Unsichtbare Eier flogen durch die Luft, Flammen loderten, so dass die umsitzenden Kinder aufgeregt "Feuer!" riefen, und Bindfäden fackelten ab: Bei der Kaffeetafel des Gemeindefestes der Lukasgemeinde auf dem Almenhof zauberte nicht nur Wilhelma Froese ihre Kunststücke. Zahlreiche Sänger und Musiker stimmten gesellige Lieder an. Das Fest im Gemeindesaal war ausgesprochen gut besucht.
Zauberin Wilhelma Froese führt ihre Kunst nicht beruflich, sondern aus reiner Leidenschaft aus. In schwarzem Frack mit Zylinder präsentierte sie sich dem Publikum. Und es dauerte auch nicht lange, schon saß eine große Schar von Kindern direkt vor der Bühne, um den kleinen Tricks der Zauberin zu folgen: Mit einer magischen Show lässt sich immer noch große Aufmerksamkeit erregen.
Wilhelma Froese zaubert seit Anfang der 1990er Jahre, sie ist auch Mitglied im "Magischen Zirkel Deutschland". Dafür musste sie eine Aufnahmeprüfung bestehen mit allerhand Theorie. "Erstmals niedergeschrieben wurden Zaubersprüche im Mittelalter während der Hexenverbrennung", erzählte sie. "Um zu zeigen, dass es sich um harmlose Tricks handelt und nicht um Schwarze Magie." Meistens tritt Froese bei Familienfesten auf, im vergangenen Sommer war die Zauberin auf dem Neckarauer Marktplatz zu sehen. Im Lukas-Gemeindesaal ließ sie zum Beispiel mit Zaubersalz rote Tücher verschwinden.
Nur wenige öffentliche Auftritte gibt dagegen das Mannheimer Kammerton-Ensemble, geleitet von Dirigent Eckhard Stadler, kurz MaKaTo genannt. Beim Lukas-Gemeindefest war es für die Sängerinnen und Sänger wieder so weit, die Bühne zu betreten. Eckhard Stadler ist bei der evangelischen Jugendkirche angestellt und in der örtlichen Musikszene äußerst rührig. So spielt er etwa Jazz und in einer Cover-Rock-Band, die ausschließlich Songs von R.E.M. interpretiert. "Mit der Cover-Band waren wir schon in ganz Deutschland unterwegs", verriet Stadler. Aber auch in der Produktion des Innenstadtclubs "Schatzkistl" mischt er mit.
Anschließend war das Lukas-Quartett mit vier Blockflöten an der Reihe. Heike Rossmanith, Sabine Walter, Rothmaria Uhlmann und Susanne Beier bewiesen, dass man das Instrument zu Unrecht hauptsächlich mit Grundschulkindern in Verbindung bringt. Im Gegenteil, die Blockflöte ist ein frisches und unverbraucht klingendes Instrument, das sich unter anderem im Jazz behaupten kann.
Heike Rossmanith bläst eine imposante Bassblockflöte, die in der Mitte gebogen und so groß wie ein Kleinkind ist. Jedoch gibt es auch weiterentwickelte Tenorflöten, mit silbernen Metallklappen an den Löchern, weshalb das Instrument fast einer Klarinette ähnelt. "Für 2013 planen wir eine Matinee mit Blockflöten", erklärten die vier Musikerinnen.
Im Lukas-Gemeindesaal wurde, neben Essen und Trinken, zusätzlich Handwerkliches an Ständen verkauft. Die kleineren Mädchen und Buben saßen mit Buntstiften an Maltischen. Es schneite in den letzten Tagen. Jedoch noch nicht genug, um darauf Schlitten fahren zu können. Um oben in den Wolken Frau Holle zu beschwören, stimmte Hans-Jürgen Hoheisel auf Akustikgitarre und mit Chor weihnachtliche Lieder wie "Leise rieselt der Schnee" an. So klang ein vergnüglicher Nachmittag aus. hfm
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