel der Schlabbdewel, der KV Aulaner und die CC Schlappmäuler, die 22 Jahre Männerballett feiern.

Aus mitgeführten Verstärkeranlagen beschallten von allen Seiten lautstarke Stimmungslieder den Fasnachtszug. Für Live-Musik sorgten die "Scheichs" vom 1. Feudenheimer Spielmannszug, die Dossemer Schauenburggeischda, die Stadtkapelle Weinheim und ganz zum Schluss die als "KISS"-Truppe ganz in Schwarz und Weiß gekleideten (und maskierten) Perscussionisten vom Trommelpalast Mannheim.

© Mannheimer Morgen, Mittwoch, 13.02.2013

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